Kultur

«Yoko Ono hat jedes Barthaar genauestens kontrolliert»

Aktualisiert am 25.09.2009

Der Schweizer Regisseur Marcel Langenegger liess in einem US-Werbespot die Beatles auferstehen. Dafür durfte er ins Beatles-Archiv in London – und wurde von Yoko Ono überwacht.

Lächeln für die Generation Videogame: John Lennon im Werbespot des Schweizer Regisseurs Marcel Langenegger.

<b>Marcel Langenegger,</b> 41, aus Rebstein SG, lebt mit seiner Familie in Los Angeles. Der Rheintaler Regisseur dreht Werbe- und Spielfilme. Im vergangenen Jahr erschien sein Erstling «Deception» mit Hugh Jackman, Ewan McGregor und Charlotte Rampling.

Marcel Langenegger, 41, aus Rebstein SG, lebt mit seiner Familie in Los Angeles. Der Rheintaler Regisseur dreht Werbe- und Spielfilme. Im vergangenen Jahr erschien sein Erstling «Deception» mit Hugh Jackman, Ewan McGregor und Charlotte Rampling.

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«Rockband: The Beatles» ist ein Videogame aus der erfolgreichen Reihe «Rockband». Die Spieler spielen und singen Songs an Plastik-Gitarren, -Schlagzeug und -Mikrofon nach. Trifft man die über den Monitor rauschenden Sound-Markierungen und Lied-Silben richtig, gibt es Punkte.

Amerikanische TV-Zuschauer staunen nicht schlecht. Seit ein paar Wochen spazieren die Beatles am Fernsehen über den legendären Zebrastreifen der Abbey Road. Im Hier und jetzt, gefolgt von Dutzenden Fans. Ein bärtiger John Lennon lächelt in die Kamera, George Harrison bekommt von einem Mädchen eine Gitarre geschenkt.

Möglich gemacht hat das der Schweizer Marcel Langenegger. Der in Los Angeles lebende Regisseur hat die Fab Four für einen Werbespot des Videogames «Rockband: The Beatles» auferstehen lassen. Um den Job möglichst authentisch zu vollbringen, wurde Langenegger nach London ins Beatles-Archiv geflogen. Dort wurden ihm unveröffentlichte Aufnahmen der Band zur Verfügung gestellt. «Ich hatte das Gefühl, den heiligen Gral der Musik zu sehen», so der Schweizer gegenüber dem «St. Galler Tagblatt». Eine weitere Ehre erwies ihm Giles Martin, der Sohn von Beatles-Produzent George Martin. Mit ihm arbeitete Langenegger an den Songs, die er für seinen Clip verwendete.

20 Stunden Rohmaterial

Konkret handelte es sich bei den Filmrollen um Material, das entdeckt wurde, als 1995 die Dokumentarserie «The Beatles Anthology» gedreht wurde. Langenegger durfte 20 Stunden davon sichten. Danach übernahm er einzelne Aufnahmen der Bandmitglieder und fügte sie in seinen Clip ein. Das ging allerdings nicht ohne das Einverständins der noch lebenden Beatles, respektive der Beatles-Witwen: «Yoko Ono und Olivia Harrison haben jedes Barthaar genauestens kontrolliert», so Langenegger. (phz)

Erstellt: 25.09.2009, 11:37 Uhr

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