Wie die Titanic zum zweiten Mal in See stach

100 Jahre ist es her, dass der als unsinkbar geltende Unglücksdampfer zu seiner ersten und letzten Fahrt aufbrach. Das Ereignis wird nun originalgetreu nachgestellt – ohne das tragische Finale natürlich.

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100 Jahre nach der Jungfernfahrt der Titanic erinnern die Menschen an ihrem Abfahrtsort im englischen Southampton an den Untergang des legendären Schiffes. Am Hafen der Stadt war heute eine Gedenkveranstaltung angesetzt. Dazu wurden unter anderem 650 Nachfahren von Opfern des Unglücks erwartet.

Zwei Tage zuvor ist ein Kreuzfahrtschiff mit genau derselben Anzahl Passagiere auf den Spuren des Unglücksdampfers von England aus in See gestochen. Die MS Balmoral legte am Sonntag in Southampton ab, wie seinerzeit die Titanic. Viele der Passagiere - darunter Nachkommen der mehr als 1500 damals zu Tode Gekommenen sowie Nachfahren der rund 700 Überlebenden - waren entsprechend der Mode von 1912 gekleidet.

Dieselbe Musik und dasselbe Essen

Auf ihrer zwölf Nächte dauernden Reise nimmt die MS Balmoral dieselbe Route wie die Titanic. Allerdings musste sie zwei Tage früher ablegen, da sie kleiner und langsamer ist. Die Balmoral wird von Fred. Olsen Curise Lines betrieben, deren Mutterunternehmen, Harland and Wolff, die Titanic in Belfast baute. Die Organisatoren versuchen, die damalige Atmosphäre an Bord - ohne den Untergang - erlebbar zu machen.

Menschen aus 28 Ländern haben die Fahrt nach Angaben der Organisatoren gebucht, zu Preisen für die Passage zwischen 2799 und 5995 Pfund (3396 und 7274 Euro). Einer der 1309 Passagiere, der als Gentleman der Edwardischen Epoche gekleidete Graham Free, äusserte sich begeistert, bevor er an Bord ging. «Ich bin Titanic-Fan, seit ich neun Jahre alt war, und näher als auf dieser Kreuzfahrt komme ich ihr nie», sagte der 37-Jährige. «Die Reise hat eine beträchtliche Summe gekostet, aber ich wollte sie unternehmen.»

Während der Reise sind Vorträge von Titanic-Experten geplant, ein Orchester spielt Musik aus der damaligen Zeit, und auch die Mahlzeiten sind auf die Original-Speisekarte abgestimmt. Für den 14. April um 23.40 Uhr - dem Moment, als die Titanic den Eisberg rammte - ist ein Gedenkgottesdienst vorgesehen und später ein weiterer zum Zeitpunkt, als das Schiff sank.

Eine Stadt und ihr Schiff

Southamptons Geschichte ist fest mit der Titanic verwoben. Von den rund 1500 Menschen, die beim Untergang des Schiffes ums Leben kamen, hatten 550 eine Adresse in der Hafenstadt in Südengland. Die meisten von ihnen gehörten zur Crew.

Über Jahrzehnte war dort nur wenig über das Thema gesprochen worden, obwohl es zahlreiche Gedenkstätten gibt. Zum 100. Jubiläum der Katastrophe sollte sich das ändern - unter anderem erzählt nun ein Museum die Geschichte der Stadt und des Schiffes. Die «Titanic» war am 10. April 1912 gegen Mittag in Southampton losgefahren. In der Nacht auf den 15. April rammte das damals grösste Schiff der Welt einen Eisberg und sank. (fko/dapd/sda)

(Erstellt: 10.04.2012, 15:42 Uhr)

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