Krumme Dinger, billig ausgeführt

AC/DC-Drummer Phil Rudd soll einen Doppelmord in Auftrag gegeben haben. Die Karriere des Musikers war schon immer von Auf und Abs geprägt.

Es drohen zehn Jahre Haft: Drummer Phil Rudd.

Es drohen zehn Jahre Haft: Drummer Phil Rudd. Bild: Keystone

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«Dirty Deeds Done Dirt Cheap» heisst einer der ganz grossen Hits von AC/DC. Der Titel bezieht sich auf das Motto eines Comic-Bösewichts: krumme Dinger, billig ausgeführt. 29 Jahre alt ist das Lied, nun wird es einem wieder in Erinnerung gerufen – AC/DC-Drummer Phil Rudd soll einen Auftragskiller angeheuert haben.

Die Tat hätte laut der Anklage Ende September ausgeführt werden sollen. Beim Gerichtstermin in Neuseeland, bei dem Rudd barfuss auftrat, äusserte er sich nicht zu den Vorwürfen. Wen Rudd umbringen lassen wollte und wen er konkret beauftragt haben soll, verriet der Staatsanwalt nicht. Das Gericht setzte Rudd gegen Kaution bis zum nächsten Verhandlungstermin am 27. November auf freien Fuss. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

«Problem Child» heisst ein anderer AC/DC-Song, der auf Phil Rudd zutrifft. Als die Polizei diese Woche sein Haus stürmte, fand sie grössere Mengen Crystal Meth und Cannabis. Zuvor unterlag er in einem Gerichtsstreit gegen ehemalige Angestellte seines Steak-Restaurants, die er ungerechtfertigt entlassen hatte. Auch die Musikkarriere des heute 60-Jährigen ist von Auf und Abs geprägt. 1974 wurde er von den Young-Brüdern verpflichtet, die AC/DC ein Jahr zuvor gegründet hatten. 1980 starb Sänger Bon Scott an seinem eigenen Erbrochenen. Rudd, der es mit Scott besonders gut konnte, kam nicht über dessen Tod hinweg und verkrachte sich mit seinen Bandkollegen, die als Ersatzsänger Brian Johnson einstellten. 1983 verliess Rudd AC/DC, um gemäss eigenen Angaben «Rennautos zu fahren und Helikopter zu fliegen».

Metronomenhaftes Spiel

«Ich bin der beste Rock-Drummer auf der Welt und AC/DC ist die beste Rockband der Geschichte», liess Rudd vor kurzem verlauten. AC/DC, monieren Kritiker derweil, rasseln stumpfsinnig Drei-Akkord-Folgen herunter. Rudds minimalistisches, metronomhaftes Spiel passte perfekt dazu. Rudds Nachfolger wie etwa Chris Slade (siehe Youtube-Video) waren technisch besser, doch den typischen AC/DC-Groove kriegten sie nicht hin. Vielleicht wollten sie es auch nicht. Jedenfalls stiess Rudd 1994, zehn Jahre nach der Trennung, wieder zur Band – zu der er bis heute gehört. Oder nicht? Rudd hatte bei Promotion-Aufnahmen zum neuen, im Dezember erscheinenden, AC/DC-Album «Rock or Bust» gefehlt. Seine Abwesenheit hatte für Spekulationen gesorgt. Sänger Brian Johnson führte zur Begründung einen «familiären Notfall» an.

War Phil Rudd erneut in Ungnade gefallen? Wollte die Band ihn loswerden? Solche Spekulationen wurden von einer weiteren Hiobsbotschaft aus der AC/DC-Familie im Keim erstickt: Gitarrist Malcolm Young schied Ende September aus der Band aus, weil er an Demenz in fortgeschrittenem Stadium leidet. Damals sagte Phil Rudd über Gerüchte, dass sich die Band nun auflöse: «Bevor wir aufhören, müssen wir alle tot sein.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 06.11.2014, 13:37 Uhr)

Stichworte

Vergleich zwischen Phil Rudd und Chris Slade (beides AC/DC-Drummer)

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