Hunderte starben wegen Antibabypille

Von Thomas Knellwolf. Aktualisiert am 11.06.2010 17 Kommentare

Zahlen aus den USA belegen: Viele Frauen kamen um, weil sie die Pille nahmen.

Nicht ungefährlich: Die Antibabay-Pille kostete schon zahlreiche Frauen das Leben.

AFP

Vor 50 Jahren kam die erste Antibabypille auf den Markt. Schon damals war bekannt, dass die hormonelle Verhütung Nebenwirkungen wie Kopfweh oder Lungenembolien haben kann. Selten sogar tödliche. Die Pharmaindustrie aber weigert sich bis heute hartnäckig, Zahlen über diese Todesfälle herauszugeben.

Vergangenes Jahr deckte der «Tages-Anzeiger» auf, dass in der Schweiz seit 1990 mindestens fünf Frauen nach Einnahme von Antibabypillen starben. Nun hat sich die Fernsehsendung «10 vor 10» bei der staatlichen USGesundheitsbehörde FDA Zugang zu einer Datenbank mit internationalen Zahlen verschafft. Aus dem gestrigen Bericht geht hervor, dass die meistverkauften Pillen zu vielen Todesopfern geführt haben: Bei Nuvaring sind es weltweit rund 40 Tote, bei Yaz 50, beim Verhütungspflaster Evra 130 und bei Yasmin 140.

«Man hätte die Todeszahlen besser kommunizieren sollen.»

Angesichts der Millionen Pillen, die täglich geschluckt werden, sind das wenige. Trotzdem hat das Ausmass selbst Fachleute überrascht. Der Berner Frauenarzt Daniel Brügger zeigte sich gegenüber «10 vor 10» «schockiert»: «Man hätte die Todeszahlen besser kommunizieren sollen.» Bei den publizierten Zahlen handelt es sich um Spontanmeldungen, welche vor allem Ärzte aufgrund eines Verdachts den Behörden machten. Die Pharmaunternehmen betonten, dass solche Meldungen oft nicht umfassend und wissenschaftlich abgesichert seien. Vielfach würde nicht über weitere eingenommene Medikamente, über Vorerkrankungen und Veranlagungen berichtet. Die Pillenhersteller halten ihre Produkte aufgrund umfangreicher Studien für risikoarm. Wie die meisten unabhängigen Fachleute finden sie, dass sich keine Frau ernsthaft Sorgen machen müsse, falls sie sich bei der Verschreibung der Pille beraten lässt. Zu achten sei besonders auf Risikofaktoren wie erhöhtes Alter, Übergewicht oder erbliche Vorbelastung. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.06.2010, 08:36 Uhr

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17 Kommentare

Anastasia Charpova

11.06.2010, 10:17 Uhr
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Es ist seit längerem gut bekannt das die "Pille" bei Raucherinnen zu Trombose führen kann. Aber wie auch bekannt ist, birgt das ganze Leben ein Risiko. Totale Sicherheit gibt es nicht und wird es auch nicht geben. Antworten


Peter Meier

11.06.2010, 08:55 Uhr
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Wäre dies eine alternative Methode gewesen, stünde diese Meldung für die nächsten paar Wochen auf Seite 1 (siehe Heiler in Bern), und nicht irgendwo versteckt unter "ferner liefen" in der Rubrik Gesellschaft. Antworten



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