Auch Marcel Ospel liess sich von Anna Netrebko betören
Von Anna Kardos und Edgar Schuler. Aktualisiert am 23.04.2009 5 Kommentare
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Ausführliche Kritik morgen auf Tagesanzeiger.ch/Newsnet.
Darauf freute sich selbst die Opernkritikerin der NZZ wie auf Weihnachten: «Noch vier Mal schlafen» rechnete sie ihren Lesern vor. Über 5200 Opernfans hatten Karten bestellt, um die russische Sopranistin Anna Netrebko zum ersten Mal im Opernhaus Zürich singen zu sehen. 3000 von ihnen gingen leer aus: Die Karten für Giuseppe Verdis «Traviata» waren vom Fleck weg ausverkauft. Gestern war die erste von drei Vorstellungen im Opernhaus. Und haben sich die Galapreise von bis zu 380 Franken pro Platz gelohnt?
Als schwindsüchtige Kurtisane Violetta Valéry war Netrebko erstaunlich undivenhaft, eher einfaches Mädchen als extravagante Lebefrau. Sie sang mit überraschender Innerlichkeit, makelloser Technik und wunderbar warmem Timbre. Die Diva feierte überhaupt nicht sich selber als Star, sondern passte sich ins Ensemble ein, gerade auch bei den Duetten mit Piotr Beczala als Alfredo. Das Publikum dankte es dem 37-jährigen Star vor der Pause mit überaus herzlichem Applaus - aber nicht mit frenetischen Beifallsstürmen und überzogenen «Bravos!». Zu sehr hatten sich die Zuschauer von Netrebko, dem Ensemble und dem Orchester unter Marco Armiliato ins Schicksal Violettas hineinziehen lassen.
Prominente im Publikum
Das Publikum war nach den Worten von Opern-Habituée Hildegard Schwaninger nicht das übliche Opernpublikum, sondern eine Mischung «aus den üblichen Premieren- und Opernball-Gästen.» Karl Scheuble, millionenschwerer Senior-Chef des Schmuckhauses Chopard und Sponsor des Abends, war aus Genf angereist und lud nach der Aufführung zum Cocktail mit Netrebko, die sonst während ihres Zürcher Aufenthalts von Opern-Intendant Alexander Pereira abgeschottet wird wie das Gold in Fort Knox (fotografieren nicht erlaubt). Unternehmer Beat Curti liess sich den Abend ausserhalb seines Abonnements nicht entgehen. Finanzdirektorin Ursula Gut belegte die Regierungsloge, aber der Stadtzürcher Polizeichef Philipp Hotzenköcherle hatte Billette in der teuersten Kategorie ergattern müssen. Und eilenden Schrittes, aber offenbar glänzend gelaunt, war Ex-UBS-Chef Marcel Ospel durch die Eingangstür marschiert. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 23.04.2009, 08:20 Uhr
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5 Kommentare
Man stelle sich vor die Diva hätte als Zugabe, exclusiv für das zürcher Publikum folgende Arie auf Aramäisch gesungen. Ihr habt betrogen, gelogen und abgezockt. Die Gier nach Geld hat euch verlockt. Die anwesenden "GROESSEN" hätten ihr grührt mit Tränen in den Augen eine Standing ovation für die fantastische Zugabe gemacht. Der beste Operngucker hilft nichts gegen menschliche Kurzsichtigkeit. Antworten
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