Music Awards: «I find dr Chlotz extrem cool»
Von Simone Meier. Aktualisiert am 19.02.2009 1 Kommentar
Es war natürlich bitterkalt, aber mit etwas gut versteckter Skiunterwäsche hielt man auch den roten Teppich vor dem Kaufleuten spielend aus. Und drinnen, ganz ehrlich, drinnen hielt man es sowieso aus. Denn was die zweiten Swiss Music Awards da boten, war schlicht perfekt. Tempo, Bühne, Moderationen, Stars, alles tipptopp, man erlebte da quasi endlich die jahrelang ersehnte Geburtsstunde einer wahren schweizerischen Awardshow-Fähigkeit.
Vielleicht liegt es daran, dass heute Abend noch einmal alles von Pro Sieben Schweiz ausgestrahlt wird, und wo das Fernsehen dabei ist, da wird das Leben ja bekanntlich immer gleich eine Stufe professioneller.
Newcomer National mal zwei
Eröffnet wurde das Klassentreffen der Schweizer Musikbranche mit hinreissendem französischem Hiphop von Stress, Nega und Caroline, moderiert wurde dann vom versammelten Liebreiz der Schweiz, von Melanie Winiger (schön, souverän, stressfixiert) und Marco Fritsche (süss und aber auch schwul), und als Präsentatorin für Newcomer National gab es gleich zu Beginn die wunderbare Mona Vetsch, die ja selbst einen Newcomer National unter dem Herzen trägt.
Es gewann diesen Award die reizende kleine Walliser Brillenträgerin Stefanie Heinzmann, die später auch noch für «My Man Is a Mean Man» mit Best Song National ausgezeichnet wurde und sich tatsächlich total über den Award in Form eines grauen Pflastersteins freute: «I find dr Chlotz extrem cool, shit, i han e Hüerefreud!»
Auch Züri West wurde zum doppelten Preisträger (Best Live Act National, Best Album Rock/Pop National), ebenso der aus Schottland eingeflogene Stargast Amy Macdonald (Best Album Rock/Pop International, Best Song International für «This Is the Life»), die sich mit robustem schottischem Akzent bedankte und zum Schluss der Show erst noch einen Hit zum Besten gab.
Ausser Leona Lewis (Best Newcomer International) und DJ Antoine (Best Album Dance National), der blöderweise gerade im fernen Las Vegas auflegen musste, waren auch alle da. Und die weiteren Live-Acts – Silbermond, Seven, Ritschi, Nek und Lovebugs – schmissen sich auch ohne Pflastersteine mit Herzblut und Feuereifer in ihre Auftritte.
Hiphopper Sido (Best Album Urban International), der Ranschleimer, kam übrigens in einer roten Trainerjacke, auf der «Zurich» stand. National schliesslich ging an Bligg für sein Album «0816».
Geld für diesen auf von der Media Control erhobenen Verkaufszahlen, einer Experten-Academy und einem grossen Publikumsvoting beruhenden Preis gab es wie letztes Jahr keins. Dafür viel Liebe und Applaus, einen Apéro davor, eine Party danach – und immer sehr viel Alkohol. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 19.02.2009, 23:50 Uhr







Paul Daniels
Die grosse Abräumerin ist also Stefanie Heinzmann, Gewinnerin einer deutschen Casting-Show-Persiflage von Stefan Raab. Mehr muss man wohl nicht zum Thema Swiss Music Awards sagen. Antworten