Leben

Die düsteren Geheimnisse des Facebook-Gründers

Von Michèle Binswanger. Aktualisiert am 10.03.2010

Dass Mark Zuckerberg bei der Facebook-Gründung Codes geklaut haben soll, ist bekannt. Neue Enthüllungen zeigen jetzt, wie weit er ging, um die Konkurrenz auszuschalten.

1/7 Milliardenschwer: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

   

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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wird im Rahmen des 57. Cannes Lions International Avertising Festival mit dem Titel «Media Person of the Year» bedacht. Mit diesem Titel werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, welche die Medien- und Kommunikationslandschaft aktuell beeinflussen. Facebook ist eine der bedeutendsten sozialen Plattformen zur Vernetzung. Derzeit sind mehr als 400 Millionen Mitglieder registriert. Mark Zuckerberg hat das Portal 2004 während seines Studiums an der Harvard University lanciert.

Keine Erfolgsgeschichte ohne Nebengeräusche, so die Regel. Zuweilen werden die Nebengeräusche aber auch so laut, dass sie eine neue Perspektive auf die vermeintliche Erfolgsgeschichte erlauben. Dies geschieht gerade im Fall von Mark Zuckerberg, dem Gründer von Facebook. ( 31.91 -3.39%)

Zuckerberg war Student im zweiten Semester, 19 Jahre alt, als er am 4. Februar 2004 Facebook gründete. Heute, sechs Jahre später, ist Facebook eine der wichtigsten Websiten weltweit, hat rund 400 Millionen Nutzer und Zuckerberg ist mit seinen 24 Jahren einer der jüngsten Selfmade-Milliardäre, die es je gab. Über dieser strahlenden Geschichte aber liegt ein dunkler Schatten. Schon lange gibt es Vorwürfe, der Gründer von Facebook habe den Code für den Aufbau seines so erfolgreichen Netzwerkes geklaut – Zuckerberg konnte sie bis heute nicht überzeugend widerlegen.

Nicholas Carlson, Rechercheur der Website «Business Insider» legt jetzt noch einen drauf. Zwei Jahre lang hat Carlson die Details der Gründung von Facebook recherchiert und will jetzt Beweise für Zuckerbergs illegale Machenschaften haben. Bekannt sind die Vorwürfe, Zuckerberg habe ein Konkurrenz-Projekt namens «ConnectU» sabotiert – diese Vorwürfe wurden bereits vor Gericht verhandelt und mündete in einen Vergleich von 65 Millionen Dollar. Aber Carlson will noch mehr wissen: Zuckerberg habe auch die Facebook-Accounts seiner Konkurrenten und von Journalisten dazu benutzt, sich Zugang zu deren E-Mail-Konten zu beschaffen. Damit betreffen die Vorwürfe die Daten-Sicherheit von Facebook – ein bei Usern ohnehin sensibles Thema.

Sich aller Mittel bedient

Es begann mit einem geplanten Artikel der Harvard-Studentenzeitung «The Crimson» über «TheFacebook», wie das Netzwerk damals noch hiess. Es ging um die Vorwürfe einiger Studenten, Zuckerberg habe ihnen die Idee geklaut. Sie selber seien mit der Idee einer Social-Networking-Site an Zuckerberg herangetreten und er habe daraufhin nicht nur ihre Idee geklaut, sondern ihr Projekt auch sabotiert.

Zunächst sei es Zuckerberg gelungen, die Reporter davon zu überzeugen, dass die Vorwürfe unbegründet waren. Dann aber habe er die Facebook-Logins der Reporter dazu benutzt, ihren E-Mail-Verkehr auszuspionieren. Dann habe er sich in die Accounts anderer Harvard-Studenten gehackt, die ebenfalls eine Social Networking Site planten. Um sie hinzuhalten, habe er zudem manipuliert und betrogen. Gleich nach einem ersten Treffen mit ihnen habe er beschlossen, sie zu betrügen, oder wie er auf «Business Insider» zitiert wird: «Yeah, I'm going to fuck them.» Eine weitere SMS soll Zuckerberg am 7. Dezember 2003 Eduardo Severin, einem Kommilitonen und offiziellen Mitgründer von Facebook geschickt haben: «Jemand versucht bereits, eine Dating-Site zu etablieren. Aber sie haben einen Fehler gemacht, haha. Sie haben mich gebeten, ihnen zu helfen. Ich werde es also verzögern, so dass sie erst nach unserer Facebook-Sache damit rauskommen können.»

Als ConnectU schon online war – wenngleich viel weniger erfolgreich als Facebook – habe Zuckerberg sich wiederum illegal eingeloggt und Profile manipuliert – unter anderem diejenigen seiner Konkurrenten und verschiedene Accounts deaktiviert.

Facebook will dazu heute keine Stellung nehmen. Und so unschön die Vorwürfe sind, selbst «Business Insider» kam zum Schluss, dass die Ankläger von ConnectU mit ihrem 65-Millionen-Vergleich ziemlich gut weggekommen sind. Schliesslich wurde die Idee sozialer Netzwerke auch noch anderswo entwickelt. Zuckerberg machte es einfach besser als die andern. Noch schöner wäre es, wenn der Mann integer wäre.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.03.2010, 15:01 Uhr


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