Leben

Die Frau als Rekrutierungswaffe

Von Seraina Mohr. Aktualisiert am 09.02.2012

Es gibt viele gute Gründe, Frauen in die Topetagen zu befördern. Eine besondere Rolle nehmen sie beim Kampf um die klügsten Köpfe und lukrative Werbekunden ein. Darin sind sie besonders erfolgreich.

Sie taugt als Role Model für eine ganze Generation junger ambitionierter Frauen: Sheryl Sandberg, die Nummer 2 bei Facebook, dieses Jahr in Davos.

Sie taugt als Role Model für eine ganze Generation junger ambitionierter Frauen: Sheryl Sandberg, die Nummer 2 bei Facebook, dieses Jahr in Davos.

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Von Sheryl Sandberg war in den letzten Wochen viel die Rede. Die Nummer 2 bei Facebook, ( 31.91 -3.39%) die als COO des Unternehmens agiert, machte als eine der wenigen Frauen in Davos von sich reden. Sie beeindruckte die Öffentlichkeit mit ihrer Aussage über den wichtigsten Karriereentscheid des Lebens», als den sie die Partnerwahl bezeichnete, und seit dem angekündigten Börsengang von Facebook letzte Woche wurde auch klar, dass die Amerikanerin nicht nur zu den erfolgreichsten, sondern bald auch zu den wenigen Self-Made-Millionärinnen respektive -Milliardärinnen weltweit gehören wird. (Lesen Sie auch: «Der wichtigste Karriere-Entscheid Ihres Lebens»)

Junge Frauen wollen sein wie sie

Ihr wahrer Wert besteht aber nicht nur darin, dass sie Facebook ein funktionierendes Geschäftsmodell verpasst hat, sondern dass es ihr gelingt, Frauen als Mitarbeitende und Kunden zu gewinnen. Ann Miura-Ko, die an der School of Engineering in Stanford lehrt, bezeichnet sie in einem Gespräch mit der «New York Times» als «Justin Bieber der Technologiebranche» und als «radioaktives Plutonium, wenn es um Rekrutierungswaffen bei Facebook geht». Frauen wollen so sein wie sie, sie taugt als Role Model für eine ganze Generation junger ambitionierter Frauen, und sie lässt den Worten Taten folgen. Sie rekrutierte Lori Goler als Personalverantwortliche und Katie Mitic, die unter anderem für das Mobile Marketing von Facebook zuständig ist.

Mit der Anzahl Frauen steigt auch die Akzeptanz, das haben schon mehrere Studien gezeigt (Lesen Sie dazu: Die kritische Menge machts). Die Zeichen der Zeit hat Sandberg längst erkannt. Denn Frauen zählen zu den eifrigsten Nutzern von Facebook, sie sind für 62 Prozent der Aktivitäten verantwortlich und haben mehr Freunde, mit denen sie sich austauschen. Mit mehr Frauen an der Spitze sichert sich Sheryl Sandberg auch den Zugang zu einem äusserst lukrativen Werbemarkt.

Sie hat den Mut, die Dinge beim Namen zu nennen

Der Kampf um die klugen Köpfe ist der, der in der Technologiebranche am heftigsten tobt. Frauen sind da durchaus begehrt, und der Silicon-Valley-Effekt hat in den letzten Monaten mehr als eine Frau an die Spitze von Technologie-Unternehmen gebracht. Keine nutzt ihre Rolle aber so offensiv wie Sheryl Sandberg. Als eine der wenigen Frauen ganz oben scheut sie sich nicht, als Fürsprecherin von Frauen zu agieren. Sie macht ihnen aber auch zünftig Dampf und warnt sie davor, sich hinter den Männern oder der Familie zu verstecken. Sie hat eben alles – auch den Mut, die Dinge beim Namen zu nennen.

Dass sich die Unternehmen mit der Berufung von Frauen an die Spitze auch gleich in Sachen Corporate Governance und Gleichstellung profilieren können, ist ein durchaus beabsichtigter Nebeneffekt. Das hat sich letzte Woche auch an der Berufung von Beatrice Weder di Mauro und Isabelle Romy in den Verwaltungsrat der UBS gezeigt (Lesen Sie dazu: Die Grossfinanz wird ein bisschen diverser). Für einmal waren die Schlagzeilen zur UBS fast ausnahmslos positiv.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Dann lesen Sie auch: «Chic im Beruf: 10 wirklich gute Tipps» auf Clack.ch – Ihrem Online-Magazin. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.02.2012, 21:11 Uhr


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