Leben

«Velohelme erhöhen das Unfallrisiko»

Von Stephanie Hess. Aktualisiert am 24.08.2009 243 Kommentare

Der Bundesrat strebt die Velohelmpflicht für Kinder und Jugendliche an. Christoph Merkli, Geschäftsführer von Pro Velo Schweiz, findet das kontraproduktiv.

Helmpflicht oder nicht: Ein Zwang kann auch negative Auswirkungen haben.

Helmpflicht oder nicht: Ein Zwang kann auch negative Auswirkungen haben.
Bild: Keystone

Gegen die Velohelmpflicht: Christoph Merkli, Geschäftsführer von Pro Velo Schweiz.

Gegen die Velohelmpflicht: Christoph Merkli, Geschäftsführer von Pro Velo Schweiz.

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Helmpflicht für Kinder und Jugendliche

Das Handlungspaket «Via sicura» für mehr Sicherheit im Strassenverkehr ist vom Bundesrat ausgearbeitet worden und ging im vergangenen Winter in die öffentliche Vernehmlassung. Es umfasst acht Handlungsfelder, die 60 Massnahmen beinhalten. Dazu gehört auch das Velohelmtrageobligatorium für Kinder und Jugendliche.

Gemäss einer Umfrage der Beratungsstelle für Unfallverhütung stimmen 65 Prozent der Schweizer Bevölkerung einer generellen Velohelmtragepflicht zu.

Anders sieht das Christoph Merkli, Präsident von Pro Velo Schweiz. In der «NZZ am Sonntag» wehrt er sich vehement gegen ein Velohelmobligatorium. Als Gründe führt er an:

• Velohelme verhinderten keinen einzigen Unfall, sondern erhöhten sogar noch das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden. Eine englische Studie habe gezeigt, dass helmtragende Velofahrer vom Autolenker näher überholt würden, als solche ohne Helm. Das führe zu einem erhöhten Unfallrisiko.

• Ein Helmtrageobligatorium halte die Leute vom Velofahren ab. In Ländern wie Australien und Neuseeland, die ein Helmtrageobligatorium eingeführt haben, sei gemäss Studien die Nutzung des Velos um 20 bis 40 Prozent zurückgegangen.

• Der Helm schütze, anders als oftmals gesagt oder gezeigt werde, zwar vor Kopfverletzungen, aber auch nur von diesen. Andere Verletzungen zum Beispiel am Hals, Rücken oder anderen Körperteilen und Gefahren würden bei einem Helmtrageobligatorium ausgeblendet.

Weniger Velofahrer bedeuten mehr Gefahr

Aber auch mit der heutigen Situation in der Schweiz ist Merkli nicht zufrieden. Die Kampagnen der BfU mit Todesfratzen und grossen Narben an Frauenköpfen suggerierten, dass das Velofahren gefährlich sei und ein Helm den nötigen Schutz biete. Merkli sieht in solchen Kampagnen die Gründe, weshalb die heutigen 16-Jährigen nicht mehr so oft Velofahren, wie sie das noch vor 15 Jahren getan haben. Und je weniger Velofahrer sich auf der Strasse bewegten, argumentiert Merkli, desto weniger würden sie wahr- und ernstgenommen.

Das Velohelmtrageobligatorium sowie die weitreichende Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Strassenverkehr steht seit längerem immer wieder auf der politischen Agenda. Im vergangenen Winter ist das Massnahmenprogramm «Via sicura» des Bundes in die öffentliche Vernehmlassung gegangen. Dieses acht Handlungsfelder umfassende Programm zur Verkehrssicherheit beinhaltet auch das Helmobligatorium für Kinder und Jugendliche.

Was denken Sie über ein Helmtrageobligatorium? Schreiben Sie uns Ihre Meinung. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.08.2009, 14:48 Uhr

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243 Kommentare

maurus candrian

24.08.2009, 15:28 Uhr
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da werden wieder einmal mehr die opfer zu tätern gemacht. richtig wäre, unfall-verursachende motorfahrzeuglenker viel härter zu bestrafen (bzw. viel zu milde urteilende richter abzusetzen) ..... ps: bin selber auch autofahrer, aber der autofahrer soll sich auf den strassen so verhalten, dass er permanent die übersicht behält und seine geschwindigkeit und fahrweise den potentiellen risiken anpasst Antworten


Heinz Durrer

24.08.2009, 14:29 Uhr
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Ich selber fahre immer mit Velohelm, bin aber trotzdem gegen ein Obligatorium. Es sollte jeder selben entscheiden dürfen, wie, wann und womit man sich schützen will. Was kommt als nächstes? Ein Kondomobligatorium? Antworten




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