Niklaus Troxler duldet keine Wehmut
Von Christoph Merki. Aktualisiert am 27.08.2009 2 Kommentare
Jetzt, am Mittwoch, dem ersten Abend der 35. Ausgabe, hat man den Eindruck, dass der zurücktretende Chef noch einmal unterstreichen will, wie sehr sein eigener Musikgeschmack hier immer ausschlaggebend gewesen ist: Willisau, c’est moi.
Vier tage festen und feiern
Er höre zwar auf als Festivalchef, reagiert Troxler auf den anhaltenden Publikumsapplaus bei seiner ersten Bühnenansage, doch gehe es nun nochmals darum, vier Tage zu festen und zu feiern. Nur keine Wehmut aufkommen lassen: Vielleicht startet Troxler darum das Festival mit den zwölf Musikern der African Jazz Allstars, hier klingt in der Tat nichts nach (Abschieds)tränen. Die Musik erfüllt alle Schablonen südafrikanischer Musik im Geist eines Abdullah Ibrahims – im Guten und auch weniger Guten.
Fast schon unermesslich schlicht sind die Stücke mit ihren jeweils zwei, drei Akkorden. Und doch möchte man diese Musik keineswegs der Lächerlichkeit preisgeben. So schlicht die Harmonien, so bezaubernd die Melodien. Und auch ein «Spirit» ist spürbar. Afrikaner standen in den letzten Jahrzehnten immer wieder auf der Willisau-Bühne, und so mag sich für Troxler an diesem Abend ein Kreis schliessen.
Willisau, c’est moi: Dem gehorcht auch der zweite Teil des Eröffnungsabends. Troxler hat Willisau einst als Freejazz-Festival gestartet, und Freejazz gleichsam aus dem Lehrbuch ist auch das, was das Zimology Quartet darbietet. «Africa, Africa» lautet das Motto des Eröffnungsabends – aber beim Zimology Quartet ist das nur insofern zutreffend, als der Bandleader, der 50-jährige Tenorsaxofonist Zim Ngqawana, einen südafrikanischen Pass hat.
Ngqawana studierte einst bei Archie Shepp – in seinem Spiel hört man ganz viel New York, aber herzlich wenig Afrika. Vor allem steht John Coltrane Pate: Das Set beginnt mit einem Duo Ngqawanas mit Drummer Nasheet Waits im Stil der späten Duos von Coltrane und Rashied Ali; danach folgen frei angelegte High-Energy-Rubatostücke.
Die Musik kocht, brodelt
Mit Matthew Shipp am Piano sitzt eine der wichtigsten Figuren des neuerlichen Freejazzaufbruchs in New York seit der Jahrtausendwende in der Band. Und dennoch: Die vielen sequenzierten Motive Ngqawanas, eingebettet in den Orkan einer entfesselten Rhythmusgruppe, das klingt allzu sehr nach getreulicher Coltrane-Nachfolge. Der Blick ist ein Blick zurück. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 27.08.2009, 21:05 Uhr
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2 Kommentare
Tja, und wer ist dieser Junge Herr hinter Troxler? Ist es das Aushängeschild von Africa Africa?? oder einfach ein Groupie? Nein: Es ist, und das wäre doch bestimmt nennenswert gewesen, Niklaus' Nachfolger Arno Troxler. Und weil ja anscheinend sonst nichts spannendes zu berichten ist, sei soviel gesagt. Arno Troxler wird dem staubigen Festival auf jeden Fall gut tun. Man wirds hören! Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





