Warum Rindfleisch zur Mangelware wird

Zuwanderung und Fitness-Trend: Die Schweizer essen vier Kilogramm mehr Rindfleisch pro Kopf als vor zehn Jahren.

Vom Werbeträger zur Mangelware: Vor acht Jahren warb McDonald's noch mit einheimischem Rindfleisch. (Archivbild)

Vom Werbeträger zur Mangelware: Vor acht Jahren warb McDonald's noch mit einheimischem Rindfleisch. (Archivbild) Bild: Alessandro Della Bella/Keystone

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Schweizer essen mehr Rindfleisch, gleichzeitig geht die einheimische Produktion zurück. Das hat Folgen: McDonald's kündigte Anfang Monat an, während zehn Wochen Rindfleisch aus Österreich zu importieren.

Laut dem Bundesamt für Landwirtschaft ist besonders Rindshackfleisch gefragt: Im Vergleich zu 2015 nahm die abgesetzte Menge um knapp fünf Prozent zu. Und gemäss Zahlen von Pro Viande verzehrte letztes Jahr jeder Schweizer 14 Kilogramm Rindfleisch pro Kopf – das sind vier Kilogramm mehr als noch vor zehn Jahren.

Die Händler setzen deshalb auf Importe – diese haben sich seit 2009 verdoppelt. Das Hackfleisch kommt aus Deutschland und Österreich, Südamerika liefert die Filets.

Religion und Fitness-Trend

Branchenkenner führen die Entwicklung laut «Bauernzeitung» auf den Pferdefleisch-Skandal und die Verunsicherung über die Qualität von ausländischem Fleisch zurück. Franz Hagenbuch vom Verband Swissbeef sieht den Hauptgrund für das fehlende Angebot in der grossen Zahl von Landwirtschaftsbetrieben, die dichtmachen müssen.

Eine weitere Erklärung könne die Zuwanderung aus muslimischen Ländern sein. «Dabei geht es nicht nur um die Glaubensrichtung, sondern um die Esskultur», so Hagenbuch. Viele Zuwanderer hätten in ihrer Heimat Schaffleisch oder eben Rindfleisch gegessen.

Der allgegenwärtige Fitness-Trend trage ebenfalls zum Boom bei: «Die Leute assoziieren Rindfleisch mit einem gesunden Produkt», so Hagenbuch. Dasselbe zeigt sich beim Poulet-Verzehr: Innert zehn Jahren ist der Pro-Kopf-Konsum von zehn auf zwölf Kilogramm jährlich gestiegen.

Übernommen von 20 Minuten, bearbeitet von Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Erstellt: 15.06.2017, 09:29 Uhr

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