Leben

Es gab auch glückliche Verdingkinder

Nicht für jedes Verdingkind war das Leben eine Hölle. Es gab zahlreiche Männer und Frauen, die sich um ihre «fremden» Schützlinge wie um den eigenen Nachwuchs kümmerten.

Nur eine Seite der Medaille: «Der Verdingbub» zeigt vor allem die Schicksale jener Kinder, die von ihren Pflegeeltern nicht umsorgt, sondern ausgebeutet wurden.

Nur eine Seite der Medaille: «Der Verdingbub» zeigt vor allem die Schicksale jener Kinder, die von ihren Pflegeeltern nicht umsorgt, sondern ausgebeutet wurden.
Bild: Verleih

«Negative Berichte ärgern mich seit Jahren»

Bücher, Reportagen, Ausstellungen – und jetzt der Film: Die Schicksale von Verdingkindern bieten Studien- und Erzählstoff in Hülle und Fülle. Der Grundton ist immer derselbe: Kein Mensch kann sich vorstellen, was Verdingkinder durchmachen mussten. Manche Zeitzeugen, die ebenfalls bei Pflegeeltern aufgewachsen sind, aber vor Misshandlungen verschont blieben, fragen sich, ob es mit den Erzählungen über die tragischen Schicksale nicht langsam gut sein könne. Immerhin habe es in der Schweiz «Tausende von Pflegefamilien» gegeben, «die bereit waren, armen Kindern ein unbeschwertes Leben zu bieten», schreibt Ernst W. aus Bern (Name geändert). «Von diesen Leuten spricht niemand.» In dasselbe Horn stösst der Thuner Hans-Rudolf Brunner: «Ich bin mir nicht sicher, ob zum Thema Verdingkinder zurzeit nicht ein zu schlechtes Bild gemalt wird.» Verena Mezger aus Grosshöchstetten fühlte sich in ihrer Pflegefamilie «wie zu Hause». Die «negative Berichterstattung» über Pflegeeltern ärgere sie «schon seit Jahren», schreibt sie. Deshalb sei sie froh darüber, dass Monika Seiler aus Uetendorf (siehe Kasten links) den Anstoss dazu gegeben habe, einmal die schönen Seiten des Lebens in Pflegefamilien zu beleuchten.

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«Als ich mich im Spiegel sah, fragte ich mich: ‹Toni, woher hast du eigentlich deine Stirne, deine Augen, deine Nase, deinen Mund und das Grüblein am Kinn? Wo kamst du auf die Welt? Wie sahen deine Eltern und deine Geschwister aus? Was hat deine Mutter gesagt, als man dich von ihr wegnahm? Hat sie geweint?›»

Diese Fragen plagten Anton Leimgruber, als ihm im Haus seiner Pflegeeltern in Düdingen vor rund siebzig Jahren dämmerte, dass er bei Leuten aufwuchs, die nicht seine Erzeuger waren.

Aus der Kälte in die Wärme

Die Wahrheit offenbarte sich dem jungen Mann erst nach und nach – und nur bruchstückhaft. Er erfuhr, wie er in einer mondlosen Oktobernacht 1932 geboren und dann in ein Waisenhaus im Solothurnischen gegeben wurde. «Ich war ein frierendes Häufchen Elend.» Das habe sich erst geändert, als ihn das Ehepaar Brügger aus dem Kanton Freiburg bei sich aufnahm.

Nun scheint spätestens seit dem Film «Der Verdingbub» klar zu sein: Wer zwischen 1800 und der Mitte des letzten Jahrhunderts bei Pflegeeltern aufwuchs, ging mitten in der Schweiz durch die Hölle. Waisen wurden wie Vieh versteigert. In ihrem neuen Daheim galten die Kinder als Arbeitssklaven. Sie bekamen kaum zu Essen. Von Liebe ganz zu schweigen.

Tragödien statt Happy Ends

Über Kinder, die in jener Zeit bei fürsorgenden Ersatzfamilien gross werden durften, wird seltener berichtet als über Minderjährige, die ein Leben in Knechtschaft fristeten. Dabei bräuchte jemand, der sich für eine Verdingkindergeschichte mit einem Happy End interessiert, gar nicht weit zu suchen.

Hans-Rudolf Brunner aus Thun zum Beispiel wurde als Fünfjähriger «aus finanziellen Gründen und aus Platzmangel» einer Bauernfamilie übergeben. Dort habe man ihn «lediglich als billige Arbeitskraft» eingesetzt, schreibt er. Wenig später, bei anderen Landwirten in der Waadt, seien für ihn «arbeitsreiche, jedoch schöne Jahre» angebrochen. Rückblickend glaube er, dass er «eine bessere Kindheit» erlebt habe als seine elf Geschwister, die bei ihren Erzeugern gross wurden.

Was in den Diskussionen um die Pflegekinder oft untergeht: Nicht nur Knaben, auch Mädchen wurden – meist ebenfalls aus wirtschaftlichen Gründen – in fremde Familien abgegeben. Vergewaltigungen, körperliche Züchtigungen und Arbeitseinsätze, die Erwachsene kaum ertragen hätten, gehörten für viele dieser oft sehr jungen Frauen zum Alltag.

«Sie waren lieb und gütig»

Aber nicht in jedem Fall: «Ich habe es bei meinen Pflegeeltern immer gut gehabt!», notiert Anna Jordi aus Langenthal. Nachdem sie selber Nachwuchs bekommen hätte, seien die Pflegeeltern «wunderbare Grosseltern» gewesen. «Sie waren liebe und gütige Menschen – ich werde sie nie vergessen.» Des Lobes voll über ihre Pflegeeltern ist auch Therese C.* aus Burgdorf: «Sie haben aus mir das Beste gemacht», freut sich die Frau Jahrzehnte später.

Ruth H.* aus Bern und ihre Geschwister mussten «viel arbeiten». Klagen mag die Frau nicht: «Wir wurden behandelt wie die Kinder der Pflegefamilie.»

Achtjährig war Regina Schumacher aus Köniz, als sie zu Pflegeeltern kam. Dort habe man sie, als «verwahrlostes Kind» sehr streng erzogen. Trotzdem: Ihr Pflegeplatz sei «tadellos» gewesen.

«Ich werde gebraucht»

Auch ihr Ehemann Hans-Ruedi Schumacher habe bei seiner Ersatzfamilie gute Zeiten erlebt – «trotz dem ‹Wärche›». Neben der Arbeit als «Chäsereibueb» sei er zur Schule gegangen. Wenn er die Milch ins Dorf habe bringen dürfen, habe er gespürt: «Ich bin wichtig. Ich werde gebraucht.»

Hans Isenschmid aus Gstaad kam 1928 im zarten Alter von sechs Wochen zu einer Pflegefamilie in Belp. Zwei Jahre später nahmen die Leute noch ein Mädchen und einen weiteren Knaben auf. «Wir haben eine sehr schöne Kindheit erlebt», erzählt Isenschmid. «Unsere Pflegeeltern haben uns zu arbeitsamen und guten Menschen erzogen, wofür wir ihnen noch heute dankbar sind.»

Mit einem alten Dokument widerlegt Hans Zulliger aus Madiswil pauschale Kritiken an Pflegeeltern. Aus dem Brief geht hervor, dass der Verdingbub Johannes F.* um das Jahr 1835 herum mit viel Fürsorge erzogen wurde. «Wie sollte ich vergelten, was ihr so grossmütig an mir thatet?», schrieb er seinen Erziehungsberechtigten. «Ihr habet nicht nur für meine Nahrung, Kleidung und körperliche Pflege, sondern auch für meinen Geist und für mein Herz gesorget.»

«Genau deshalb»

Anton Leimgruber hat nie erfahren, wieso seine Mutter ihn nicht bei sich haben wollte. Er lernte, damit zu leben. Und avancierte im Lauf der Jahre zu einem erfolgreichen Geschäftsmann. Seinen Pflegeeltern, sagt er, verdanke er alles. «Ohne sie wäre ich schon lange im Jenseits.»

Obwohl oder gerade weil seine Vergangenheit im Dunkeln liegt, erkennt er jedes Licht, das auf sein Leben fällt. Ein ganz besonders heller Strahl leuchtete auf, als er als Bub wieder einmal krank war. Der Hausarzt habe zum Pflegevater gesagt: «Sie könnten hundert Kinder haben. Die würden nicht so viel Pflege benötigen wir ihr Pflegebub.»

Daraufhin habe der Pflegevater geantwortet: «Genau deshalb hat der Bub ein warmes Zuhause verdient.»

* Namen der Redaktion bekannt (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.11.2011, 10:59 Uhr

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32 Kommentare

Kurt Aegeri

29.11.2011, 17:44 Uhr
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Der Titel dieses Beitrags verrät nur das schlechte Gewissen. Das Verdingen per se ist nichts Glückliches, ergo können solche Kinder nicht glücklich gewesen sein. Verdingkinder wurden wie Ware gehandelt. Menschenhandel nennt man das ungeschönt. Ein rabenschwarzes Stück Schweizer Geschichte. Noch so eines unter vielen. Antworten


Thomas Wepfer

29.11.2011, 15:42 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Die Frage ist nicht, welcher Anteil der Verdingkinder glücklich oder unglücklich war. Der Fakt ist, dass Verdingen eine Form von Menschenhandel ist, und somit eine Straftat! Wenn nur 10 Prozent der Verdingkinder misshandelt wurden, das ist Grund genug das ganze Phönomen zu verbieten. Antworten


Daniel Meier

29.11.2011, 20:30 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Das mag sein, dass man es heute verboten hat. Nur hat man nichts besseres gemacht anstelle dessen, mit den heute bekannten Folgen. Diese Kinder wurden ja nicht aus einer funktionierenden Familie geholt. Ob es wirklich besser ist, Kinder wies heute oftmals passiert den ganzen Tag vor den TV zu setzen, weil die Eltern nicht da sind oder keine Zeit aufbringen (wollen), wage ich sehr zu bezweifeln.


Thomas Wepfer

29.11.2011, 16:47 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Es mag ihnen nicht bekannt sein, Herr Meier, aber nach geltendem schweizer Recht ist Verdingen eine schwere Straftat. Man hat hart durchgegriffen, nur leider sehr spät!


Daniel Meier

29.11.2011, 15:58 Uhr
Melden 3 Empfehlung

@Wepfer Aber wenn 10% von allen Kindern von ihren leiblichen Eltern misshandelt werden, wollen sie auch Elternschaft verbieten? Die Leute, die damals Verdingkinder misshandelten, haben sich auch nach damaligen Gesetzen strafbar gemacht. Also muss man das Problem nicht in einem fehlenden oder falschen Gesetz suchen sondern bei Leuten, welche von falschen Zuständen wussten und nichts dagegen taten.


Rudi Buchmann

29.11.2011, 14:59 Uhr
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Keine Frage, es gab Pflegkinder, die hatten es gut. Einige durften später sogar die Erbschaft ihrer Pflegeeltern übernehmen. In Einzelfällen wurden sogar Bauernhöfe oder Handwerksbetriebe übertragen. Nun, die traurigen Geschichten gab es auch. Und ich frage mich, ob diese harten Erziehungsmethoden, wo teilweise sinnlose und unnötige Dinge bestraft wurden, wirklich vollends ausgestorben sind? Antworten


Hugo Reichmuth

29.11.2011, 12:30 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Es ist eine schweizerische Unart, dass man zwar mault, aber sich mit Lob zurückhält. Es versteht sich von selbst, dass mit dieser Mentalität das Verdingwesen nur verlieren kann. Mich nimmt es wunder, was man in 50 Jahren alles über unseren grossartigen A-Sozialstaat berichten wird, wo den Durchtriebenen das Geld hinterhergeworfen und den Notdürftigen gestrichen wird. Antworten


Rima Kauf

29.11.2011, 10:33 Uhr
Melden 7 Empfehlung

Es ist schon ok, dass man von den glüchlichen Verdingkinder auch spricht. Aber wie viele waren das? Höchstens 1/4. Dann waren da auch noch die Kinder in Kinderheimen. Wie es denen erging, kann man sich ja denken. Im 19.Jh. verkaufte man auch in andere Länder wie z.B. in Bayern, Kinder. Das war in armen Gegenden wohl in ganz Europa so. Antworten


Daniel Meier

29.11.2011, 11:01 Uhr
Melden 3 Empfehlung

@Kauf Bitte schön, woher kommt ihre Zahl von "höchstens 1/4" waren glücklich? Nicht einfach behaupten, weil man einen einseitigen Film gesehen hat, wisse man alles... Und hart arbeiten ist nicht dasselbe wie geplagt und vergewaltigt werden. Denn hart arbeiten mussten damals alle. Heute ist ja das Gegenteil gefragt, Geld kassieren ohne zu arbeiten... @Walker 0932 Uhr, letzter Satz: Hoffentlich auch


steve walker

29.11.2011, 09:32 Uhr
Melden 18 Empfehlung

Für viele Leute scheint es erstaunlich schwierig zu sein, einen Sachverhalt im historischen Kontext zu werten. Nicht nur Verdingkinder mussten in dieser Epoche hart arbeiten, sondern auch die eigenen Kinder der Bauern. Viele Familien lebten am Existenzminimum und schuften, verzichten, und Armut gehörten zum Alltag. Der rundum-sorglos-Staat ist noch jung. Und wird gelegentlich wieder verschwinden. Antworten


Daniel Zollinger

29.11.2011, 08:51 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Also ich höre jetzt das erst mal davon, das es Verdingkinder gab die es schön hatten! Oder wird da einfach wieder einiges schön geredet um das Thema so schnell wie möglich wieder unter den Tisch zu kehren? Anders kann ich mir das nicht erklären, schliesslich war das für die Betroffenen Grausam genug was die da durchmachen mussten! Antworten


Hans Inauen

29.11.2011, 14:50 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Daniel, die Zeit war damals einfach furchtbar hart. Mein Grossvater, sie waren keine Verdingkinder, hat mir einmal erzählt dass er und sein Bruder bei einem Bauern mithalfen. Sein Bruder hat dort den Katzen Milchbrocken aus dem Futterteller gestohlen, das ist keine Lüge weil mich mein Grossvater nie so angelogen hätte.


Philipp Betschart

29.11.2011, 09:39 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Meine Mutter ist im Muotathal aufgewachsen und die hatten es da auch nicht wirklich schön – das ist noch nicht lange her! Beschimpfungen waren da noch das geringste, meine Grossmutter hat selbst uns Enkel als "Saugoofe" bezeichnet. Früher hatten es die wenigsten leicht, das ist nichts neues. Aber Hauptsache man stilisiert eine neue Opfergruppe hoch.


Verena Kolb

29.11.2011, 09:32 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Mein Adoptivvater war ein Verdingbub, weil sein Vater gestorben war und die Mutter arbeiten musste. Viel Arbeit und wenig zu essen habe er gehabt. Aber er durfte eine Lehre machen und hat später nach der Wanderschaft ein eigenes Schneidergeschäft in Zürich eröffnet, das dann während des zweiten Weltkrieges nicht mehr rentierte. Trotz allem war er ein zufriedener Mensch und ein gütiger Vater.


Kurt Schwob

29.11.2011, 00:28 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Die Tatsache, dass manche Verdingkinder menschlich behandelt wurden, ändert nichts an der Unmenschlichkeit des Systems. Auch einige Sklaven - in den USA und anderswo - hatten humane Herren und Herrinnen. Aber sie konnten verkauft werden, egal an wen. So auch die Verdingkinder. Solange Menschen legal missbraucht, ausgebeutet, vergewaltigt werden können, ist die Menschlichkeit als solche verletzt. Antworten


Reinhard Diethelm

23.01.2012, 18:41 Uhr
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ich habe den film nicht gesehen aber ich bin ein schweres opfer dieser zeit
und gleicher meinung wie sie herr schwob


Hausi Meier

30.11.2011, 11:14 Uhr
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@ Reichmuth: Und wenn man Ihre Kinder vor Ihnen schützt - Was macht man mit den kleinen Geschöpfen? Ohne "Sozialindustrie" werden sie irgendwohin weitergereicht, eine moderne Form von Verdingwesen ...
Schwarz-Weiss-Denken und plakative verbale Hülsen sind hier nicht angesagt, wohl aber das genaue Hinschauen. Dass man dabei sozialer wird, ist eine interessante Nebenerscheinung :-)


Hugo Reichmuth

29.11.2011, 19:21 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Herr Meier, wenn ich mit dem Leben nicht klarkomme und mich mit Drogen oder Alkohol betäube, oder aus Überforderung exzessiv Menschen verprügle, hoffe ich, dass der Staat meine Kinder vor mich selber schützt.
Das Kind als schwächstes Glied der Gesellschaft hat ein Recht auf besonderen Schutz. Das ist ein höheres Gut als die Eltern"freuden" gescheiterter Existenzen. Ist eine Güterabwägung.


Hausi Meier

29.11.2011, 12:07 Uhr
Melden 4 Empfehlung

@Reichmuth: Haben Sie Kinder? Und wer attestiert Ihnen, dass Sie nicht zur von Ihnen beschriebenen Gruppierung von Eltern gehören? Und NIE dazugehören werden? Ich schlage das Wort "Sozialindustrie" als Unwort des Jahres vor.


Hugo Reichmuth

29.11.2011, 10:03 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Wenn man sich vor Augen führt, wie viele aktenkundig geistesgestörte, asoziale und kriminelle Eltern Kinder aufziehen (das Wort ist aber fehl am Platz), dann täte man gut daran, wieder grosszügiger zu sterilisieren und Kinder wegzunehmen. Es ist nur tragisch zu sehen, wie Kinder in Verhältnissen gross werden, die ihnen nicht die geringste Chancen geben.
Aber dafür braucht's ja die Sozialindustrie.


Jörn Knie

28.11.2011, 22:49 Uhr
Melden 15 Empfehlung

Dieser Artikel dürfte den ganzen Sozis nicht gefallen, muss doch alles was sie tun vollumfänglich besser sein als das was adnere tun oder getan haben. Fortwährend findet Geschichtsklitterung und Verleumdung statt. Bsp: Bis heute wird verbreitet, man habe im Mittelalter geglaubt, dass die Erde eine Scheibe sei. Dass das nur die Ansicht einiger verborter katholischer Priester war interessiert nicht. Antworten


Caratt Gian

29.11.2011, 11:26 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Herr Knie, eine wahrlich seltsame Argumentation legen Sie hier an den Tag; was hat jetzt Ihr Mittelalterbeispiel mit dem Schicksal von Verdingkindern zu tun? Es steht sicher ausser Frage, dass es auch bei den Schicksalen der Verdingkinder Ausnahmen gab, welche die Regel bestätigen. Ihre wirrer Beitrag ist in diesem Zusammenhang reichlich daneben.


Philipp Betschart

29.11.2011, 08:43 Uhr
Melden 7 Empfehlung

Ein ähnlicher Artikel erschien bereits in der Weltwoche. Umso mehr bin ich erstaunt, dass hier überhaupt so ein Bericht veröffentlicht wird...


Hausi Meier

29.11.2011, 08:21 Uhr
Melden 9 Empfehlung

@ Knie: Man kann die Geschichte auch ignorieren. Wie im Mittelalter Andersdenkende auf vielfältigste Art gepeinigt wurden (solche Quellen gibt es à discretion), lässt sich kein Missbrauch von Kindern - auch nicht von Verdingkindern - schönreden. Dazu muss man kein Sozi sein, wohl aber das Herz am richtigen Fleck haben. Mutig von Ihnen, dennoch das Wort "Verleumdung" in den Mund zu nehmen ...


Niklaus Zumthür

28.11.2011, 21:53 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Will der Autor damit sagen, dass es in Ordnung ist, ein Kind seinen Eltern einfach bei Nacht und Nebel weg zu nehmen, wenn es anschliessend bei einer „anständigen“ Familie landet? Antworten


Hausi Meier

28.11.2011, 18:10 Uhr
Melden 41 Empfehlung

Ja, ja: "Wo Licht ist, ist auch Schatten." Oder vielleicht besser: "Wo Schatten ist, ist auch Licht." Es passt auch: "Keine Regel ohne Ausnahme."
Seien wir nicht blauäugig, auch wenn es lobenswerte Ausnahmen gibt. Dies macht das traurige Kapitel der Verdingkinder nicht wirklich besser.
Antworten


Alex Hanselmann

28.11.2011, 17:26 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Fast jede Demokratie hat ähnliche Fehlentscheide wie hier bei den Verdingkindern zu verantworten. Speziell an der Schweiz sind die Länge der Ignoranz und die fehlende Unterstützung von Opfern. Wenn andere Länder für so eine Sache eine Generation brauchen, die Schweiz aber jeweils zwei, hängt dies mit der einstigen "Dummheit" nicht zusammen und beschämt die Institution stärker als die Sache selbst. Antworten


Hans Iseli

28.11.2011, 16:46 Uhr
Melden 26 Empfehlung

Eine Ausnahme, dass die Presse mal nicht nur skandalisiert, sondern auch die andere Seite zeigt. Wird vielen professionellen Sozialkritikern nicht gefallen. Mir schon. Danke! Antworten


linus stamm

29.11.2011, 12:30 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Meinem Grossvater, der ein Verdingbub war, würde es nicht gefallen, wenn er das lesen würde. Er hatte eine schlimme Zeit und musste hungern. Die Verbitterung über diese schlimmen Jahre trug er sein ganzes Leben lang mit sich. Hier geht es ja nicht um die Kinder die es gut hatten, sondern eben um die anderen. Jahrzehnte lang ist geschwiegen worden und niemand hat skandalisiert,schwacher Beitrag!


Walter Olbrecht

28.11.2011, 21:13 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Ach lieber Herr Iseli, das ist doch Chabis - es gibt wohl keinen "professionellen Sozialkritiker", der nicht anerkennen würde, dass es nicht nur (aber eben vor allem) prekäre Verhältnisse waren, in denen die meisten Verdingkinder aufwuchsen. Weshalb sollten sie dies bestreiten? Sie hingegen scheinen - als "professionellem Systemverherrlicher"? - nicht anerkennen zu können, dass dies so ist.


Hans Inauen

28.11.2011, 15:37 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Ich hatte einen Schulfreund, vermutlich eines der letzten Verdingkinder, welcher es auch gut hatte. Viel Arbeit, nach der Schule Stallarbeit und 5 - 7 Kühe von Hand melken; aber er hatte eine gute Pflegefamilie. Eine Schande war dass unser Lehrer oft gestraft hat weil er die Kraft nicht mehr hatte die Aufgaben zu machen. Er machte eine Lehre und hat bis heute Kontakt zu der Familie, nach 50 Jahren Antworten


Rachel Maeder

28.11.2011, 12:32 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Meine Grossmutter war zuerst auch Verdingkind bei einem Ehepaar, das anscheinend sehr nett zu ihr war und ihre ein warmes Zuhause bot- danach wurde sie aber einer anderen Familie zugeteilt- anscheinend befanden die Behoerden, dass dieses Ehepaar nicht faehig genug war, da selbst kinderlos und schon aelter... wie schade. Danach hatte es meine Grossmutter nicht einfach. Antworten



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