Leben

Rent a Rentner

Von Mirjam Comtesse. Aktualisiert am 27.07.2011 7 Kommentare

Immer mehr ältere Menschen wollen auch nach der Pensionierung arbeiten. Verschiedene Websites vermitteln nun ihre Dienste.

Die Rentner lernen auch mit Kindern.

Die Rentner lernen auch mit Kindern.
Bild: Colourbox

«Jetzt sind vor allem Feriendienste gefragt: Katzen füttern, das Aquarium pflegen, Pflanzen giessen», sagt Peter Hiltebrand. Der Rentner aus Bachenbülach ZH hat die Website Rentarentner.ch initiiert, auf der «alte Säcke und alte Schachteln» schweizweit ihre Hilfe anbieten. Sie erledigen auch Schreibarbeiten, bauen Ikea-Möbel zusammen, fahren das Auto in die Waschstrasse und unterstützen Kinder bei den Hausaufgaben. Wie viel Geld sie dafür wollen, legen sie selbst fest. Knapp 400 Seniorinnen und Senioren hätten schon ein Inserat aufgeschaltet, sagt Hiltebrand. Unter ihnen auch einige, die nicht bloss aus Freude am Kontakt arbeiten wollten, sondern die um jeden zusätzlichen Franken froh seien.

Die Nachfrage ist durchzogen: «Einige haben viel Arbeit, andere zu wenig», sagt Hiltebrand. «Die meisten sind aber zufrieden.» Eine Berner Rentnerin, die auf Rentarentner.ch aktiv ist, meint: «Ich habe bisher nur einen Anruf erhalten von einer jungen Frau, die eine billige Putzkraft suchte. Vielleicht hat sich dieses Angebot im Kanton Bern noch nicht etabliert.»

Rentner als Experten

Diese Lücke könnte die Berner Website Activas.ch schliessen. «Wir sprechen ein anderes Publikum an als Rentarentner.ch», betont allerdings Urs Zimmermann von der Softwareschmiede Webacons in Aarberg. Er hat Activas.ch mit Unterstützung der Postfinance, der Pro Senectute Schweiz und des Netzwerks Innovage aufgebaut. Die Website richtet sich an gut ausgebildete Pensionierte, die ihr Fachwissen weiter einsetzen möchten. Bisher gibt es rund 150 Inserate, die verschiedenste Dienstleistungen anpreisen. Sie reichen von der Beratung bei Geschäftsgründungen über Pflegeangebote bis hin zur Hilfe bei Computerproblemen. Weil die Website noch wenig bekannt ist, hält sich der Austausch bislang in Grenzen: Drei Rentner, die wir nach ihren Erfahrungen fragen wollten, schrieben, bei ihnen hätte sich noch niemand gemeldet. Laut Zimmermann soll sich dies ändern. Diesen Herbst wolle man die Plattform einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen.

Rentner als freiwillige Helfer

Dass solche Angebote gefragt sind, zeigt das Netzwerk Innovage. Der Verein vermittelt seit 2006 Personen mit Führungs-, Verwaltungs- oder Beratungserfahrung an gemeinnützige Institutionen. Auch von professioneller Seite sind seine Dienste gefragt: Für den Schweizerischen Gemeindeverband (SGV) hat Innovage ein Konzept entwickelt, das seine Aufgaben, die Organisation und die Finanzierung neu regelt.

In den sieben regionalen Netzwerken von Innovage können sich nicht nur Pensionierte engagieren, sondern auch solche, die kurz vor der Pensionierung stehen. Lohn erhalten die Berater keinen. Ziel sei vielmehr Wertschätzung und «die Beziehungen zwischen Jung und Alt zu verbessern», heisst es auf Innovage.ch.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 27.07.2011, 13:48 Uhr

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7 Kommentare

Ursula Jungo

27.07.2011, 14:43 Uhr
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Sehr gut,wird auch mal für mich gut sein!Als Invalide (gehbehindert) habe ich eine kleine AHV komme ich in das Alter und muss dann schauen,dass ich Schreibarbeiten erledigen kann.So sollte es gehen,dass ich nicht in der untersten Schublade der Gesellschaft bleiben muss mit Finanzen,die diesen Namen nicht verdienen! Antworten


Hans Otto Luternauer

27.07.2011, 18:53 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Das ist einfach nicht wahr! Die älteren Leute wollen nicht arbeiten. Sie wollen etwas tun! Das ist ein riesiger Unterschied. Antworten




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