Was Schweizern wirklich wichtig ist

Aktualisiert am 05.03.2010

Eine neue Studie zeigt, welche Werte in der heutigen Krisenzeit besonders hochgehalten werden – und was die Menschen in ihrer Freizeit am liebsten tun.

1/3 Die wichtigsten drei und die unwichtigsten drei Werte.

   

Univox-Studie

Verantwortlich für die Univox-Studie zum Leben und zum Freizeitverhalten sind das Forschungsinstitut für Freizeit und Tourismus (FIF) der Uni Bern und die Markt- und Sozialforschung gfs- zürich. Sie befragten im vergangenen November 718 Wahl- und Stimmberechtigte in der Deutschschweiz und der Westschweiz.

Familie und Freunde sind gemäss der neuen Univox-Studie für die weitaus meisten Schweizerinnen und Schweizer das wichtigste im Leben. Dicht dahinter folgt die Gesundheit. An dritter Stelle stehen praktisch gleichauf die Freizeit sowie Arbeit und Beruf.

Gemäss einer Mitteilung vom Donnerstag sind für 87 Prozent der Befragten Familie und Freunde sehr wichtig, für 12 Prozent eher wichtig. Die Gesundheit ist für 84 Prozent sehr wichtig und für 14 Prozent eher wichtig.

Bedeutung der Arbeit nimmt zu

Die Freizeit reihen 58 Prozent zuoberst ein, die Arbeit und den Beruf 57 Prozent. Für 34 respektive 28 Prozent sind Freizeit beziehungsweise Job eher wichtig. Die Autoren der Studie führen dies darauf zurück, dass in Krisenzeiten die Bedeutung der Arbeit zunimmt.

Zuunterst auf der Liste stehen Politik und Religion/Kirche: Politik ist für jede fünfte Person (20 Prozent) sehr wichtig und für 41 Prozent eher wichtig. Die Religion ist lediglich für 17 Prozent sehr und für 29 Prozent eher wichtig.

Im Mittelfeld liegen die Sparten Kultur, Bildung und Sport. Während Sport und Kultur über die vergangenen zehn Jahre deutlich zulegten, hat die Bedeutung der Bildung im Lauf der Jahre und trotz Krise abgenommen.

Fast täglich Fernsehen und Radio

In der täglichen Freizeit dringt der hohe Stellenwert von Familien und Freunden allerdings nicht durch. Denn 86 Prozent der Befragten gaben an, «fast täglich» fernzusehen, 78 Prozent lesen im gleichen Rhythmus Zeitungen, und 74 Prozent hören praktisch jeden Tag Radio.

Doch nur 57 Prozent gaben an, sich fast jeden Tag mit der Familie zu befassen; 20 Prozent tun dies ein Mal pro Woche. 14 Prozent besuchen fast alle Tage Bekannte oder laden jemanden ein, 46 Prozent tun dies einmal in der Woche.

Wunsch nach mehr Zeit mit der Familie

Geht es ums Wünschen, sieht die Sache hingegen anders aus: 64 Prozent der Befragten möchten sich mehr mit der Familie beschäftigen und 65 Prozent häufiger Gäste einladen. 58 Prozent möchten weniger Zeit vor dem Fernsehapparat verbringen, 51 Prozent weniger Radio hören und 44 Prozent weniger Zeitung lesen.

Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) surft fast jeden Tag im Internet, 53 Prozent würden dies gerne weniger häufig tun. Shopping und Einkaufen gehört für 37 Prozent zum Freizeit- Alltag, 62 Prozent würden gerne weniger oft einkaufen.

Überladene Freizeit

Wenig begehrte Hobbys sind ehrenamtliche Arbeit und Gärtnern. Nur je 5 Prozent üben diese beiden Tätigkeiten fast täglich aus. 57 Prozent möchten bei der Gartenarbeit kürzertreten, 58 Prozent bei unbezahlten Engagements. Die Autoren der Studie werten die Abbauwünsche als Zeichen für die überladene Freizeit vieler.

Einen hohen Stellenwert haben Reisen und Ausflüge für Schweizer und Schweizerinnen. 63 Prozent der Befragten sind mindestens einmal im Monat unterwegs, 67 Prozent würden gerne öfter etwas unternehmen. Bei den Ferien und beim Reisen würde zudem am wenigsten schnell gespart, wenn die Menschen weniger Geld zur Verfügung hätten. (oku/sda)

Erstellt: 05.03.2010, 10:24 Uhr

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