Hund Simba erfreut Schüler in Buchs

Das wünschten sich wohl alle Kinder: Einen Vierbeiner im Klassenzimmer. Was hinter Simbas Einsatz in der Gysimatte steckt.

Herzensbrecher und Motivator: Wie Schulhund Simba im Unterricht mithilft.

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Mit dem Glockenschlag setzt sich Schulhund Simba gespannt vor die Klassentür und wedelt mit dem Schwanz. Es ist Dienstagmorgen, der Vierbeiner wartet auf die Schüler der Kleinklasse an der Schule Gysimatte in Buchs (AG). Als die 12- und 13-jährigen Buben und Mädchen ihr Klassenzimmer betreten und Simba begrüssen, entfährt ihm ein freudiges Winseln.

Simba ist nicht irgendein Hund, er ist ein ausgebildeter Schulhund, der einen Tag pro Woche zum Einsatz kommt. Simbas Herrchen, Klassenlehrer und Heilpädagoge Mathias Bosslet, integriert seinen Labradoodle in den Schulalltag. Sein Vierbeiner ist seit drei Jahren im Einsatz. «Er hat einen sehr positiven Effekt auf die Klasse: Die Kinder sind motivierter und kommen gerne zur Schule.»

Rund 80 Schulhunde in der Schweiz

Auf den Hund kam Bosslet durch Medienberichte aus Deutschland. Dort sind mittlerweile über 1000 Schulhunde im Einsatz. In der Schweiz ist die Zahl vergleichsweise klein, wächst aber kontinuierlich: «Es sind rund 150 Mitglieder im Verein Schulhunde Schweiz, davon 80 Aktive», sagt Bosslet, «ich vermute aber, dass es noch mehr Schulhunde gibt.»

Damit ein Hund zum Schultier wird, muss er eine Ausbildung durchlaufen und einen Test beim Verhaltenspsychologen absolvieren. Zeigt der Hund zum Beispiel Anzeichen von aggressivem Verhalten, ist er nicht für das Schulzimmer geeignet. War der Test erfolgreich, muss der Hundehalter danach Bewilligungen von Schulpflege, Schulleitung und Eltern einholen.

«Assis et fini»

In der Kleinklasse an der Schule Gysimatte gelten ganz bestimmte Regeln im Umgang mit Simba. So achtet ein Kind darauf, dass der Hund nichts vom Boden frisst, ein anderes sorgt für Wasser. Alle zusammen sollen sie sich leise verhalten und dem Hund Ruhezeiten gönnen, wenn er sich auf seiner Matte zurückgezogen hat.

Während der Schulzeit müssen die Kinder mit Simba französisch reden. Die häufigsten Befehle sind «assis!» und «fini!» (sitz und fertig).

Bosslet schätzt die Unterstützung von seinem Vierbeiner: «Simba leistet Dinge, die ich als Lehrperson so nicht leisten kann: Er ist Motivator und er ist Herzensbrecher.»

Wie Labradoodle Simba beim Unterricht integriert wird, sehen Sie im Video (oben). (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.03.2017, 12:35 Uhr

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