The Prodigy setzten Maag Event Hall unter Feuer
Von Nick Joyce. Aktualisiert am 11.03.2009 2 Kommentare
Die Eckdaten sind dieselben wie vor fünf Jahren, als die britische Elektronik-Band The Prodigy zum letzten Mal in Zürich auftrat: eine weit im Voraus ausverkaufte Maag Eventhall und ein vorwiegend junges Publikum, das sich auf ein aufreibendes Konzert mit vielen Tanzgelegenheiten freut. Allerdings erfüllt der Auftritt diesen Montagabend die hohen Erwartungen und macht das enttäuschende Gastspiel von 2004 vergessen.
Rückkehr zu ratternden Beats
Man erinnert sich: Für das damals aktuelle Album «Always Outnumbered, Never Outgunned» konnte sich niemand so recht begeistern, weil Chefprogrammierer Liam Howlett im Zuge einer musikalischen Weiterentwicklung viele Kernelemente seines Sounds entfernt hatte. Das jüngst erschienene «Invaders Must Die» ist hingegen eine wie für die Konzertbühne konzipierte Rückkehr zu ratternden Beats, geschrienen Endzeit-Parolen und futuristischen Klangkulissen.
Anders als auf Tonträger wirken die neuen Stücke aber nicht wie Überarbeitungen altbekannter Quellencodes, live fügen sie sich nahtlos ins klassische Repertoire von The Prodigy ein. Der orkanartige Saalmix, die überdimensionierte Lightshow und die gebellten Animationen der MC’s Keith Flint und Maxim Reality tun das Übrige, um für energetische Kontinuität zu sorgen.
Musikalisches Säbelrasseln
Und wenn der Auftritt kurz in die Beliebigkeit abgleitet, holt das um einen Schlagzeuger und einen Gitarristen erweiterte Trio sein musikalisches Säbelrasseln rasch wieder in die Bedrohlichkeit zurück.
Überraschend franst etwa auch The Prodigys grösster Hit «Firestarter» aus. Er mutiert aber schnell zu einem PunkGewitter voller verblüffender Wendungen und Brüche: So viel Spontaneität hätte man bei dieser durchprogrammierten Musik nicht für möglich gehalten. Die Eckdaten mögen vielleicht dieselben gewesen sein wie vor fünf Jahren, aber 2009 sind The Prodigy weitaus fesselnder als damals. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 11.03.2009, 11:58 Uhr
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Dino Ciccone
@ Matthias Stalder: es heisst ja auch "zum letzten Mal in Zürich", nicht "zum letzten Mal in der Schweiz" Antworten