Kultur

«Pension Fritzl»: Inzest-Drama wird zur Soap

Aktualisiert am 13.01.2009 2 Kommentare

Im Frühling muss Inzest-Monster Josef Fritzl vor Gericht. Noch vorher wird man seine Geschichte als «Keller-Soap» verfolgen können. Österreichs politische Rechte ist entsetzt.

«Pension Fritzl»: Szene aus dem umstrittenen Theaterstück.

«Pension Fritzl»: Szene aus dem umstrittenen Theaterstück.

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Er stand noch nicht einmal vor Gericht, doch schon kommen seine Taten auf die Bühne: Mit seiner als «Keller-Soap» beschriebenen Satire «Pension Fritzl» will der Wiener Theatermacher Hubsi Kramar den Inzesttäter von Amstetten, Josef Fritzl, aufs Korn nehmen. Fritzl hatte seine Tochter 24 Jahre im niederösterreichischen Amstetten in einen Keller gesperrt, sie dort immer wieder vergewaltigt und dabei sieben Kinder gezeugt.

Doch nicht nur der geständige Inzest-Täter selbst soll Ziel der Satire werden. Regisseur Kramar verspricht im Untertitel des Stücks «Im Keller unterm Teppich, tiefer geht's nicht mehr. Einfach Nieder-Österreich» eine bissige Abrechnung mit der österreichischen Gesellschaft und ein Wiedersehen mit den «bekanntesten und beliebtesten Österreichern». Weitere Einzelheiten über die makabre Seifenoper gab das Theater ebenso wenig bekannt, wie den Autor des Stücks.

Empörung im rechten Lager

Als einen «unglaublichen Skandal der nach harten Konsequenzen ruft» nannte der rechtsorientierte Landtagsabgeordnete und Kultursprecher der FPÖ-Wien, Gerald Ebinger, das Vorhaben des Künstlers. «Kramar», so der Abgeordnete, «möchte durch sein unappetitliches Schauspiel nicht nur die Amstettnerinnen und Amstettner verunsichern und verärgern, sondern hat zeitgleich offenbar vor, dem österreichischen Volk einen unbeschreiblich grossen Schaden im Ausland zuzufügen», schreibt er in einer Pressemitteilung. Ebinger will die Schliessung des Theaters erwirken. (phz)

Erstellt: 13.01.2009, 15:29 Uhr

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2 Kommentare

Heiner Kluge

13.01.2009, 17:16 Uhr
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Die Reaktionen von rechts sind immer die gleichen. Statt sich fragen, warum solche Fritzl-Geschichten überhaupt entstehen können, werden wieder die doch gar nicht soo bedeutenden Kulturleute angegriffen. Die es natürlich danken! Antworten


willi hugentobler

14.01.2009, 01:19 Uhr
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es ist keine Frage von Rechts oder Links, es ist auch eine Frage des Anstandes und Moral. Es muss und darf nicht alles gemacht werden, es sind auch ethische Standpunkte, die da zählen. Aber was zählt denn heute überhaupt noch auf dieser Welt.... Zerstören wir sie und bauen uns eine Neue.... Antworten




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