Eingebildete Astronautin: «Alles ist futsch, alles»

Aktualisiert am 02.09.2010 107 Kommentare

Barbara Burtscher narrte mit ihrem vermeintlichen Nasa-Engagement die Medien. Als der Schwindel aufflog, tauchte sie unter. Bis heute. In einem Interview beschreibt sie, was sie seither alles durchgemacht hat.

«Ich wusste nicht mehr, was tun»: Barbara Burtscher.

«Ich wusste nicht mehr, was tun»: Barbara Burtscher.
Bild: Sophie Stieger

Kurzer Ausschnitt aus der Sendung «Schweiz aktuell». (Video: SF/«Schweiz aktuell»)

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Barbara Burtscher will nicht mehr länger schweigen. In der SF-Sendung «Schweiz aktuell» sagte sie heute in einem exklusiven Interview: «Ich habe mich gefühlt, wie in einem Krimi. Was da abgegangen ist, das habe ich nicht verdient. Das ist abnormal.» Sie habe Morddrohungen erhalten und sei gezwungen gewesen, unterzutauchen. Sie habe plötzlich an hohem Fieber von 40 Grad gelitten. Burtscher musste sich drei Tage krank schreiben lassen. «Ich wusste nicht mehr, was tun.»

Lange ist sie als angebliche Nasa-Astronautin von den Medien gefeiert worden. Kaum eine Zeitung hat nicht über sie berichtet. Vor zwei Wochen ist Barbara Burtscher dann vom «Tages-Anzeiger» als Hochstaplerin entlarvt worden. Sie hat geflunkert, was ihre Anstellung bei der Nasa betrifft.

Falscher Eindruck «tut mir leid»

Seither hat sich ihr Leben radikal verändert. Sie getraue sich kaum mehr aus dem Haus, weil die Leute mit dem Finger auf sie zeigen und sie öffentlich als Hochstaplerin anfeinden würden, so Burtscher gegenüber «Schweiz aktuell». Die 25-jährige Physik-Lehrerin beteuert ihre Unschuld. Sie habe sich nie als Nasa-Astronautin bezeichnet. «Wenn ein falscher Eindruck entstanden ist, so tut es mir leid», so Burtscher. Damit entschuldigt sie sich erstmals öffentlich.

An der Kantonsschule Wattwil unterrichtet Burtscher Physik. Dort steht der Rektor Martin Gauer nach wie vor hinter der Lehrerin. Er sagt: «Es ist ihr auch ein Stück Unrecht angetan worden. Sie war vielleicht nicht immer ganz präzise mit den Begrifflichkeiten. Aber sie ist weit davon entfernt, eine Lügnerin zu sein. Sie ist eher ein Stück weit eine Träumerin gewesen.»

Burtscher ist auch Veranstalterin des jährlichen Astronomietages. Der auf den 11. September geplante Anlass in Basel ist nun aber gefährdet: «Ich muss schauen, wie es weitergeht. Die Sponsoren sind abgesprungen, den Astronomietag kann ich nicht durchführen, alles ist futsch, alles.» (bru)

Erstellt: 31.08.2010, 21:20 Uhr

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107 Kommentare

Daniel Stalder

17.08.2010, 09:05 Uhr
Melden 1 Empfehlung

"Astrophysikerin" mit einem BA Abschluss? Viel besser kann man die Absurdität des BA - MA Systems nicht illustrieren, niemand braucht solche Schmalspurakademiker(innen) Antworten


Mike Jovial

17.08.2010, 08:52 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Die Dame lebt wohl in einer Scheinwelt. Auf ihre Website steht heute, dass ein gestriges Mediencommunige, dass Sie sich von der Medienwelt zurückziehe, von Hacker verbreitet wurden und nicht stimme... Ob dies stimmt? Ich wage es zu bezweifeln! PS: Rüffel an die Medien: Solange ungeprüft reingefallen entspricht wohl nicht Qualitätsjournalismus! Antworten



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