Die besten Wohngemeinden im Wirtschaftsraum Zürich
Von Reto Westermann. Aktualisiert am 29.01.2010 11 Kommentare
Dossier
Artikel zum Thema
Stichworte
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
George Clooney hat – falls er denn wirklich an den Zürichsee zieht – den richtigen Riecher: Das von ihm favorisierte Rüschlikon gehört im Grossraum Zürich zu den Top-Ten-Gemeinden (siehe Tabelle). Das zeigt das aktuelle Gesamtrating für die 293 Gemeinden im Wirtschaftsraum Zürich, das die Abteilung Immobilien-Research der Zürcher Kantonalbank (ZKB) im Rahmen der dritten Staffel des Regionenratings erstmals für den «Tages-Anzeiger» erstellt hat. Basis für die Rangierung im Gesamtrating sind die Immobilienpreise für typische Miet- und Kaufobjekte in den Gemeinden, die mithilfe eines speziellen (hedonischen) Modells errechnet werden. Das Niveau dieser Preise widerspiegelt die Zahlungsbereitschaft potenzieller Käufer oder Mieter und ist deshalb ein Indikator für die Attraktivität einer Gemeinde.
Flughafen als Motor für Wallisellen
Klarer Spitzenreiter der Rangierung ist Zollikon. Die Gemeinde vereint in den Augen von potenziellen Immobilienkäufern wichtige Eigenschaften: eine gute Lage am See und in nächster Nähe zur Stadt, Grundstücke mit Aussicht am Südhang und einen tiefen Steuerfuss. «Dies allein genügt aber nicht», sagt die Zolliker Gemeindepräsidentin Katharina Kull (FDP), «wer darüber nachdenkt, zu uns zu ziehen, interessiert sich ebenso für das Angebot an Tagesstrukturen, Schulen und die Verkehrsverbindungen.» Trotz sehr hohen Immobilienpreisen und tiefen Steuern ist Zollikon aber keine Schlafgemeinde oder ein Ort nur für Reiche: Zehn Prozent der Wohnungen gehören Wohnbaugenossenschaften, und auf die 12'000 Einwohner kommen 4400 Arbeitsplätze. «Eine gute Durchmischung ist wichtig», sagt Gemeindepräsidentin Kull.
Auch weitere der unter den ersten 50 rangierten Gemeinden liegen am See, wie Küsnacht, Kilchberg oder Freienbach. Doch zu den Besten im Wirtschaftsraum Zürich gehören auch einige typische Agglomerationsgemeinden wie etwa Wallisellen auf Rang 45. «Viele kennen nur das Einkaufszentrum oder die Ansicht von der Strasse aus», sagt Gemeindepräsident Otto Halter (CVP), dabei habe die Gemeinde auch eine sehr dörfliche Seite. Überrascht über den Rang ist er deshalb nicht. Zu bieten hat Wallisellen zudem ein unter Immobilienkäufern besonders gefragtes Gut: Einfamilienhäuser in Stadtnähe. «Derzeit ist in unseren Einfamilienhausquartieren ein Generationenwechsel im Gang», sagt Halter. Auch sonst stimmt das Angebot: Im Osten, Norden und Westen ist die Gemeinde von einem Grüngürtel umschlossen, und die Wege in die Stadt Zürich sind gut und werden bald noch besser: Im Herbst 2010 geht die letzte Etappe der Glattalbahn in Betrieb, die Wallisellen direkt mit Stettbach und dem Flughafen verbinden wird. Der Beliebtheit keinen Abbruch tut auch der Fluglärm: «Wir haben uns damit weitgehend arrangiert», sagt Gemeindepräsident Halter, «und sind uns bewusst, dass der Flughafen für uns auch ein wichtiger Motor ist.»
Perlen mit günstigem Wohnraum
Die Gleichung des Ratings, hohe Zahlungsbereitschaft gleich gute Rangierung, geht aber nicht in jedem Fall auf. «Es gibt unter den Gemeinden auch verschiedene, bei denen ein grosses Immobilienangebot trotz hoher Nachfrage für vergleichsweise tiefe Preise sorgt», sagt Jörn Schellenberg von der ZKB. Er ist einer der drei Ersteller des Ratings. Ein Beispiel ist die Stadt Winterthur. Sie schafft es nicht unter die Top 50, sondern gehört zur Gruppe der Gemeinden, die sich die Ränge 51 bis 75 teilen*. Winterthur hat eine positive Wanderungsbilanz und wächst stetig. Doch die Nachfrage nach Wohnraum kann vor allem durch die Bebauung der ehemaligen Industrieareale mehr als befriedigt werden, und so bleiben die Immobilienpreise auf vergleichsweise moderatem Niveau. Ähnliches gilt auch für die Stadt Schaffhausen, die es gar nur in die Gruppe der zwischen 201 und 250 rangierten Gemeinden schafft. Auch hier ist das Angebot an Wohnungen trotz sehr positiver Wanderungsbilanz gross – und die Preise bleiben auf einem für den Wirtschaftsraum Zürich relativ tiefen Niveau. Zum Vorteil der Käufer und Mieter, die preiswert wohnen, eine gute Infrastruktur haben, aber – falls sie nach Zürich zur Arbeit fahren – auch entsprechend längere Wege auf sich nehmen müssen.
* Eine detaillierte Rangierung ist in dieser wie auch in anderen Gruppen nicht möglich, da die Resultate dort eng zusammenliegen, sodass die Ränge nicht fix zugeteilt werden können.

Download: Alle Gemeinden im Überblick (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 12.03.2009, 11:33 Uhr
WRITE A COMMENT
11 Kommentare
Bei der Steuerbelastung: Fall1 = ergibt einen Monatslohn von je 6538.- Vermögen zusammen 120'000.- Fall2 = ergibt einen Monatslohn von 9230.- Vermögen 150'000.- (diesen Lohn möchte ich auch mal haben). Da verdient also ein Familienvater mehr als ein Doppelverdiener Paar und hat erst noch mehr Vermögen? Seltsame Statistik? Hütten ist nicht Hüttikon. Antworten
Im Artikel TA 12.3.09 steht, wer die "Macher" des Ratings sind - so kommt meine Vermutung noch stärker zum Ausdruck, dass hinter diesem "Regionenrating" grosses Interesse von spez. Immobilienfirmen/Banken vertreten wird - denn die Gemeinden (knapp 12 km vor Zürich) Bonstetten, Wettswil a.A., Stallikon fehlen hier...- dafür sind Airport-Gemeinden mit Fluglärm unter den ersten 50. - Typisch. Gruss Antworten
Falsche Zuteilung der Gemeinde Fällanden in die Region "Flughafen" Fällanden gehört zur Region "Rechtes Seeufer". Fällanden hat keine wesentlichen Berührungspunkte zur Region "Flughafen", resp. zur Nachbargemeinde Dübendorf. Die GGA Maur liefert Fernsehen, Radio, Internet, Telefonie. Zivilstands- & Betreibungsamt, Abwasserreinigung mit Maur zusammen. Das Trinkwasser erhalten wir vom Zürichsee. Antworten
Einmal mehr ein zwiespältiger Eindruck beim Regionenraiting. Die besten, bzw. gefragtesten Wohngemeinden sind in diesem Raiting diejenigen, deren Immobilienpreise am höchsten sind. Vielleicht wird beim nächsten Raiting vom Bevölkerungswachstum auf die Beliebtheit geschlossen? Übrigens, die versprochene Rangierung aller Gemeinden fehlt. Antworten
Dieses Rating kann man rauchen, weil es völlig sinnfrei ist bei der Suche nach dem idealen Wohnort. Selbst wenn man aus den vielen Kriterien den optimalen Ort gefunden hat, heisst das noch lange nicht, dass die gewünschte Wohnmöglichkeit zu einem annehmbaren Preis existiert. Beim Wanderungssaldo steht auf Platz 1 Hüttikon (Furttal) u. im Text Hütten bei Richterswi. Was denn nun? Antworten


Die Welt in Bildern




Heinz Martin
Wieso wird der Thurgau nicht aufgelistet? In der Greater Zurich Area ist Thurgau sehr stark von Zürich abhängig. Siehe Wikipedia Antworten