Paare in der Gadget-Falle

Als wär die Liebe nicht schon genug kompliziert, wird sie mit iPhone, Facebook oder Twitter schwieriger. Die sieben wichtigsten Regeln für Paare.

Der wahrscheinlichste Daten-GAU droht in der eigenen Beziehung: Paar mit iPhones.

Der wahrscheinlichste Daten-GAU droht in der eigenen Beziehung: Paar mit iPhones.

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Regel 1: Handy weg! Das Allerwichtigste zuerst: Vereinbaren Sie mit Ihrem Partner Gadget-freie Zeitfenster. Zum Beispiel: Während des Frühstücks, bei gemeinsamen Nachtessen, im Bett (Lesen Sie dazu auch: «Der Klick nach dem Akt») – aber weshalb, ein paar Mal im Jahr, nicht auch ein ganzes Wochenende lang? Machen Sie sich bewusst: Jedes Mal, wenn Sie im Beisein Ihres Partners am Handy oder am iPad herumfingern, geben Sie Ihrem Liebsten, Ihrer Liebsten zu verstehen: Mein Gadget ist interessanter als du! Das hält keine Beziehung auf Dauer aus.

Regel 2: Gerätesperre für alle. Sichern Sie Ihr Smartphone immer mit einem Code – und stellen Sie die Gerätesperre so ein, dass diese bereits eine Minute nach dem letzten Gebrauch aktiv wird. Damit schützen Sie ihre Daten nicht nur bei einem allfälligen Diebstahl, sondern auch vor einem Übergriff des Partners – im Grunde kann dieser Ihnen dankbar sein, denn Sie führen ihn damit gar nicht in Versuchung, Sie auszuspionieren. Wenn Ihr Partner oder Ihre Partnerin die Gerätesperre als Misstrauensvotum interpretiert, sagen Sie: «Bei meinem Modell ist dies so fix programmiert!» Oder, wenn Sie ein Geschäftshandy besitzen: «Mein Arbeitgeber schreibt dies so vor zum Schutz der Geschäftsdaten!»

Regel 3: Kein gemeinsamer Apple-Account. Mittlerweile gibt es rund eine Million iPhones in der Schweiz. Wenn Sie und Ihr Partner ebenfalls zur iKundschaft gehören, ist dies noch lange kein Grund, eine Apple-ID zu teilen, will heissen: einen Apple-Account des Partners zu benützen. Gerade Frauen tun dies immer wieder gerne, weil viele keine Ahnung haben von Apps, iTunes und so, und sich das Handy lieber vom Herrn einrichten lassen. Das kann fatal sein: Teilen Sie einen Apple-Account, kommen Sie zwar gratis an die Apps des Partners, der kann allerdings alle Ihre Daten einsehen, ja, mit der neuen Funktion Fotostream, selbst alle Bilder. (Lesen Sie auch: «Sexting: Die verfängliche Flirttechnik»)

Regel 4: Seien Sie ehrlich! Bis vor kurzem war Flirten in der Regel eine Angelegenheit zwischen zwei Menschen. Dank Social Media weiss heute allenfalls die halbe Welt, wer mit wem digital anbandelt. Dabei gilt: Wenn Sie jemand «hot» findet oder ständig Ihre Postings liked, ist das ja nicht Ihr Fehler – so plump die Anmache auch sein mag (Lesen Sie auch: «Die 100 dümmsten Anmachsprüche»). Einen Fehler machen Sie erst, wenn Sie sich aus einem falschen schlechten Gewissen in Widersprüche verwickeln. Oder gar zu schwindeln beginnen. Deshalb: Geben Sie Ihrem Partner Auskunft über digitale Verehrer – er wird diese ohnehin kennen lernen.

Regel 5: Surfen Sie im Privatmodus (gilt vor allem für Männer). Wir fürchten uns alle davor, dass Google, Apple oder ein anderer Netzgigant unsere persönlichen Daten missbraucht. Weshalb eigentlich? Der wahrscheinlichere Daten-GAU droht in der eigenen Beziehung. Deshalb: Wenn Sie mit Ihrem Beziehungspartner zu Hause gemeinsam einen Desktop-Computer nutzen, dann surfen Sie am besten immer im sogenannten Privatmodus (Aktivierung in den Browsereinstellungen), in dem der Seitenverlauf gelöscht wird und bei Google-Abfragen auch keine Suchwörter vorgeschlagen werden.

Regel 6: Schluss machen auch auf Facebook (gilt vor allem für Frauen). Das Beziehungsaus fällt heute schwerer als früher: Durch Status-Updates bei sozialen Netzwerken wie Facebook bleibt der Ex-Partner eine gläserne Person, Kontrollzwänge und Eifersuchtsattacken sind oft die Folge. Einer Studie zufolge schaffen es 85 Prozent nicht, den Ex aus der Freundesliste zu löschen. Die eigene Neugier überwiegt. Jeder Fünfte rief das Profil des Ex-Partners sogar einmal pro Woche auf – das ergab eine Studie der amerikanischen Universität von Missouri. Doch wir finden: Soziale Netzwerke bieten verschiedene Möglichkeiten, den Ex-Partner auszublenden. Durchforsten Sie unbedingt die Privatsphäre-Einstellungen Ihres Profils. Oft ist es nicht einmal notwendig, den Kontakt komplett zu löschen. Aber der Abstand ist notwendig.

Regel 7: Keine falsche Romantik. Unter den heutigen Jugendlichen herrschen sonderbare Sitten: Studien zeigen, dass verliebte Teenies heutzutage Passwörter für E-Mail-Accounts, Facebook oder andere soziale Netzwerke tauschen. In manchen Beziehungen wählen die Partner sogar dasselbe Passwort. So kann man die privaten E-Mails und Facebook-Nachrichten des anderen lesen. Fremdgehen werde dadurch schwieriger – das ist die Idee dahinter. US-Soziologen behaupten sogar, der Austausch von Passwörtern bedeute für Jugendliche etwas ähnlich Intimes wie Sex. So blind sein vor Liebe können nur Jugendliche. Wer erwachsen ist, weiss: Oft ist eine Beziehung schneller vorbei, als das Passwort geändert ist – und der Ex-Partner hat Geheimnisse online ausgeplaudert. Deshalb ist ein Passwort-Tausch ein absolutes No-go. Denken Sie erst gar nicht daran.

Passwörtertausch? Facebook-Flirts? Handy-Sperre? Welche Regeln und Grenzen kennen Sie in Ihrer Beziehung? Diskutieren Sie hier mit!

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 04.02.2013, 21:26 Uhr)

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