Kultur

Georg Kreisler ist tot

Aktualisiert am 23.11.2011 9 Kommentare

Der Wiener Kabarettist und Sänger Georg Kreisler ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Mit ihm verliert die Welt einen Meister des schwarzen Humors.

1/3 Legende des Zynismus: Georg Kreisler.

   

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Sein bekanntestes Stück: «Tauben vergiften im Park».

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Der Chansonnier und Kabarettist Georg Kreisler ist übereinstimmenden Medienberichten zufolge tot. Er starb heute nach einer schweren Infektion im Alter von 89 Jahren in Salzburg, wie das «Hamburger Abendblatt» unter Berufung auf seine Frau Barbara berichtete. Auch die «Salzburger Nachrichten» vermeldeten in ihrer Online-Ausgabe den Tod des Künstlers, der vor allem in den 1970er Jahren hohe Popularität als Sänger erlangte und mit dem Lied «Tauben vergiften im Park» berühmt wurde.

Kreisler kam 1922 in Wien als Sohn eines jüdischen Rechtsanwalts zur Welt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte er 1938 mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten und erhielt fünf Jahre später die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Zynisch-provokanter Humor Wiener Prägung

Neben seiner späteren Karriere als Kabarettist und Chansonnier wies Kreisler auch als Autor und gelegentlich als Dirigent seine Vielseitigkeit nach. Für das Musiktheater schrieb er eigene dramatische Texte und stand bei verschiedenen Festspielen am Pult.

Mit seinem zynisch-provokanten Humor Wiener Prägung begeisterte Kreisler die Kritiker, wurde aber auch oft boykottiert und zensiert. Als seine Texte Ende der 1960er Jahre zunehmend politisch wurden, verlor er den festen Sendeplatz im Fernsehen mit seiner Kabarett-Serie «Die heisse Viertelstunde» und wurde im Radio nur noch selten zu Gehör gebracht.

«Alte böse Lieder»

1975 zog Kreisler nach Berlin, wo er mit seiner neuen Lebenspartnerin Barbara Peters bis 1991 im Theater «Die Wühlmäuse» auftrat. Seit den 1980er Jahren verlegte er sein künstlerisches Wirken auf das Schreiben und veröffentlichte mehrere Romane. Mit Peters, die seine vierte Frau wurde, zog der selbst ernannte «Heimatlose» 1992 nach Basel um, wo er sich unter anderem für eine eigenständige Schweiz und gegen deren EU-Beitritt engagierte.

Seinen ab 1998 mehrfach angekündigten Abschied von der Bühne nahm Kreisler immer wieder zurück und ging stattdessen doch noch einmal mit seinen «alten bösen Liedern» auf Tournee. Als er im März 2010 mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, lobte die Jury, Kreislers «wissender Spott, sein scharfer Blick auf die Zeit, sein satirisches Vermögen» seien bemerkenswert.

(kle/mrs/dapd)

Erstellt: 22.11.2011, 22:26 Uhr

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9 Kommentare

Matthias Scheller

23.11.2011, 10:34 Uhr
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Kreisler als Österreichischen Komiker zu bezeichnen ist auch ein Witz...
Per offenem Brief verbat er sich vor seinem 75. Geburtstag Gratulationen von Seiten des Staates Österreich, „weil sich die Republik Österreich in den über vierzig Jahren, seit ich nach Europa zurückgekehrt bin, noch nie um mich geschert hat.“
Antworten


Samuel Bendicht

22.11.2011, 23:19 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Vielen Dank für all die wunderbaren schwarzen Lieder, voll beissendem Sarkasmus und gemischt mit ihrem Wiener Schmäh ... -Einfach nur, ... vielen Danke! Antworten




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