Scharf, schärfer, totenkopfscharf

Wem Pfeffer und Tabasco nicht reichen, der muss Handschuhe und Augenschutz anziehen: Denn die Saucen von Blair’s oder Hot-Mamas sprengen jede Schärfegrenze und müssen überlegt dosiert werden.

Den Totenkopf-Schlüsselanhänger gibts gratis dazu. Blair's scharfe Saucen.

Stephanie Christ

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Chilischoten essen als Mutprobe – wer hat das nicht schon einmal gemacht? Meist endet es tränenreich und mit brennenden Hälsen. Doch es gibt sie, jene, denen eine Chilischote nicht scharf genug ist. Wenn sie anfangen, zu würzen, dann machen sich die Mägen ihrer Tischnachbarn aus dem Staub. Doch bei Grossverteilern ist das Angebot an scharfen Saucen und Streugewürzen begrenzt, Tabasco oder Cayennepfeffer sind mit durchschnittlich 1700 bis 7000 Scoville Schärfeeinheiten keine Herausforderung für Scharfesser.

Das dachte sich 1989 auch der damals 19-jährige Blair Lazar. «Ich arbeitete in einer Bar, fuhr einen VW und hatte keine Ahnung, was die Zukunft für mich bereit hatte», schreibt er in seinem Blog. Heute sind er und seine Firma Blair’s längst Kult. Unter dem Motto «Schärfe ist eine Lebenseinstellung» machte er sich daran, die schärfsten Saucen der Welt zu kreieren. Er ist Dauergast in Kochsendungen rund um den Globus, und seine Produkte sind Verkaufsrenner – über Internet auch in der Schweiz. Geworben wird mit einem Totenkopf, der auch gleich mit jedem versandten Produkt in Form eines Schlüsselanhängers mitgeliefert wird. Auch die Namen sind bezeichnend: After Death, Sudden Death, Mega Death oder Ultra Death.

Die beliebten Blair’s Saucen weisen bis zu 750'000 Schärfeeinheiten auf. Darum liegt der Bestellung auch gleich ein Formular mit Warnhinweisen bei, falls die auf Chilischoten, Pfeffer, Essig und Zwiebeln basierenden Saucen ins Auge geraten. Im Gegensatz zu Tabasco weisen sie einen geringeren Eigengeschmack auf und können je nach Schärfegehalt tropfenweise oder mit einem Zahnstocher dosiert werden.

Mit Pipette dosieren

Doch das ist noch lange nicht das Ende der Schärfekette: Auch die deutsche Firma Hot-Mamas wirbt für ihr Pfefferextrakt mit einem Totenkopf auf dem Etikett – hier dürfte er jedoch ernst genommen werden. Denn mit 1,28 Millionen Schärfeeinheiten darf das Extrakt nur mit der mitgelieferten Pipette dosiert werden. Ein Tropfen genügt, um eine Suppe für vier Personen äussert scharf zu würzen. Dafür besitzt das Produkt keinen Eigengeschmack und verfälscht das Gericht nicht. Ähnlich lässt sich Blair’s Streugewürz Death Rain Nitro verwenden, das ebenfalls kaum Eigengeschmack aufweist.

Weltrekord für Blair’s

Wem es nicht mehr ums Schärfen, sondern vor allem ums Angeben geht, der kann seinen Gästen «The Source», die Quelle, auftischen. Wie eine Reliquie kommt das flüssige Extrakt in einer schmucken Schachtel mit andächtiger Symbolik daher. Und Ehrfurcht ist auch beim Zubereiten der Speisen geboten, denn nur wer Handschuhe und Augenschutz trägt, darf die 7,1 Millionen Einheiten scharfe Flüssigkeit verarbeiten – natürlich nur stark verdünnt.

Gar nicht erst zum Verzehr gedacht ist Blair’s 16 Million Reserve. Dieses kleine Glasflakon enthält das reine kristallisierte Capsaicin, also den in Chili enthaltenen Schärfestoff. Somit ist es das schärfste Gewürz der Welt und wurde entsprechend mit einem Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde gewürdigt. Gedacht ist dieses Produkt für Sammler, darum ist die Auflage auch limitiert auf 999 Stück, signiert von Blair und mit fast 400 Franken auch entsprechend teuer.

Nicht mit Wasser löschen

Wer sich trotz Pipetten und Sicherheitsvorkehrungen ver- beziehungsweise überschätzt, sollte nicht zu Wasser, sondern zu ölhaltigen und emulgatorhaltigen Substanzen wie Joghurt, Milch und Käse greifen, um dem Brennen im Mund entgegenzuwirken. Und auf der Haut verspricht eingeriebener Alkohol Linderung. Wohl bekomms! (Berner Zeitung)

(Erstellt: 23.01.2009, 09:08 Uhr)

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