«Die Politiker nehmen uns einfach nicht ernst»
Von Fabienne Klenger. Aktualisiert am 15.07.2011 113 Kommentare
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Mit der Diskussion um den Ausbau des SBB-Streckennetzes bringen die Initianten von Pro Swissmetro das Konzept eines unterirdischen Hochgeschwindigkeitszuges wieder zur Sprache.
Politiker winken jedoch bereits ab. Andreas Windlinger, Sprecher des Bundesamtes für Verkehr (BAV), gestern zum «Blick am Abend»: «Aufgrund verschiedener Probleme und offener Fragen betreffend Finanzierung, Kapazität, Sicherheit und Kompatibilität mit dem bestehenden Netz ist es bisher nicht in die Planung für den Zeithorizont eingegangen, mit welchem wir uns beschäftigen.»
Rudolf Mettler, ETH-Ingenieur und Präsident von Pro Swissmetro, ärgert sich: «Die Politiker nehmen uns einfach nicht ernst.» Die Organisation hat sich an der Vernehmlassung zum Ausbau des Streckennetzes des Bundesamtes für Verkehr beteiligt und eine 26-seitige Stellungnahme eingereicht.
Bund investierte einst Millionen
Mettler ist überzeugt von der Durchführbarkeit einer unterirdischen Magnetschwebebahn. Mittels Vakuumtunnel sollen die Fahrgäste innert 12 Minuten von Bern nach Zürich kommen. Das klingt reizvoll: Auf Facebook hat das Projekt bereits 16'290 Fans.
Und auch die Politik konnte sich einst für Swissmetro erwärmen. Elf Millionen wurden bis 2009 in das Projekt investiert, knapp die Hälfte davon stammten aus Mitteln des Bundes. Dann jedoch brach die politische Unterstützung ab: zu teuer!
Immense Kosten
Die Kosten für Swissmetro sind immens: 25 Milliarden soll der Bau kosten. Zum Vergleich: Die SBB verlangen vom Bund 5,7 Milliarden für den Ausbau des Bahnnetzes. Der Bundesrat will nur 3,5 Milliarden lockermachen.
Zudem ist der Zeitpunkt für einen Vorstoss ungünstig. Ein Schnellzug wäre vor allem für Pendler interessant, das Pendeln ist aber wegen der zunehmenden Zersiedelung der Schweiz in Verruf gekommen.
50 bis 100 Meter unter der Erde
Der deutsche Transrapid, ein ähnliches Projekt, das auch auf Magnetschwebe-Technologie basiert, scheiterte bereits am Preis. Laut Mettler lag es auch daran, dass der Transrapid nicht unterirdisch fahren sollte. «Ich habe die Deutschen gewarnt, aber sie waren auf dem hohen Ross. Ein so riesiger Tunnel über dem Boden, das gibt aerodynamische Probleme.»
China kopiert die Schweiz
Die Züge der Swissmetro hingegen sollen 50 bis 100 Meter unter der Erde zirkulieren, auf der Achse Genf–Lausanne, Bern–Zürich–St. Gallen.
Auf diese Technik sind auch chinesische Forscher aufmerksam geworden. In zehn Jahren soll in China der erste Zug fahren. «Es wäre ärgerlich, wenn das Hightech-Land Schweiz wieder einmal nicht den Mut hat, eine schweizerische Projektidee in die Tat umzusetzen», meint Rudolf Mettler. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.07.2011, 08:17 Uhr
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113 Kommentare
Die genannten 25 Milliarden beziehen sich auf den Bau des Gesamtnetzes Genf-St.Gallen und Basel-Zürich und nicht wie man beim lesen des Artikels meinen könnte, auf die Strecke Bern-Zürich. Ob sich eine solche Investition lohnt oder nicht, kann man sicher diskutieren, verglichen mit den 24 Milliarden, die die Neat kostete, dürfte der Nutzen der Swissmetro für die Schweiz wohl aber grösser sein. Antworten
Wäre zu machen, wenn man beispielsweise 5 Jahre kein Geld für die Armee (5 Mrd/Jahr) ausgibt.
Oder während sieben Jahren die Landwirtschaft (3.6 Mrd/Jahr) nicht mehr subventioniert.
Oder während 14 Monaten keine Sozialleistungen (20.5Mrd/Jahr) ausschüttet.
Ernsthaft: Im Gegensatz zur Armee wäre die Swissmetro nachhaltig und damit sicher eine Überlegung wert!
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