«Aspirin ist mein Gemüse»

Von Simone Meier. Aktualisiert am 17.04.2009 2 Kommentare

Im Zürcher Theater am Hechtplatz sorgte die neue Show der Geschwister Pfister für das erwartete Gelächter – und stürmischen Applaus.

In Berlin bekannter als in der Schweizer Heimat: Die Geschwister Pfister.

zVg

Geschwister Pfister

«Die Geschwister Pfister in ‹The Clinic›», bis 19. April im Theater am Hechtplatz, Zürich.

Tourneeplan:
www.geschwister-pfister.de

Es ist ja mit den Geschwistern Pfister, die es seit bald 20 Jahren gibt, die von einem eigens für sie geschaffenen Planeten der Überdrehtheit zu kommen scheinen und die mit jedem Programm noch besser aussehen und klingen, immer wieder eine helle Freude. Und ganz besonders erfreulich ist es jetzt in ihrem neuen Programm «Die Geschwister Pfister in ‹The Clinic›», dass Toni (Tobias Bonn), der sonst immer etwas oberförsterhaft steif daherkam, jetzt als agiler, aschblondmähniger Guru auf Sandalen wiedergeboren wurde. Toni ist nämlich in der drei Jahre alten Klinik der Geschwister der Bereichsleiter «Finanzen und Spiritualität».

Ein bisschen besser singen als sein Bruder Ursli (Christoph Marti), diese böseste und eitelste Paillette des deutschsprachigen Showbiz, konnte Toni schon immer, und jetzt klaut er dem Ursli - zuständig für «Hygiene und Pharmazie», also Drogen - auch noch fast den Sexappeal. Aber nur fast. Und dann ist da wie immer Tonis umwerfende Gattin, das Fräulein Schneider (Andreja Schneider), «Leiterin der psychologischen Abteilung»: in ihrem bulgarisch-deutschen Kauderwelsch und mit rabiaten Domina-Methoden bringt sie die prominenten Patienten der Pfister-Klinik zur Besinnung.

Prinzessin Ursli

Das ist die Rahmenhandlung, sie ist wie immer sehr lustig, aber auch egal, denn schliesslich geht es bei dem Trio - einmal mehr begleitet von der Jo Roloff Band - vor allem um sich selbst, um die verblüffend präzisen Gesangsnummern zwischen alten Schlagern und den Eurythmics, um die Kostüme, die Tanz- und Travestiekunst, die derbe Schwärze des Fräulein Schneider, die glitzrig pieksenden Szene-Scherze von Ursli, etwa, wenn aus homöopathisch «homopathetisch» wird, die ernsthafte Dandy-Mentalität von Toni.

So liebenswert ranschmeisserisch der erste Teil ihrer neuen Show ist, so definitiv «over the top» ist dann der zweite: In einem Maskenball mit dem Thema «Räuber» erscheinen das Fräulein als Räuber Hotzenplotz («Ich bin der Räuber Hotznplotz und hab in jeder Fotzn Plotz»), der Toni als Panzerknacker, beide fast unbeweglich monströs, und dann kommt Prinzessin Ursli - als betörende Marie Antoinette mit Reifrock und Puderperücke, weil er natürlich das Motto falsch verstanden hat. Es wird sehr ausgiebig gestrippt, aus Ursli und dem Fräulein («Aspirin ist mein Gemüse») werden erotische Katzen und aus Toni ein Pudel, im Kamin dreht ein achtbeiniges bulgarisches Spinnenschwein am Spiess - acht Beine hat es, weil ihm Tschernobyl in die Quere gekommen ist. Und schon sind zwei Stunden vorbei, der Applaus fegt wie ein Sturm durchs Theater, und es war, wie erwartet, wieder einmal ausgezeichnet. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.04.2009, 08:11 Uhr

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2 Kommentare

Lukas Frey

17.04.2009, 12:26 Uhr
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Wir haben die Vorstellung vom 17.4.2009 besucht: Wie immer bei den Pisters waren die Erwartungen hoch, wie immer wurden sie bei weitem übertroffen. Für mich das wohl beste Pfisters-Programm seit der Geburt von Toni, Ursli und Fräulein, jetzt Frau Schneider. Es wird ausgiebigst gesungen und getanzt, besser geht es nicht mehr (oder doch bei der nächsten Show?). Wer das verpasst, ist selber schuld. Antworten


Jörg Bissegger

17.04.2009, 23:42 Uhr
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...Unterhaltung vom Feinsten! Wir haben uns glänzend amüsiert und ich Tränen gelacht - fast schon anstrengend. Wäre ich nicht schon in festen Händen, würde ich alles dran setzen, mir das Fräulien Schneider unter den Nagel zu reissen. Kurz: Ich lüüüüübe Sie!!!!!! Antworten



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