Wie gelingt das Leben?
Stichworte
In einem Alter angekommen, in dem vieles nun nicht mehr möglich ist, beschleicht mich immer mehr das bedrückende Gefühl (m)eines «verpassten» Lebens. Wenn ich darüber nachdenke, kommen mir solche Sachen wie ein «guter» Job oder eine Familie in den Sinn, aber auch etwas Nebliges wie «aus sich» oder aus seinen Anlagen etwas machen (müssen). Wann und wie gelingt denn ein Leben, aber vor allem, wie kommt man dazu, es selber so sehen zu können? C. M.
Einem Schreiner kann eine Kommode gelingen, einer Musikerin eine Improvisation oder einem Schriftsteller ein Buch – so wie einem manches misslingen kann im Leben, kann einem auch mancherlei gelingen. Aber gleich das ganze Leben? Von welcher Warte aus wollte man das beurteilen? Steht man, wenn man sein Leben als gelungen (oder misslungen) beurteilen will, gedanklich nicht schon am eigenen Grab und verfasst seinen eigenen Nachruf ? Was ich damit sagen will: Der Begriff des «gelungenen Lebens» ist mir schlicht zu totalitär. Vieles, wenn nicht das meiste, geschieht zufällig. Der erste Zufall, mit dessen Folgen wir uns aber lebenslänglich auseinandersetzen haben, sind die Umstände, in die wir hineingeboren werden. Was wir gerne als «Entwicklung» betrachten, ist vor allem die Auseinandersetzung mit vielen Zufällen. Man könnte sogar sagen, wenn ein Leben nur noch aus «Entwicklung» – dem Abspulen eines naturwüchsig erscheinenden Programms – zu bestehen scheint, dann ist es Zeit für eine Psychoanalyse, damit es wieder Unvorhergesehenes und Unvorhersehbares geben kann.
Es gibt viele Entscheidungen in einem Leben. Und viele von ihnen trifft man nicht einmal selbst. Manche erscheinen einem im Rückblick gut, manche falsch, etliche irgendetwas dazwischen, an die meisten kann man sich nicht einmal mehr erinnern. Man sollte davon wegkommen, sich das Leben nach dem Modell von Schienen und Weichen vorzustellen. Es ist eher ein ziemliches Kuddelmuddel. Ein Gesamtkunstwerk wird es nur dadurch, dass man die vielen provisorischen Basteleien, aus denen es besteht, schlicht vergisst. Natürlich verpasst man viel; und je älter man wird, desto mehr schwindet die in jüngeren Jahren gehegte Überzeugung, man könne ja noch alles nachholen, weil man ja schliesslich noch das ganze Leben vor sich hat. Die Tatsache fährt einem ein, dass man es immer mehr hinter sich hat. Das ist traurig, manchmal vielleicht sogar ein bisschen befreiend, aber leider auch gewiss wahr.
Erstellt: 30.06.2010, 14:40 Uhr
Leben
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Grandioses Berg-Erleben.
Weltberühmte Berge und 100 Jahre Jungfraubahn: Sommerurlaub vor der schönsten Kulisse der Welt!







