Leben

Die ersten Tage an der Uni

Von Von Mirjam Fuchs. Aktualisiert am 19.09.2011

Heute gehts los: Tausende von Erstsemestrigen beginnen ihr Studium an verschiedenen Universitäten des Landes. Hier einige Einstiegshilfen für den erfolgreichen Start in eine lange Ausbildung.

Willkommen an der Uni: Reger Betrieb herrschte an der Uni Zürich bereits letzte Woche am Erstsemestrigentag für Geisteswissenschafter.

Willkommen an der Uni: Reger Betrieb herrschte an der Uni Zürich bereits letzte Woche am Erstsemestrigentag für Geisteswissenschafter.
Bild: Beat Marti

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Wie Sardinen in der Büchse quetschen sich die Studierenden in die roten Kabinen der Zürcher Polybahn. Besonders dicht ist das Gedränge zu Semesterbeginn, denn die Fahrt auf den Berg ist Pflicht für jeden Uni-Neuling. Auch der anschliessende Spaziergang über die Polyterrasse zum Hauptgebäude stimmt ein aufs Studium. Dabei lohnt es sich, früh dran zu sein, denn die Raumsuche auf dem riesigen Campus ist für unkundige Erstsemestrige eine Herausforderung.

«An meinem ersten Tag war ich eine Stunde früher da. Ich hatte Panik, den Vorlesungssaal nicht zu finden», erklärt Franziska Wiesner (24). Die Publizistikstudentin hatte sich den Uni-Grundriss zuvor zwar gut eingeprägt, aber sie wollte auf Nummer sicher gehen. Das war schlau, denn in so überlaufenen Fächern wie in Wiesners Nebenfach Betriebswirtschaftslehre (BWL) sieht nur ein Teil der Studierenden den Professor live vor sich. Wer später kommt, muss mit einer Videoübertragung in einem anderen Saal vorliebnehmen.

Kontakte knüpfen

Die grosse Anzahl Mitstudierender ist für Erstsemestrige überwältigend. «Financial Accounting fand in einem monströsen Hörsaal mit 1200 anderen Wirtschaftsstudierenden statt. Plötzlich waren in einer einzigen Vorlesung doppelt so viele Studenten wie zuvor Schüler an meiner ganzen Kanti», erzählt Wiesner, die gerade ihren Bachelor abgeschlossen hat. Sie rät Erstsemestrigen, die beliebte Fächer wie Jus oder BWL studieren, mindestens eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung da zu sein. «So lässt sich nicht nur ein guter Platz ergattern, es bleibt auch Zeit für einen Schwatz mit dem Banknachbarn.» Und manchmal, so Wiesner, würden sich daraus nette Bekanntschaften für ein Zmittag in der Mensa ergeben.

Solch gezieltes Kontakteknüpfen, neudeutsch auch «Socializen», gilt als Schlüssel zu einem erfolgreichen Studium. Denn ein gutes soziales Netzwerk an der Uni erleichtert das Studentenleben nicht nur, weil befreundete Kommilitonen einen die Notizen von verpassten Vorlesungen abschreiben lassen. Die Mitstudierenden besser kennenzulernen lohnt sich vor allem, weil trockene Materie oft erst durch Diskussionen verständlich wird und sich knifflige Fälle oft besser im Team lösen lassen. Auch das Büffeln in der Prüfungsvorbereitung macht mehr Spass, wenn die Lerngruppe aus Leuten besteht, die einem entsprechen. Strategisches Socializen empfiehlt sich besonders am Anfang des Studiums, bevor sich die ersten Grüppchen gebildet haben. Erfahrungsgemäss werden die Bekanntschaften der ersten Tage bis ans Ende des Studiums halten.

Möglichst viel Präsenz

Noch besser ist, wenn jemand aus dem Bekanntenkreis mit demselben Studienfach beginnt. Zu ihrer ersten Germanistikvorlesung ging die 21-jährige Lara Kleiner (Name geändert) deshalb mit einer Freundin aus dem Gymi. «Ich war am ersten Tag nicht nervös, eher gespannt. Mit dem Uni-Gebäude war ich bereits vertraut, da ich schon ein Jahr lang Sportkurse im ASVZ besucht hatte», erzählt Kleiner.

Die Studentin im 5. Semester schätzt an der Germanistik, dass die meisten Veranstaltungen in kleinen Gruppen stattfinden und dass am Deutschen Seminar alle per Du sind. Laut Kleiner lassen die Dozierenden auch mit sich reden, wenn ein Kurs bereits ausgebucht ist. Sie empfiehlt Uni-Neulingen, zu Beginn des Semesters möglichst viele Veranstaltungen zu besuchen: «Bloss sich nicht einschüchtern lassen von der empfohlenen Abfolge der Kurse. Besser das ganze Vorlesungsverzeichnis durchsehen und besuchen, was einen interessiert.» Nur so, meint Kleiner, werde die Begeisterung fürs Fach nicht durch ätzende Pflichtübungen im Keim erstickt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.09.2011, 08:39 Uhr

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