Kultur

Liedermacher Ludwig Hirsch gestorben

Der Künstler wurde am Donnerstagmorgen unterhalb eines Fensters des Wiener Wilhelminenspitals tot aufgefunden. Die Polizei gehe von Selbstmord aus.

Teil der östereichischen Seele: Der Liedermacher Ludwig Hirsch.

Teil der östereichischen Seele: Der Liedermacher Ludwig Hirsch.
Bild: Keystone

Ludwig Hirsch: «Gel du mogst mi»

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Der 65-jährige Sänger, Schauspieler und Musiker war nach den Angaben seines Managers Karl Scheibmaier seit einer Woche zur Untersuchung im Spital. Als Hintergrund vermuten österreichische Medien, Hirsch habe an Lungenkrebs gelitten.

Hirsch wurde in den späten 1970er Jahren als Liedermacher von morbid Wienerischer Färbung bekannt. Seine düsteren, oft makaber poetischen Songs wie «Komm, grosser schwarzer Vogel» oder «Sternderl schaun» sang er mit irritierend sanfter Stimme. In Titeln wie «Der Clown» oder «Omama» zeigte er sich auch als Kritiker trügerischer bürgerlicher Beschaulichkeit.

Stimme der Gegenkultur

Die Todesnachricht löste in der Wiener Kulturszene einen Schock aus. Freunde und Bewunderer des Künstlers zeigten sich tief betroffen. «Es ist jemand gegangen, der einer der grössten Künstlerpersönlichkeiten dieses Landes war», sagte sein Manager. «Diese Lieder, diese Poesie, waren ergreifend und die Stimmung bei seinen Konzerten nicht zu beschreiben.»

Kulturministerin Claudia Schmied schrieb in einer Mitteilung, Österreich verliere «eine wichtige Stimme der Gegenkultur». Hirsch sei Teil der österreichischen Seele. Weiter heisst es in der Mitteilung: «Er entlarvte diese Welt als Scheinwelt und trotzte allen Anpassungsbestrebungen.» (net/sda)

Erstellt: 24.11.2011, 14:10 Uhr

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7 Kommentare

Manfred Schnyder

24.11.2011, 18:01 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Ein grosser Künstler der von uns gegangen ist und eine Verlust für die Österreichische Gegenkultur.Er möge sein Frieden finden. Antworten


Holger Spiegel

24.11.2011, 20:18 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Ich würde sagen, definitiv nicht nur ein Verlust der Österreichischen Gegenkultur...
Er ging, wie er es (vor-) gelebt hat.
pfiat di und baba


pfister margrit

24.11.2011, 15:21 Uhr
Melden 26 Empfehlung

tut mir leid um diesen prägnanten, feinsinnigen künstler. seine lieder, gedanken und wertvorstellungen bleiben erhalten. ich bin traurig..... Antworten


Reto Bommer

24.11.2011, 14:45 Uhr
Melden 36 Empfehlung

Danke für deine Lieder
Komm, grosser schwarzer Vogel, begleitet mich schon seit Jahrzenten, im positiven Sinne. Es steht für mich, Symbolisch, fürs loslassen und für einen Neuanfang.
Du bist nun auch bereit für einen Neuanfang
Antworten


Samuel Bendicht

24.11.2011, 14:41 Uhr
Melden 28 Empfehlung

Erst Georg Kreisler, nun Ludwig Hirsch; zwei ganz grosse Wiener Poeten sind fast gleichzeitig von uns gegangen. -- Der Tod muss wirklich ein Wiener sein? Antworten


Conny Bolliger

24.11.2011, 19:56 Uhr
Melden 6 Empfehlung

…und in wolfgang ambros lied…wiener zentralfriedhof…werden sich alle zu einem stelldichein treffen…


Alain Pichard

24.11.2011, 15:05 Uhr
Melden 23 Empfehlung

nicht zu vergessen Franz-Josef Degenhardt, der letzte Woche gestorben ist, kein Wiener, aber ein bedeutender Liedermacher.
Zu empfehlen seine Brassens-Interpretationen, u. a. Das Testament.



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