Leben

Kostenexplosion, Altersvorsorge, Abstieg des Mittelstands: Die grössten Sorgen

Von Simon Schmid. Aktualisiert am 13.09.2011 62 Kommentare

«Wo drückt der Schuh?», wollten wir letzte Woche in einer grossen Umfrage von Ihnen wissen. Weit über 2000 Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Leser haben geantwortet. Die Resultate.

1/13

   

Artikel zum Thema

Zur Umfrage

Tagesanzeiger.ch/Newsnet wollte diese Woche von den Lesern wissen, bei welchen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Themen Handlungsbedarf besteht. Die Leser wurden in einer Umfrage gebeten, 27 Probleme in ihrer Wichtigkeit zu beurteilen. Dazu wurde nach dem Alter, Geschlecht und Wohnort der Teilnehmer gefragt.

An der Umfrage nahmen 2718 Personen im Alter von 18 bis 71 Jahren teil. Davon waren 2218 Männer und 500 Frauen. Die eingegangenen Antworten werden ohne Hochrechnung auf die demografischen Verhältnisse der Schweiz ausgewiesen. Es besteht kein Anspruch auf Repräsentativität in Bezug auf die Gesamtbevölkerung.

Die Studie im Vergleich

Altersvorsorge, Gesundheitssystem und soziale Sicherheit: Die Themen, die in unserer Umfrage zuoberst stehen, figurieren auch im «Sorgenbarometer» des Gfs an prominenter Stelle. Mit der Arbeitslosigkeit schwingt in der jüngsten, vom September 2010 datierenden Gfs-Studie jedoch ein Thema obenaus, das bei den Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Lesern vergleichsweise geringe Sorgen hervorruft.

Deutlich ausgeprägter als im Gfs-Sorgenbarometer ist das Problembewusstsein unserer Leser im Bereich der Zuwanderung. So rangieren die Themen Einwanderung, Integration und Flüchtlingsströme in unserer Umfrage noch vor den meisten Fragen mit Bezug zu Wirtschaftslage und Arbeitsmarkt. Im Gfs-Barometer liegt der Themenkomplex Ausländer, Integration und Freizügigkeit dagegen auf einem der hinteren Sorgenplätze.

Links

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Gemäss den Ergebnissen unserer Umfrage «Wo drückt der Schuh?» sorgen sich unsere Leser weder um die Frankenstärke noch um Job-Verlust. Am meisten Sorgen bereiten die zwei wichtigsten gesellschaftlichen Sozialeinrichtungen: die Altersvorsorge und das Gesundheitswesen, bzw. deren Finanzierung (siehe Grafik). Diese Probleme wollen die Leser am dringendsten gelöst haben. Ebenfalls Kopfzerbrechen bereitet der wirtschaftliche Abstieg des Mittelstandes. Dicht dahinter folgen eine Reihe von Themen aus Umwelt, Migration und Wirtschaft. Das Thema Sicherheit erregt in der Leserschaft jedoch wenig Sorgen.

Grösste Sorgen: Alter, Gesundheit, Ungleichheit

Zuoberst in der Sorgenrangliste steht die Gesundheit: 63 Prozent der Leser bezeichnen die Kostenexplosion im Gesundheitswesen als wichtiges Problem (siehe Bilder 2 bis 4). Dicht dahinter folgt die Altersvorsorge, deren Finanzierung 60 Prozent der Leser als wichtiges Problem bezeichnen. Langfristiges Denken und Gemeinschaftssinn schlägt auch beim Thema durch, das die dritthöchsten Umfragewerte verzeichnet: 57 Prozent der Leser sehen im wirtschaftlichen Abstieg des Mittelstandes ein wichtiges Problem.

Mittelgrosse Sorgen: Einwanderung, Umwelt, Arbeitsmarkt

Zwischen 40 und 50 Prozent der Befragten machen sich Sorgen um die Umweltverschmutzung und erachten den Ausstieg aus der Atomenergie als wichtiges Problem (siehe Bilder 5 bis 7). Knapp 40 Prozent sagen dasselbe in Bezug auf die Klimaerwärmung.

Dicht dahinter folgen Probleme im Zusammenhang mit der Einwanderung. 42 Prozent der Leser sehen in der Zuwanderung in die Schweiz ein wichtiges Problem. Die Integration von Ausländern wird von 39 Prozent als wichtiges Problem erachtet, 37 Prozent bereiten die Flüchtlingsströme nach Europa grössere Sorgen.

Etwas weniger kritisch erscheint den Lesern die allgemeine Wirtschaftslage in der Schweiz. So wird das Problem Arbeitslosigkeit von 34 Prozent der Leser als wichtig erachtet, und jeweils 31 Prozent der Leser bezeichneten stagnierende Löhne und die Steuerlast für Familien als wichtiges Problem.

Kaum Sorgen: Armee und Terrorismus

Mässige Sorgen bereiten zwei Probleme, denen gegenwärtig grosse Medienpräsenz zuteil wird. So wird der starke Franken bereits nur noch von 28 Prozent der Leser als wichtiges Problem betrachtet. 21 Prozent der Leser sorgen sich nach der Intervention der Schweizerischen Nationalbank um das gestiegene Inflationsrisiko.

Nur gerade 12 Prozent der Leser bezeichnen die Finanzierung der Schweizer Armee als wichtiges Problem – ein Negativrekord (siehe Bild 8). Unter den weiblichen Teilnehmenden sind es sogar nur 8 Prozent, die sich um die Armeefinanzen sorgen. Denselben allgemeinen Wert von 12 Prozent verzeichnet das Problemfeld «Terrorismus». 63 Prozent der Leser empfinden es als unwichtig bzw. als eher unwichtig. Von weiblichen Teilnehmern wird der Terrorismus etwas häufiger als Problem betrachtet als von Männern.

Unterschiede zwischen Mann und Frau

Rund 10 Prozent mehr Frauen als Männer sehen die Top-Sorgenthemen Altersvorsorge und Gesundheit als wichtige Probleme an. Dieselben Unterschiede treten bei den Problemen mit Bezug zur Einwanderung auf; etwas geringer sind die Unterschiede bei Fragen aus dem Umwelt- und Wirtschaftsbereich.

Deutlich ist die Diskrepanz jedoch beim Thema Lohngleichheit: Während rund 15 Prozent der Männer die Geschlechterdiskriminierung als wichtiges Problem betrachten, sind es bei den weiblichen Lesern 45 Prozent (siehe Bild 9).

Zürcher, Basler und Berner ticken anders

Aufschlussreich ist auch die Auswertung nach Kantonen. So sorgen sich Zürcher Leser überdurchschnittlich stark bei den Themen Zuwanderung, Bevölkerungsdichte, Überlastung der Infrastruktur und steigende Mieten (siehe Bilder 10 bis 13).

Bei Lesern aus Bern schlägt der Seismograph bei den Themen Atomenergie, Zersiedelung und Klimaerwärmung stärker aus. In den Kantonen Basel-Stadt und Baselland werden hingegen Arbeitslosigkeit, stagnierende Löhne, die Steuerlast für Familien und der wirtschaftliche Abstieg des Mittelstands als grössere Probleme betrachtet.

Ein überraschendes Ergebnis zeigt sich bei der Fremdenfeindlichkeit: Trotz vermeintlich höherem Dichtestress sehen in Zürich nur 35 Prozent der Leser die Fremdenfeindlichkeit als wichtiges Problem an. In Basel sind es 40 Prozent, in Bern gar 46 Prozent. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.09.2011, 06:38 Uhr

62

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

62 Kommentare

Hans Widmer

13.09.2011, 08:31 Uhr
Melden 51 Empfehlung

Alte Weisheit: Um so mehr Ausländer man hat, desto weniger Probleme gibt es mit ihnen.
Am negativsten werden die Ausländer immer dort beurteilt, wo bestenfalls am Wochenende mal ein Tourist mit dem Velo durchfährt.
Aber in den Agglomerationen wo 30% und mehr Ausländer Wohnen haben auch die "schon immer"-Schweizer gemerkt, dass die Ausländer genau gleich schlecht oder gut sind wie die Schweizer
Antworten


Hans P. Grimm

13.09.2011, 08:30 Uhr
Melden 25 Empfehlung

wenn dann die PK wegbricht, was wahrscheinklich ist, wird das erste sein was ich nicht mehr bezahle die KK, weil ich mich von dieser nicht Versklaven lassen will! Antworten




Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.