Leben

Die Retortenstadt wird fünfzig

Die Metropole Brasília gilt als Meilenstein in der Städteplanung: Vor 50 Jahren wurde sie innert kürzester Zeit aus dem Boden gestampft – praktisch aus dem Nichts.

1/16 Das Kongressgebäude: Es zählt zu den Sehenswürdigkeiten der brasilianischen Hauptstadt.
Bild: Keystone

   

Der Bau der Stadt Brasília begann 1956 mit der Entscheidung, eine neue, föderalistische und vor allem zentral gelegene Hauptstadt für Brasilien zu schaffen. Die Stadtplanung übernahm Lucio Costa, die öffentlichen Gebäude entwarf der deutschstämmige Architekt Oscar Niemeyer. Der hat seinerseits sein Handwerk auch von der Schweizer Designlegende Le Corbusier gelernt. Innerhalb von nur vier Jahren wurde ein noch nie dagewesenes Projekt moderner Architektur verwirklicht. Am 21. April 1960 war es soweit: Der Stadtpräsident Juscelino Kubitschek weihte die neue Planhauptstadt feierlich ein.

Die jüngste Stadt des amerikanischen Kontinents umfasst eine Fläche von 5822 Quadratkilometern, die heute von insgesamt 2,5 Millionen Menschen bewohnt werden. Das Stadtbild ist geprägt von der Funktionalität seiner Gebäude.

Exzentrisch und funktionell

Exzentrische, auffallende Bauten dominieren die Skyline der Metropole: Der Fernsehturm Brasília, das Parlamentsgebäude und die Kathedrale sind nur einige von vielen Beispielen. Auffallend ist ausserdem der Grundriss der futuristischen Hauptstadt, der die Form eines Kreuzes hat. Das Kreuz trägt die Funktion einer Markierung, die auf der Landkarte gesehen werden soll. Seit 1987 anerkennt die Unesco Brasília als Weltkulturerbe. 2008 wird die Stadt ausserdem mit dem Titel «Kulturhauptstadt Amerikas» ausgezeichnet. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.03.2010, 14:33 Uhr

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8 Kommentare

Res Zaugg

27.04.2010, 12:35 Uhr
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Darf man sich in Anbetracht des Gesundheitszustandes des Stararchitekten überhaubt negativ äussern? Ich versuch's trotzdem: Diese Stadt ist so steril wie ein Ausstellungsraum für abstrakte Kunst. Warum halten sich Architekten für Künstler? Aber solange Regierungen und Kirchen lieber (Steuer-)Geld für Bauruinen ausgeben wird sich an diesem Übel wohl nichts ändern. Antworten


Jucelino Kubitschek

19.03.2010, 01:22 Uhr
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Die perfekte Stadt....falls man ein Auto besitzt...... Zu empfehlen ist die Besichtigung des Militärkomplexes von Niemeyer nach Miternacht (Achtung brasilianische Militärpolizei!!) Von einem Besuch eines Spitals im südlichen Sektor wird abgeraten, besitzen leider nicht die nötigen Medikamente! Im Rodovaria keinen Tee trinken!!!Der Club Landscape ist wohl der Beste der Stadt!!obrigado brasilia Antworten


Philipp Weber

18.03.2010, 23:39 Uhr
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ich habe während zwei Jahren in Brasilia gewohnt, weil meine Frau bei der Brasilianischen Regierung gearbeitet hat. Ich fand die Stadt schrecklich. Total tot. Als Fussgänger unmöglich. In der Wüste fernab von allem. Provinziell bis zum geht nicht mehr. Nein Danke! Antworten


Laurent Gannon

18.03.2010, 18:59 Uhr
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Ein etwas älteres Beispiel für eine durchgeplante Hauptstadt ist Canberra in Australien. Gefällt mir persönlich besser, weil man sich weniger verloren vorkommt. Antworten


Treichl Arthur

18.03.2010, 15:55 Uhr
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Faszinierend, wie diese Stadt aus dem Boden gestampft wurde. Bewundernswerte Leistung. Angeblich nicht sehr Fussgängerfreundlich. Keine oder nur wenige Trottoires. Antworten


Marcel Kirchhoff

18.03.2010, 15:53 Uhr
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Brasilia ist eine sehr schöne Stadt, ich wahr schon lange und häufig in Brasilia. Ich fahre immer wieder gerne dahin. Jedoch ist das sogenannte "Kreuz" kein Kreuz sondern hat die Form eines Flugzeuges, daher nennt man auch das Zentrum, wo das Einkaufszentrum "Conjunto Nacional" liegt, "Plano Piloto".... Antworten


Roger Schatz

18.03.2010, 14:55 Uhr
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Die schönste Stadt der Welt! Antworten


Ruedi Widmer

18.03.2010, 13:07 Uhr
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Wie viel moderner und erhabener diese Stadt immer noch anmutet als das kitschig-kapitalistische Disney-Dubai. Antworten



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