Schöner pendeln? So fahren Sie besser
Von Bänz Friedli. Aktualisiert am 24.08.2010 49 Kommentare
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Regel 1: Seien Sie – obgleich die Bahn es nie ist – pünktlich
Pendlerregel Nummer eins, aufgestellt vor mehr als zehn Jahren, hat unvermindert Gültigkeit: «Die S-Bahn ist immer unpünktlich, ausser du bist es.» Will heissen: Sie können rechtzeitig auf dem Perron stehen, es kommen alle Züge, nur Ihrer nicht. Sind Sie aber einmal im Jahr knapp dran, hetzen zu Fuss aus dem Haus, weil Ihnen das Velo geklaut wurde, verfluchen den Regen (und die Frisur: sie mit Gel zu drapieren, hätten Sie sich sparen können; sie ist nach 200 Metern im Eimer), verfallen in leichtes Joggen, dann in Trab, nehmen die Unterführung im Spurt und keuchen entnervt die Treppe hoch – dann können Sie sicher sein, dass die S-Bahn für einmal pünktlich abgefahren ist. Ohne Sie.
Regel 2: Seien Sie altmodisch! Nehmen Sie eine Thermosflasche mit!
Die good old Wärmeflasche aus Edelstahl daheim mit dem Getränk Ihrer Wahl zu füllen (es darf dann ruhig Nieren-Blasen-Tee sein), mag Ihnen bünzlig erscheinen, aber es ist zweckmässig. Denn wenn Sie den Kafi noch rasch am Bahnhof besorgen wollen, kramt bestimmt eine Rentnerin vor Ihnen umständlich im Münz, und Sie müssen ohne Kafi losfahren. Ergattern Sie dennoch einen Pappbecher, verschütten Sie ihn garantiert beim Einsteigen, weil der Plastikdeckel nicht recht sitzt, und sollte es gar gelingen, ihn bis zum Platz zu balancieren, ist dieser Platz inzwischen besetzt, weil Sie so langsam balancieren mussten; ausserdem ist der Kafi bereits erkaltet – dabei wäre er schon warm untrinkbar. (Es gibt eine, aber landesweit wirklich nur eine Ausnahme: Am Bahnhof Liestal serviert ein charmanter Halbglatzkopf in der «Caffeteria Pasticceria L’Angolo Dolce» den besten Cappuccino, den Sie Ihrer Lebtag getrunken haben, sì, Signori! Auf Wunsch auch in Pappbechern. Aber wer pendelt schon von Liestal aus?) Für alle anderen gilt: Die Edelstahlflasche ist gut verschliessbar, hält Ihr Getränk warm und spart Geld. Schliesslich wird das Bahnfahren teurer, da muss man aufs Budget achten.
Regel 3: Seien Sie skrupellos!
Wer im öffentlichen Verkehr zaudert, hat schon verloren: seinen Sitzplatz. In den nächsten sechs Jahren, rechnet der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV), wird die Zahl der Fahrgäste um 25 Prozent steigen. Doch weil ein Ausbau des Angebots aus Spargründen nicht drinliegt, wirds im Nahverkehr künftig noch enger, stickiger, unangenehmer. Wer da wenigstens noch sitzen will, muss lauern, ehe Tram, Bus oder Zug halten. Und zwar seitlich neben dem Eingang. Stellen Sie sich nie frontal vor die Türe des Gefährts! Dort ergibt sich aus dem Schwall der Aussteigenden und der Gruppe an Wartenden eine solche Blockade, dass Sie in der Zwischenzeit hurtig seitlich reinschlüpfen und sich einen Platz ergattern können.
Gewiefte Pendler wissen, wo auf dem Perron sie stehen müssen, um beste Chancen aufs Hineinschlüpfen zu haben; sie merken sich die Stelle – Güselkübel, vis-à-vis H&M-Plakat –, lassen sich ihre Absicht aber nicht anmerken, sondern begeben sich erst im allerletzten Moment dorthin. Ist es dann so weit, gilt es, egoistisch zu sein. Gewähren Sie niemandem den Vortritt! Ältere Menschen? Sind selber schuld, wenn sie zur Stosszeit unterwegs sind. Väter mit Kinderwagen genauso. Und Aussteigende, die zu spät daran gedacht haben, dass sie aussteigen wollen, gehören ohnehin weggewuchtet.
Seien Sie im Übrigen besonders rücksichtslos gegenüber denjenigen, die nur zweimal im Jahr den ÖV benutzen: wenn der BMW im Service ist und beim ersten Schnee (weil am BMW die Winterpneus noch nicht montiert sind). Das sind dann die, die blöd fragen, ob da noch frei sei, dabei ist unter wahren ÖV-Pendlern stillschweigend ausgemacht, dass immer frei ist, wenn frei ist. Sagen Sie deshalb extra «Nein!», sonst müssen Sie sich während der ganzen Fahrt das Gemotze anhören, wie sauteuer die Eisenbahn doch sei – diese Löli haben nämlich kein Halbtax.
Regel 4: Wählen Sie die richtige Klasse!
Dazu ist Selbsterkenntnis nötig. Was nervt mich mehr? Die Senior Vice Presidents in der 1. Klasse, die von Winterthur bis Freiburg überlaut telefonieren (weil sie sich pausenlos versichern müssen, gaaaanz wichtige Senior Vice Presidents zu sein): «Sii, Fröläin Tschudi, tüend s mer no gschnäll d Pauerpointtpräsi für Tokio durebiime! Und de Löntsch händ Sii gkänssled?» Oder doch eher die Rüpeljugend in der 2. Klasse? «Ey, Monn, muesch mir nöd afigge!»
Falls Sie sich für die 1. Klasse entschieden haben, sollten Sie die Wahl während der Session vielleicht überdenken. Dann sind die Damen und Herren Parlamentarier massiert unterwegs, und wer einem gewissen Ständerat nicht zuschauen mag, wie er umständlichst seinen Ledermantel auszieht, und zwar so laaangsam, bis auch bestimmt der ganze Waggon ihn, den schampar berühmten Präventivmediziner, zur Kenntnis genommen hat, der flüchte temporär zu den Rüpeljugendlichen in die 2. Klasse, Monn!
Regel 5: Oder verhalten Sie sich am besten antizyklisch!
Pendeln Sie zu Unzeiten! Suchen Sie sich einen Job in der Agglo und pendeln Sie gegen den Strom! Geniessen Sie morgens die Ruhe in der S3 stadtauswärts, legen Sie die Füsse auf die gegenüberliegende freie Sitzbank (die Sie, hygienehalber, davor mit einem Abendblatt vom Vortag ausgelegt haben) und erhaschen Sie, wenn Ihr Zug in Altstetten die S3 in Gegenrichtung kreuzt, einen Blick auf deren überfüllte Reihen.
Regel 6: Reisen Sie immer im passenden Waggon!
Gehen Sie nie ohne Kinder in den Familien-, nie mit Kindern in den Businesswagen! Das ist ein Befehl. Wer meint, das AHV-Alter berechtige ihn, den René, den Franz und den Heiri zur munteren Jassrunde im Ruhewagen (mitsamt einem Halbeli Fendant) zu treffen, der irrt. Leider immer wieder.
Regel 7: Seien Sie stark! Es könnte noch schlimmer sein.
Klar, schweisselt der Fettsack nebenan; klar, nervt der Nasengepiercte mit seinem Nz-nz-nz-Sound; klar, widert der Geruch des Döners Sie an, den ein Gör im Abteil vor Ihnen verzehrt (und das um diese Zeit!). Aber bedenken Sie: Im Stau auf der Strasse wärs noch ärger, und man könnte nicht mal, wie Sie es gerade tun, Zeitung lesen. (Von den Taxifahrern ganz zu schweigen. Die kennen die Stadt nicht und maulen noch frech, wenn man in ihrem Wagen ein Gipfeli essen will.)
Regel 8: Tragen Sie Ohrstöpsel. Am besten weisse.
Diese könnten zu einem iPod oder iPhone gehören und erhöhen den Coolnessfaktor. Und wenn Sie dazu leise mit dem Kopf nicken, hält man Sie trotz Krawatte für einen Hip-Hopper (denn es merkt ja keiner, dass Ihr iPod gerade einen uralten Schepperblues von Furry Lewis aus dem Jahr 1927 spielt). Noch besser ist, wenn auf Ihren Kopfhörerchen gar nichts läuft, weil der Stecker lose in Ihrem Mantelsack verschwindet. Die Attrappe dämpft den Lärm rundum zum meditativen Rauschen und erspart Ihnen, von irgendeinem munteren Morgenmenschen angequatscht zu werden. Besonders schützt sie vor dem Nachbarn, der leider immer gleichzeitig aus dem Haus muss wie Sie und dessen Prahlstorys («Hey, Maledive im Fall, soooo häiss! Und nöd emal so tüür!») Sie auswendig kennen. Als Pendler dürfen Sie übrigens beim Aussteigen jederzeit notlügen: «Eh, sali Röbi! Han dich gar nöd gseh ischtiige …»
Ratsam ist, mit fixen Pendlerpartnern, allesamt Morgenmuffel wie Sie, einen Nichtangriffspakt zu schliessen: Man lässt sich in Ruhe. Abends auf dem Heimweg sowieso, denn das ist die kurze heilige Zeit zwischen Bürostress und lärmigem Familienleben, das zu Hause auf Sie wartet.
Regel 9: Mischen Sie sich auf keinen Fall ein!
Stellen Sie sich vor, in einem als Vorortszug getarnten Aargauer Überlandtram fingert eine stark Gepuderte mit sehr langem, sehr schwarzem Haar an ihrem Handy rum. Weisse Schnürstiefel bis über die Knie trägt sie, umso kürzer ist dafür das hautenge Kleidchen. Sie spielt ihrer ähnlich aufgemachten Freundin irgendeinen dieser öden DJs vor – Da-Nos, Antoine oder wie die alle heissen –, und zwar so laut das Mobiltelefönchen es hergibt. Worauf der ältere Herr im Abteil ennet dem Gang murmelt: «Unanständig.» Bald noch mal, deutlicher: «Unanständig!» Dann, an die Frauen gewandt: «Stellt diesen Lärm ab!» Worauf die mit den Schnürstiefeln noch lauter aufdreht. Er: «Abstellä dee huere Lärm!» Sie: «Isch kän Lärm, Monn.» Er: «Saupack.» Sie: «Ey, wass häsch gseit, Monn?» Und zu ihrer Freundin: «Eymonn, wänn ich wott, isch är jetz tot!» Hinter Ihnen raunt ein Schmuddeliger mit Prix-Garantie-Bier: «Die Tussä isch nöd ganz putzt.» Sein Kumpan erwidert: «Aber dr Alt isch en Vollfascho.» Und Sie denken bei sich: Mist, irgendwie haben beide recht.
Regel 10: Ziehen Sie dorthin, wo Sie arbeiten.
Bis 2030, haben SBB und Bundesamt für Verkehr errechnet, soll sich der öffentliche Verkehr auf gewissen Strecken verdoppeln. Soll er das? Immer mehr, immer schneller? Siebeneinhalbminutentakt zwischen Zürich und Bern? Oder sollten Sie sich überlegen, in die Stadt zu ziehen, in der Sie arbeiten?
Am besten machen Sies wie ich: Ich pendle längst nicht mehr, und während Sie eben versuchen, Ihren Tagi auseinanderzufalten, eingepfercht zwischen Wildfremden, von denen einer Hundekot am Schuh hat und es nicht merkt, bereite ich mir gerade im Pyjama die erste Teetasse zu.
* Bänz Friedli ist Hausmann und freier Autor in Zürich. Seine Pendlerbibel mit Kolumnen über den öffentlichen Verkehr ist soeben in erweiterter Neuauflage erschienen: «Ich pendle, also bin ich», Verlag Huber, Frauenfeld, 266 Seiten,353 Fotos, ca. 29.90 Fr. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 24.08.2010, 10:13 Uhr
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49 Kommentare
Der Bänz kann's ja tatsächlich noch.. während sich die "YB-gewinnt-nie-was-rumheul"- (bzw. Hausmann-)Kolumne langsam erschöpft hat, ist das doch mal ganz erfrischend .. wenn auch ein wenig rezykliert .. was mir an dieser originellen Zusammenstellung aber nicht passt: es wird viel zu viel Zürcher S-Bahn Insider-Wissen verraten .. gottlob lesen Pendler nur 20min und nur selten den Tagi Antworten
Bravo, habe selten so gelacht! Ich pendle zwar nur von Hölstein nach Basel SBB und zurück, danke für den Tipp mit dem Kaffe in Liestal, aber trotz der -Gott sei Dank- kurzen Strecke erkenne ich so viele treffende Situationskomiken wieder. Hat echt Spass gemacht. Bin mir ernsthaft am überlegen, ob ich mir nicht die "Pendlerrbibel" kaufen soll. Vielen Dank für die humoristische Verschönerung des heutigen Tages Grüsslichst C.Müller Lambrou Antworten
Bin kein Fan von Bänz Friedli, aber diese Kolumne ist Spitze!! Ich habe 4 Jahre gependelt - und kann alles bestätigen. @Giacun Dermont: Man sollte nur kommentieren, wenn man die Verhältnisse kennt. Pendeln ist harte Arbeit - keiner wird dafür bezahlt - es ist die Freizeit, die drauf geht, freiwillig, damit man einen Job hat!!! Antworten
Kommt mir doch gleich ein Schwarzweisfilm in den Sinn, da hatt doch irgend einer ein zusammengelegtes Schlauchboot in einer proppevollen U-Bahn dabei. Ich glaubs, ein Hund hat an der Leine gezogen und das Schlauchboot hat sich von alleine aufgeblasen................den Rest kann man sich ja vorstellen. Antworten
Es ist nicht normal, wer in der Zeitung vorschlägt, skrupellos zu sein, Kinder und ältere Menschen einfach umzustossen, nur um einen Sitzplatz zu "ergattern". Ein wenig mehr Rücksicht auf Schwächere und ein wenig weniger Egoismus würde Zürich gut tun. Immer easy man. Giacun Dermont, Zürich Antworten
Wunderbare Schreibe, Bänz! Um Äonen besser als die Migros-Kolumne um A-L und Fuessball-nümme-meh. Sie haben ja richtig viel Witz und eine spitze Feder! Leider gibt es halt wieder Schweizer Fübüs, die alles für bare Münz nehmen... null Humor. Aber Pendeln ist heute wirklich eine echte zwischenmenschliche Herausforderung. Ich habe das Privileg, dass ich Regel Nr. 5 anwenden kann. Antworten
@Franziska Fink: das habe ich mich auch schon gefragt! und schauen sie nur mal wie jeden morgen dieselben leute an derselben stelle stehen, als gehöre ihnen diese paar quadratzentimeter persönlich.und stehen sie mal aus spass an genau dieser stelle, der pendler der im laufschritt jeden morgen an seinen platz "rennt", wird sie böse ankucken und mit etwa 2cm abstand neben sie stehen :) (perron frei) Antworten
Mich hat Ihr Artikel irritiert. Faustregeln könnten es in sich haben, nur: Ganz schön deftig, was Sie da Stereotypen pflegen:- ich denke an die reisenden "Seniorinnen und Senioren" oder die zweisprachigen Jüngeren. Wollen Sie gefallen, um gelesen zu werden? Bei wem bändeln Sie so an? Nicht ein einziger Senior/ eine einzige Seniorin weniger wird zu Pendler-Zeiten deswegen unterwegs sein.Schade! Antworten
Mit Krawatte sollte man nicht wie ein Hip-Hopper aus sehen wollen. Ob dies durch weisse Kopfhörer oder durch Kopf nicken erreicht werden soll ist egal. Stehen sie zu dem was sie hören, das hat definitiv mehr styl. Augen zu und Kopf nach hinten hilft auch gegen ungewünschte Gespräche. Antworten
Schade, schreibt Friedli keine Kolumnen mehr. Keiner kann den Pendleralltag so treffend beschreiben wie er. Der Artikel gehört zum besten, was ich je zum Thema S-Bahn gelesen habe und sollte Pflichtlektüre für jeden Pendler werden. Genial geschrieben und voll der Realität entsprechend. Danke und bitte mehr davon! Antworten
Mit perfekter Sitz-Ergonomie, bei konstanter nach belieben wählberarer Temperatur, von einer Surround-Anlage musikalisch umhüllt, innehaltend Zeit zu haben, den eigenen Gedanken nachzuhängen... da kann das Wohlbefinden nur noch mit der Vorstellung an den ÖV gesteigert werden ;-) Antworten
Na, jetzt hab ich was gelernt. Ich bin einer von denen der etwa drei mal im Jahr ÖV fährt. Wenn der Alfa kaputt ist, wenn ich in den WK muss und wenn der Alfa wieder kaputt ist. Dann werde ich mir die Frage, die ich anstandshalber immer stelle: "isch da no frei?" wohl das nächste mal verkneifen, da mich diese Frage ja als Verbrenner fossiler Brennstoffe outet. Vielen Dank! Alfa... halte durch!!! Antworten
Bänz Friedli, wie ich ihn nicht vermisst habe - immer schön das Negative mit dem Rotstift dreimal unterstreichen, am Besten mit dem wasserfesten Filz, gell. Ich bin der Pendlerhölle, die Sie, zugegebenermassen, sehr treffend beschrieben haben, inzwischen entkommen und reise leise und angenehm auf den vornehmen Sitzen. Das bin ich mir nunmal wert, denn 20 Jahre 2. Klasse sind genug! :D Antworten
Danke dem Pendlerregler! Wie immer genial geschrieben und voll ins Schwarze getroffen! Zusatz: Steigen Sie in der S-Bahn als Niederklässler in den 1-Klass-Wagen ein und besetzen Sie einen der fast immer freien 2.-Klass-Sitzplätze. Die meisten Pendler sind nämlich auch nach Jahren noch zu blöd, zu begreifen, dass diese Wagen zu 1/4 auch 2.Klassabteile führen! Und: Kinderwagen/Velos rausschmeissen! Antworten
Ich mag das Gedränge, denn die Hormone, die den Vermehrungstrieb steuern, nehmen ab, das Gedränge wird also über die Jahre nicht schlimmer. Und ein herzliches Dankeschön für jeden, der gerne im Stau steht und nicht rechnen kann, wieviel ein Auto pro Jahr tatsächlich kostet! Antworten
Lieber Bänz Friedli, ergänzen Sie doch bite, bitte, die Regel 2 noch um den Zusatz, dass man Kaffee in standfeste Flaschen füllen sollte, und auch das nur, wenn man dem Handling der Thermosflasche feinmotorisch gewachsen ist. Ich möchte wirklich nur ein einziges Paar Batik-Hosen besitzen, auch wenn die Batikerin an und für sich nett war......... Antworten
Regel 8 verlangt nach ein wenig korrektur. Auf keinen Fall(!) die iPod Kopfhörer benutzen. Jene sind nämlich nicht schalldicht. Der ganze Wagen muss demnach deinen Mono-sound mithören. Ausserdem sagen die weissen Kopfhörer: Ich bin zu Geizig mir ein paar anständige Kopfhörer zu kaufen Antworten
Meine Lieblingspendler, welche wohl mitunter bei Regel 3 erwähnt werden, sind diejenigen, die zu Stosszeiten ihren ganzen Karsumpel auf dem Nebensitz deponieren und dann düpiert sind, wenn man nicht nachfragt, ob der Sitz noch frei sei. Ich löse das meistens nonverbal und stecke mir dann zur Abwehr der ebenfalls nonverbal kommunizierten Empörung die weissen Stöpsel in die Ohren. Antworten
Mein ganzes Berufsleben bin ich mit der SBB gependelt ohne Schaden zu nehmen.Zwei Monate bin ich in Japan von Omiya nach Tokyo gependelt meistens zu den Stosszeiten. Auch nachts um 23.00Uhr sind Stoss-zeiten.Aber bei 3 Mill.Pendler täglich im Grossraum Tokyo lernt man sogar schnell im Stehen zu schlafen.Ein-u.Aussteigen sind org.und eingespielt.Es gibt Pendler die sind täglich über 3Std.unterwegs. Antworten
Regel 11: Nehmen Sie das Velo. Je nach Fitness und Möglichkeit am Arbeitsort zu duschen ist das bis 25 km praktikabel, und dauert auch nicht länger als ÖV mit umsteigen. Stau kann ihnen gestohlen bleiben. Nervende Mitpendler auch. Ausserdem ist man dann am Morgen garantiert wach. Antworten
Haha, herrlich! Regel 3 befolge ich übrigens schon lange. (Ausser mit Leute schubsen und Alte ignorieren) Da gibt es übrigens noch weitere Tricks. Zu meiner S12-Winti-Züri-Pendlerzeit wartete ich jeden morgen darauf, dass es bald eine Schlägerei vor der Tür gibt. Verwunderlicherweise ist das nie passiert. Antworten
Nur wenige Aspekte habe ich vermisst: Bitte nicht Fingernägel knippsen! Auf ausgebreiteten Lunch inkl. Müsli, Eier, Thermosflasche, etc in einem vollbesetzten 4er Abteil, kann ich ebenfalls gerne verzichten... Kinder sind lieb und ich mag sie sehr - nur lieber nicht quängelnd in der 1. Klasse... Antworten
@ Schuster Toni: Naja, die Info hilft ja nur, wenn man dann noch das Micro-Management im Griff hat auf der richtigen Seite der Türe zu landen. Das bedarf aber dann schon erhöhter Pendelerfahrung inkl. last minute Schätzung des Bremsverhaltens... ;) Antworten
Stimmt genau! ÖV ist absolut ätzend zu Stosszeiten. Deswegen bin ich früher 10 Jahre mit dem Auto gefahren, war entspannter, zeitlich unabhängig und deutlich schneller und erreiche nun seit 2 Jahren meine Arbeitstelle innert weniger Minuten zu Fuss.. Antworten
Köstlich, aber es fehlt noch an Rafinesse: - Möglichst im 2. 4er-Abteil Platz nehmen, neue Passagiere setzen sich eher ins 1, oder laufen weiter. - Imitieren sie unvermittelt einen Niesanfall, wenn sich ein Pendler den freien Platz gegenüber schnappen will. Alternativ hilft gelegentliches Aufstossen. - Fahren sie eine Station gegen den Strom am HB und steigen dort zu. Antworten
Genialer Bericht, musste einige Male schmunzeln! Nur Schade werden in Regel Nr. 2 einige wichtige Geheimnisse verraten welche es möglichst für sich zu behalten gilt. Man wird ja sehn' ob heute Abend am Bahnhof alle Wartenden auf Gleis 3 beim vordersten Bänkli under dem Signal stehen ;) Antworten
Sie sprechen mir aus dem Herzen. Es ist aber leider noch viel schlimmer geworden. Vor, hinter, neben ihnen tefefonieren alle mit ihrem Handy lautstark. Von Zürich bis Lausanne telefonierte ein Herr aus Srilanka lautstark ununterbrochen. Umgestiegen in Lausanne, telefonierte ein Herr aus China lautstark ununterbrochen. Zum Glück konnten wir unsere Reise in Martigny beenden. Die Manieren lassen nach Antworten
Da fehlt noch Folgendes: In der ersten Klasse immer mit Jacke und Gepäck ein ganzes Viererabteil zustellen (frei bleibende Fläche notfalls mit einer Zeitun belegen), in eine möglichst Platzraubende Dolce- Vita Position gehen, Ohrstöpsel einführen und sich schlafend stellen. Antworten
Hi. Super geschrieben! Kann es richtig nachfühlen. Bin zwar mittlerweile nicht mehr Pendler, da ich sonst 1 Stunde länger hätte, aber früher pendelte ich von Oerlikon nach Wädenswil. Als Mittlerweile- Landei bekomme ich jedesmal eine Panikattacke wenn ich im HB auf eine S- Bahn warte. Diese Menschenmassen auf Gleis 21-24 sind unglaublich! Und im Zug fängt es erst richtig an. Antworten
Tatsache bleibt: Solange wir in der S-Bahn so viel Platz für Hand- und Tragtaschen haben, brauchen wir uns über mangelnde Sitzplätze nicht zu beklagen. Auffällig übrigens auch, dass die SBB es zu Stosszeiten nicht für nötig halten, vor Ort einen Augenschein zu nehmen. Aber spät abends, wenn der Kopf vom Ausgang schwer ist, dann wenn es so richtig nervt, dann sind sie da, die «Zugsbegleiter». Antworten



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daniel landwehr
Dem Friedli Bänz fällt auch nichts Neues mehr ein. Wer dies gelesen hat, braucht das Buch nicht mehr zu kaufen.... Antworten