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Wein trinken ist out

Schweizer trinken immer weniger Wein. Und wenn doch, dann greifen sie immer mehr zu ausländischen Tropfen. Dass Wein trinken out ist, hat seine Gründe.

Die SVP-Bundeshausfrakion trinkt Weisswein an ihrem Apéro, sonst greifen die Schweizer je länger, desto weniger zum Weinglas.

Die SVP-Bundeshausfrakion trinkt Weisswein an ihrem Apéro, sonst greifen die Schweizer je länger, desto weniger zum Weinglas.
Bild: Keystone

Die Zahl der Weinkonsumenten bleibt zwar stabil. 80 Prozent der Befragten gaben an, Wein zu trinken, wie Marie-Hélène Miauton, Direktorin des Meinungsforschungsinstituts MIS Trend, am Donnerstag in Lausanne vor den Medien erklärte. Sie führte die Studie im Auftrag der Nationalen Weinmarketing Organisation Swisswine durch.

Die Konsumgewohnheiten haben sich in den letzten zehn Jahren jedoch deutlich verändert. Die Alkoholpräventionskampagnen sind bei den Konsumenten angekommen: Immer weniger Personen trinken mindestens einmal pro Woche Wein. Waren es vor zehn Jahren noch 46 Prozent, so sind es heute 38 Prozent.

Kein Wein am Mittag

Praktisch verschwunden sind der Aperitiv am Mittag oder das Glas zum Abendessen während der Woche. Wein wird in der Regel nach dem Abendessen oder am Wochenende getrunken. Die Bevölkerung tischt hierzulande hauptsächlich Wein auf, wenn Gäste eingeladen sind. Junge und Ausländer ziehen andere alkoholische Getränke dem Wein vor.

Auf dem Weinmarkt wird es deshalb immer enger, und die Konkurrenz wächst. Wenn auch die Zahl der Liebhaber von Schweizer Wein seit 2004 gleich geblieben ist (34 Prozent), so gewinnen die Konsumenten von ausländischem Wein an Terrain. Ihre Zahl stieg von 40 auf 44 Prozent an.

In der Deutschschweiz ist dieser Trend sehr viel stärker als in der Westschweiz und im Tessin. Die Abneigung gegenüber Schweizer Weinen zeigt sich am stärksten im Restaurant. 80 Prozent der Befragten bezeichneten die Flaschenpreise auf der Karte als überrissen oder zu teuer.

Anerkannte Qualität

Hingegen hat sich in den Köpfen durchgesetzt, dass Schweizer Weine von guter Qualität sind. Die Hälfte der Befragten bezeichnete das Verhältnis von Qualität und Preis als gerechtfertigt. Die Bekanntheit der Schweizer Weine bleibt gut. Den grössten Bekanntheitsgrad haben Weine aus dem Wallis und dem Waadtland, gefolgt vom Tessin, der Ostschweiz, Genf und Graubünden.

Die Umfrage wurde zwischen August und Oktober 2008 bei 3000 Personen durchgeführt und weist eine Fehlerquote von 1,8 Prozent auf. (cpm/sda/)

Erstellt: 04.09.2009, 14:28 Uhr

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