Weshalb es in Bern so viele Singles gibt
Von Tanja Kammermann. Aktualisiert am 21.01.2011 15 Kommentare
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Männer seien zu scheu und viele Frauen wollten nicht: In der Schweiz sind 1,25 Millionen oder 23,3 Prozent der Menschen Single. Auf Platz eins der Singleliste mit 26,5 Prozent ist die Region Bern, gefolgt von Zürich mit 24,9 Prozent und der Zentralschweiz mit 24,5 Prozent. Das hat eine repräsentative Befragung der Partnervermittlung Parship, die zwischen dem 17. und 26. Dezember 2010 bei insgesamt 1000 Personen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren durchgeführt wurde, ergeben.
Warum führt gerade Bern die Liste der Alleinstehenden an? Vor allem Frauen (37 Prozent) und die 18- bis 29-Jährigen (45,6 Prozent) bemängeln, dass es in der Region Bern an passenden Gelegenheiten fehle, den richtigen Partner zu treffen. Eine Suche im Internet macht schnell klar, dass Singleparties in der Bundesstadt in der Tat rar sind. Bis 2008 veranstaltete beispielsweise die Bielersee-Schifffahrt Speed-Dating Parties auf Schiffen. «Die Nachfrage nach solchen Veranstaltungen war jedoch zu wenig vorhanden» sagte Monika Lauener, Medienverantwortliche der Bielersee-Schifffahrt.
Vor allem an Männern habe es gemangelt und darum habe man bald wieder damit aufgehört. «Die Menschen weichen heute eher auf das Internet aus, um einen Partner kennenzulernen, weil es weniger persönlich ist», sagt Monika Lauener.
Auch Erwin Holderried, der seit 25 Jahren Tanzabende für Singles organisiert, bläst ins gleiche Horn: «Die Nachfrage hat abgenommen, früher kamen ca. 150 Leute, heute sind es noch etwa 100 pro Abend». Auch er glaubt, dass sich die Menschen heute vermehrt im Internet nach einem Partner umschauen und so ihr Glück versuchen.
Zu scheu und zu anspruchsvoll
Kein Wunder boomt die weniger persönliche Partnersuche im Netz: Jeder dritte Berner gab in der Befragung an, er sei zu scheu um Frauen anzusprechen. Ein weiterer Grund fürs Singledasein könnte sein, dass 29 Prozent der Berner Frauen und Männer glauben, in der Partnerwahl zu anspruchsvoll zu sein. Und nicht zuletzt hält sich fast ein Drittel für nicht hübsch genug: 22,6 Prozent der Bernerinnen und Berner gaben an, sie fühlten sich zu unattraktiv, um beim anderen Geschlecht zu landen. Im Gegensatz dazu sagten nur knapp fünf Prozent der Zürcher, sie fühlten sich nicht attraktiv genug.
Laut einem Berner Paartherapeuten seien diese Ergebnisse jedoch mit Vorsicht zu geniessen. Er glaubt, der Partnervermittler Parship habe vermutlich einen Nachholbedarf in Bern: «Die Interessen der Auftraggeber der Befragung scheinen hier zu stark durch», sagte der Psychologe, der anonym bleiben will.
Laut der Befragung sind Frauen im Schnitt länger allein als Männer und ein Drittel der Frauen (33,4 Prozent) und ein Viertel der Männer (24,2 Prozent) gab an, keinen Wunsch nach einer Partnerschaft zu verspüren. Für alle anderen: Bald ist Valentinstag. Scheue Berner Männer lasst euch vom Tag der Liebe inspirieren. Und für Frauen: Der Tanzanlass «Happy Singles Night» im Bären Ostermundigen hat schon manche Liebe begründet und beim Tanzen sieht jede hübsch aus. Der Tanzabend findet ca. einmal im Monat statt. «Das natürlichste um jemanden kennenzulernen, ist noch immer ein Tanzanlass», sagt jedenfalls Erwin Holderried. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.01.2011, 00:06 Uhr
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15 Kommentare
Ich glaube kaum, dass das Internet wirklich der geeignete Ort ist, um zukünftige Partner kennenzulernen. Ich hatte folgende Erfahrung bei einem Schweizer-Single-Portal gemacht: über 100 Anfragen erhalten, grösstenteils aus Afrika und Russland. Etwa 5-10 Anfragen von Schweizerinnen schienen seriös, drei Dates wurden vereinbart und bei diesen erschienen die Damen unentschuldigt nicht einmal. Antworten
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