Falten im Fitnessstudio

Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 16.09.2009

Die Fitnesscenter drohen zu überaltern. Die Zahl der älteren Mitglieder steigt stetig, während der Nachwuchs sich lieber in Vereinen verausgabt.

Gewohntes Bild: Ein Senior im Fitnessstudio.

Gewohntes Bild: Ein Senior im Fitnessstudio.
Bild: Keystone

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Fitness steht hinter Radfahren, Wandern/Walking, Schwimmen, Skifahren und Joggen an sechster Stelle bei den beliebtesten Sport-Aktivitäten. 14 Prozent der Bevölkerung sind Mitglied eines Fitness- oder Sportcenters.

Furchen und Falten statt stählerne Muskeln: Dieses Bild erwartet einen zunehmend in Schweizer Fitnesscentern. Denn die Klientel der Schweiss-Tempel wird immer älter. Schon heute beträgt das Durchschnittsalter des Fitness-Fans 43 Jahre, Tendenz steigend (zum Vergleich: Fussball, 30 Jahre; Handball, 25 Jahre).

«Es zeigt sich, dass Jugendliche eher in Vereinen tätig sind und dafür immer mehr Ältere ins Fitnessstudio gehen», sagt Claude Ammann vom Schweizerischer Fitness- und Gesundheitscenter Verband. «Fitnessstudios wiederum nehmen immer öfter ältere Menschen als Zielgruppe ins Visier.» Mehr noch: «Das Fitnessstudio wird zunehmend zum Gesundheitsstudio.»

Stetiger Zuwachs

Das bestätigen die Betreiber der Studios: «Wir stellen seit Jahren einen stetigen Zuwachs von Mitgliedern über 50 fest», sagt Armin Fach, Geschäftsführer der Activ Fitness AG am Stauffacher in Zürich. Das Durchschnittsalter der Mitglieder nehme langsam, aber unaufhaltsam zu. Oft würden die Senioren-Sportler vom Arzt geschickt, wegen Problemen mit dem Bewegungsapparat oder dem Herz-Kreislauf.

Auch Annette Münzing vom McFit im Shopville Zürich bekräftigt: «Bei uns gibt es überraschend mehr Mitglieder um die 50.» Viele kämen von selbst und ohne ärztlichen Rat. «Sogar Leute über 65 kommen ein- bis zweimal in der Woche, um ihre Ausdauer zu trainieren.» Dies, ohne dass McFit aktiv versuche, eine ältere Klientel anzusprechen.

Anders etwa in Deutschland: Da schmücken sich Sport-Zentren mit Zertifikaten, welche sie dafür auszeichnen, die Bedürfnisse der älteren Generation abzudecken.

Wo ist der Nachwuchs?

Und die Überalterung der Fitnessstudios wird wohl noch weitergehen. Gemäss einer Studie des Bundesamts für Sport (Baspo) zum Sportverhalten der Schweizer Bevölkerung bleibt der Nachwuchs nämlich weitgehend aus. Weil die Jugendlichen eher in Sportvereinen aktiv sind. Bei der sportlich aktivsten Altersgruppe, den 15- bis 24-Jährigen, zeigt sich dies deutlich: 48,2 Prozent der Männer sind in einem Verein, ins Fitness gehen lediglich 15 Prozent. Bei den Frauen ist die Differenz geringer, wenn auch immer noch deutlich (28,6 Prozent in Vereinen, 11,1 Prozent im Fitness).

Sind das keine Alarmsignale für die Fitnessstudios? «Das gleicht sich aus», heisst es von deren Seite. Auch wenn weniger Junge kommen sollten, würden das die Älteren kompensieren, die bleiben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.09.2009, 16:20 Uhr

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