Jeder zweite Mann überlegt sich, Teilzeit zu arbeiten

332'000 Männer arbeiten in der Schweiz heute Teilzeit, und es könnten noch viel mehr werden: Laut Männer.ch denken mehr als die Hälfte der Angestellten darüber nach, ihr Arbeitspensum zu reduzieren.

Viele würden eine Teilzeitstelle vorziehen: Geschäftsmann mit Telefon. (Archivbild)

Viele würden eine Teilzeitstelle vorziehen: Geschäftsmann mit Telefon. (Archivbild) Bild: Keystone

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Die Initianten des Projektes «Der Teilzeitmann» sehen sich ein halbes Jahr nach der Lancierung bestätigt: Teilzeitarbeit ist bei Männern ein Thema, das bewegt, wie der Dachverband Männer.ch heute Mittwoch mitteilte.

Im Rahmen der Kampagne wurden mehrere Hundert Männern bei der UBS befragt. Dabei gaben 78 Prozent an, konkret über Teilzeit nachzudenken. 55 Prozent der Befragten erklärten, sie hätten durch die Wanderkampagne einen Anstoss erhalten.

Diese hohen Werte bestätigten die Ergebnisse der repräsentativen Studie im Kanton St. Gallen aus dem Jahre 2011 sowie zwei Befragungen, die nach der Lancierung des Projektes «Der Teilzeitmann» durchgeführt wurden, heisst es in der Mitteilung. Gemäss einer Umfrage der «Coopzeitung» befürworten 62 Prozent Teilzeitarbeit, bei den 30- bis 49-Jährigen ziehen gar 78 Prozent eine Teilzeitstelle vor.

Quote der Teilzeitmänner bei 13,8 Prozent

Gemäss der Arbeitskräfteerhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) erhöhte sich die Quote der Teilzeitmänner im vergangenen Jahr effektiv um 0,2 Prozentpunkte auf 13,8 Prozent. Insgesamt arbeiteten 332'000 Männer 2012 in der Schweiz Teilzeit.

Allein im vierten Quartal habe es im Vergleich zum Vorquartal 11'000 zusätzliche Teilzeitmänner gegeben, schreibt Männer.ch. Das sei eine «grosse Überraschung» und ein weiterer Schritt hin zum ehrgeizigen Ziel, den Anteil teilzeitarbeitender Männer bis 2020 auf 20 Prozent oder auf rund 500'000 zu steigern.

«Graben zwischen Wunsch und Wirklichkeit»

Die Kampagne «Der Teilzeitmann» wurde von Männer.ch lanciert und wird vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EGB) finanziert. Bis Ende Jahr will das Projektteam bei den Männern «den tiefen Graben zwischen Wunsch und Wirklichkeit weiter zuschütten», wie es in der Mitteilung heisst.

Präsentiert wird die Kampagne zweimal bei Novartis in Basel mit ihren über 8000 Mitarbeitenden, dann folgen die UN Business Women, der Landtag im liechtensteinischen Schaan sowie das Forum Familienfragen des Eidgenössischen Departementes des Innern (EDI).

Die Kampagne wird auch am Vätertag vom 2. Juni im Fokus stehen. Dazu will Männer.ch das Modell für ein steuerbefreites Sparen für die Elternzeit in die politische Diskussion einbringen. Zudem wird unter (www.vaetergeschichten.ch) das virtuelle Archiv für Vätergeschichten mit 117 Szenen aus der Geburtenabteilung des Spitals Herisau AR aufgeschaltet. (fko/sda)

(Erstellt: 22.05.2013, 22:56 Uhr)

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