Höchste Theater-Auszeichnung für Daniele Finzi Pasca
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Der 47-jährige Autor, Regisseur, Clown, Choreograph und Theatergründer, der unter anderem die Abschlussfeier der Winterolympiade in Turin gestaltete, setze sich mit seinen universalen Darbietungen, welche die menschliche Seele unmittelbar ansprechen, international durch, heisst es in der Jurybegründung.
«Sein Theater durchdringt Emotionen und löst Ergriffenheit aus, es arbeitet mit der Nostalgie und mit dem Bedürfnis nach Zärtlichkeit. So erweckt er die Verzauberung des Kindes, das immer noch in uns steckt, zu neuem Leben».
«Theater der Zärtlichkeit»
Daniele Finzi Pasca wurde 1964 in Lugano in eine Familie von Fotografen geboren. Durch seine Gymnastikstunden kam er zum Zirkus. Erste Erfahrungen als akrobatischer Clown sammelte er beim Zirkus Nock. Finzi Pasca entwickelte eine eigene Figur aus den traditionellen Elementen.
1983 arbeitete er als Freiwilliger für unheilbar Kranke in Indien. Nach seiner Rückkehr gründete er in Lugano mit seinem Bruder Marco und der Musikerin und Choreografin Maria Bonzanigo das Teatro Sunil. Zusammen mit ihnen arbeitete er eine Vision der Clownerie, des Tanzes, des Spiels und der Theatertechnik aus, die sie «Theater der Zärtlichkeit» nennen.
Während einer Haftstrafe wegen Wehrdienstverweigerung vollendete Finzi Pasca sein Stück «Icaro» das 1991 zum ersten Mal aufgeführt wurde. Der Autor selbst spielte die Hauptfigur, die den Stil des Teatro Sunil prägte. Das Stück wurde bisher mehr als 700 Male in sechs Sprachen aufgeführt und von über 100'000 Zuschauern gesehen.
Zirkus-Poesie für Massen
Neben Darbietungen mit dem Teatro Sunil und dem 1989 in Brescia gegründeten Teatro Blu kreiierte Finzi Pasca ab 2000 einen ganzen Zyklus an grossen und spektakulären Zirkus-Theater-Produktionen. Zu diesen Produktionen gehört auch «Rain» (2003), das Finzi Pasca eine Nominierung als bester Regisseur beim Drama Desk Award in New York einbrachte und über 1000 Mal aufgeführt wurde.
2005 schrieb und leitete Finzi Pasca «Corteo» für den Cirque du Soleil. Im darauffolgenden Jahr wirkte er als Autor und Regisseur derAbschlusszeremonie der Winterolympiade in Turin.
Mit seinem festen Team erarbeitete er überdies Operninszenierungen. Seine Version von Verdis «Aida» im Mariinsky- Theater von St. Petersburg wurde 2011 in den Kategorien beste Regie und beste in Russland aufgeführte lyrische Oper nominiert. Im selben Jahr gründete er die Compagnia Finzi Pasca. (omue/sda)
Erstellt: 13.02.2012, 12:04 Uhr
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