Der Weltrekorder

Die Schweiz wartet auf das neue Album von Jeans for Jesus. Hier stellt die Berner Band den ersten Videoclip vor – exklusiv.

Hol alles aus dir heraus: «Dr letscht Popsong (Gäubi Taxis im Sand)» von Jeans for Jesus.


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Der Winter war gross, aber warte nur, bald trimmst dich auch du. So oder ähnlich haben es schon die alten Dichter beschrieben, und daran erinnern uns Jeans for Jesus in ihrem Videoclip zu «Dr letscht Popsong (Gäubi Taxis im Sand)». Gut gemeisselte Bodys performen da unter der Regie von Anja Schori und Roman Hodel auf dem Rennrad, am Tennisracket und auf der Schwimmbahn. Dazu erklingt ein todschicker, virtuos zugeschnittener Elektropop, wie man ihn von dieser Band nicht anders erwartet. Das ist internationaler State of the Art. Oder wäre es, wenn da nur dem Sänger nicht die Karriere durcheinandergeriete: Die Performance groundet im Berner Idiom, irgendwer kommt mit «Ching» (Kindern) an, und irgendwo läuft immer «Dylan» (Dylan, Bob).

«Dr letscht Popsong (Gäubi Taxis im Sand)» ist die erste Single von «PRO», dem neuen Album von Jeans for Jesus, das Ende März erscheint. Die Platte hat nicht weniger als 18 Songs und ist, so viel darf man schon verraten, ein Hauptwerk des Berner Mundartpop, das man in Zukunft neben Platten wie «Füüf Narre im Charre» (Rumpelstilz), «Arturo Bandini» (Züri West), «Moudi» (Stiller Has) oder «Sunne» (Kutti MC) einordnen wird.

Die Welt bleibt klein

Jeans for Jesus haben dem Mundartpop zu einem Quantensprung verholfen, und das schon mit ihrem unbetitelten Debütalbum, das vor drei Jahren erschienen ist. In Liedern wie «Estavayeah» oder «L.A.» fanden sie einen tänzerischen, clubbigen Ausdruck für das gute, alte Berner Fernweh, das eigentlich ein Heimweh ist; hier spielte, wie diese Website damals festhielt, «schnieke Computermusik anstatt Gitarren aus dem Musikhaus Kunz und Iseli». Der Berner Rock hatte an der Welt gerochen und dann doch festgestellt: «Baby, das isch aues z chly für das, wo mer wei.»

Und jetzt also dieser allerletzte Popsong, der den Faden aufnimmt und durch Träume blättert wie durch einen Ikea-Katalog. Die Band! Ein Kind! Endlich mal «Tolstoi u Shit» lesen! New York! Palmen am Strand! Und weil das ja alles gar nicht mehr handhabbar ist, stranden die gelben Taxis eben traurig im Sand. Die Welt bleibt klein, aber auf der Schwimmbahn und im Tenniscourt warten noch neue Horizonte und Rekorde. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.02.2017, 13:02 Uhr

Jeans for Jesus sind Michael Egger, Philippe Gertsch, Demian Jakob und Marcel Kägi. Ihr neues Album «PRO» erscheint am 31. März (Universal). (Bild: Walter Pfeiffer)

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