«Wilder als alles, was SRF heute zeigt»

Dominic Deville folgt auf «Giacobbo/Müller». In den USA war er schon mal gross im TV – als böser Clown.

Energische Kindergartengeschichte: Deville in «Comedy aus dem Labor».


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In jedem Kind lebt ein Monster. Diese Erkenntnis machte Dominic Deville zum mittelbekannten – nicht «Comedian», nicht «Satiriker» – sondern «Unterhalter», wie sich Deville nennt. In seinen Bühnenprogrammen beackert der gebürtige Münchner seine Erlebnisse als praktizierender Kindergärtner. Komödiantisch sozialisiert wurde Deville mit Schallplatten von Emil Steinberger und Otto Waalkes; Gerhard Polt und Monty Python gefallen ihm noch immer; seine neusten Helden heissen Nico Semsrott und Serdar Somuncu, der jüngst mit der «Arschblocher»-Kontroverse für Aufsehen gesorgt hat.

Nun macht Deville den nächsten Karriereschritt. Das SRF überträgt ihm eine eigene Show: 30 Minuten, wohl direkt nach der «Arena». Devilles Engagement ging mit dem Ende von «Giacobbo/Müller» einher. «Ich weiss auch erst seit gestern, dass ich die Show bekomme», sagt Deville zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Vor zwei Jahren hat er das Konzept für «Deville» vorgestellt, seither war das Projekt in der Schwebe.

Böser Geburtstagsclown

«Wilder, ungemütlicher, unberechenbarer als alles, was SRF heute zeigt» werde die Sendung, verspricht der 41-jährige, in Zürich wohnende Kleinkünstler. Als Sidekick wählte Deville den Kabarettisten und Liedermacher Manuel Stahlberger. «Er denkt komplett anders als ich. Gerade deshalb wählte ich ihn aus.»

Fernseherfahrung hat Deville abgesehen von einigen Gastauftritten nicht. Seine 15 Minuten TV-Ruhm hat er dennoch bereits verbucht: Vor fünf Jahren wurde sein Name in den US-News kolportiert. Deville verfolge als grässlicher Clown gegen Bezahlung Geburtstagskinder, so die Meldung. Was allerdings nicht stimmte: Deville verfolgte nur Erwachsene. 2010 stellte er das Angebot «Evil Birthday Clown» bereits wieder ein.

Diskussion um Deville: Ausschnitt aus einer ABC-Show.

Imitationen bekannter Politiker in der Manier von Müller oder Giacobbo sind von Deville nicht zu erwarten. «Ich möchte nicht mal zum Spass in der Haut eines Politikers stecken.» Ohnehin werde man weniger Politiker einladen als «Giacobbo/Müller». Dafür «mehr wirklich interessante Menschen» – womit Deville vor allem Künstler meint.

Wunschgast Erich von Däniken

Devilles Wunschgast ist Erich von Däniken. «Wir wollen diesen Mann. Unbedingt! Und wenn wir ihn von Aliens entführen lassen müssen.» Der Science-Fiction-Pate stehe für alles, was einen guten Talkshow-Gast auszeichne: «Er ist ein grossartiger Erzähler, hat eine spektakuläre Biografie, ist in der Schweiz verwurzelt und zugleich weltgewandt – und man weiss nie recht, ob er genial oder wahnsinnig ist.»

Seine Arbeit als Kindergärtner, die er vor drei Jahren beendet hat, komme ihm nun zugute, glaubt Deville. Kindergärtner und TV-Zuschauer hätten etwa eine gleich kurze Aufmerksamkeitsspanne. Was er allerdings noch lernen müsse, sei das Reden zur Kamera; diesbezüglich fühle er sich noch etwas unsicher. Eine Hilfsmassnahme hat Deville bereits getroffen: «Ich habe einen Kameramann für die Sendung engagiert, der mir sehr sympathisch ist.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 21.01.2016, 15:39 Uhr)

Dominic Deville (41) moderiert ab 1. April die Late-Night-Talkshow «Deville» auf SRF1. (Bild: SRF)

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