Willkommen im Club der gehörnten Ehefrauen, Anne Sinclair!
Von Nina Merli. Aktualisiert am 18.05.2011 6 Kommentare
Dossiers
Artikel zum Thema
- Die reiche Frau Strauss-Kahn
- «Die Franzosen lieben Untreue»
- Bill steht Hillary wieder mal im Weg
- Ein Sünder rehabilitiert sich
- Prozess gegen Strauss-Kahn in New York eröffnet
- Justiz ermittelt wegen Zuhälterei gegen Strauss-Kahn
- Anne Sinclair schiesst gegen die Medien
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
«Ich glaube keine Sekunde lang den Anschuldigungen, die gegen meinen Mann erhoben werden», liess Anne Sinclair, die Ehefrau des verhafteten IWF-Chefs Dominique Strauss Kahn, in einer Erklärung verlauten. «Ich zweifle nicht daran, dass sich seine Schuldlosigkeit erweisen wird.» Dies ungehindert der Tatsache, dass sie ihrem Mann bereits vor einigen Jahren einen Seitensprung verziehen hatte.
Mit ihrer felsenfesten Loyalität zu ihrem Mann ist Sinclair kein Einzelfall. Ihre knappe, aber sehr aufschlussreiche Aussage signalisiert, was die Maxime vieler Ehefrauen von mächtigen Männern zu sein scheint: Egal, ob mein Ehemann einen Seitensprung begeht oder sich daneben benimmt, ich stehe zu ihm. Hillary Clinton verzieh 1998 ihrem Ehemann, damals US-Präsident, seine Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky und äusserte sich erst fünf Jahre später – und zwar alles andere als ausführlich – in ihrer Autobiografie «Gelebte Geschichte» zum Vorfall, der Bill Clinton immerhin ein Amtsenthebungsverfahren beschert hatte.
Frauenrechtlerinnen zogen über Hillary Clinton her, als sie sich hinter ihren Mann stellte und in der Öffentlichkeit keine Miene verzog. Man wirft der heutigen US-Aussenministerin reine Taktik vor. Sie habe nur ihre Karriere vor Augen gehabt. Wenn dem so wäre, dann ist ihre Rechnung auf jeden Fall aufgegangen, Hillary Clinton ist heute dort, wo sie schon immer hin wollte: an der Spitze der amerikanischen Politik.
«Stand by your man» – egal, was passiert.
Ähnlich verhielt sich auch Silda Spitzer, die sich ironischerweise bei Hillary Clinton erkundigte, wie sie sich in Zukunft zu verhalten hätte, als sie sich voll auf ihre neue Rolle als Politikergattin konzentrieren wollte (und ihre eigene Karriere als Anwältin aufgab). Das war 1996, der Sex-Skandal ihres Mannes, des Ex-Gouverneurs von New York Eliot Spitzer, gelangte erst 2008 an die Öffentlichkeit. Und Silda hatte inzwischen gelernt, wie man als Politikergattin damit umgeht, wenn der eigene Mann sich mehrfach und ausgiebig mit Edel-Prostituierten vergnügt: Man hält die Klappe und steht zu ihm.
First Lady Jacqueline Kennedy wusste ebenfalls von den Eskapaden ihres Mannes John F. Kennedy. Dazu geäussert hat sie sich nie, angesehen hat man ihr auch nichts. Sie spielte das Spiel der perfekten Ehegattin und der «happy family» mit Bravour. Das waren andere Zeiten, könnte man sagen, doch die Devise «Wegschauen» von Politikergattinnen hält sich bis heute. Als sich CSU-Politiker Ernst Seehofer 2007 ebenfalls eine Ehe-Auszeit gönnte, verzieh ihm Gattin Karin. Auch wenn der Ausbruch nicht folgenlos blieb: seine Geliebte Anette Fröhlich brachte wenig später eine Tochter zur Welt. Doch Karin Seehofer liess sich auch von diesem Skandal nicht erschüttern und hielt ihrem Mann weiterhin die Stange.
Irgendwann ist genug
Während ihrer knapp 20 Jahre langen Ehe mit Italiens Premierminister Silvio Berlusconi drückte Veronica Lario mehr als nur ein Auge zu. Lieber schwieg sie sich über anzügliche Bemerkungen aus und gab auch keinen Kommentar ab, als ihr Göttergatte bei seinem Staatsbesuch in Russland einer Fabrikmitarbeiterin einen Klaps auf den Hintern verpasste – wohlgemerkt vor versammelter Journalistenschar. Irgendwann wurde es ihr dann doch zu bunt. 2007 verlangte die wütende Ehefrau in einem offenen Brief, und zwar ausgerechnet in der Berlusconi-kritischen Tageszeitung «La Repubblica», eine Entschuldigung für seine Avancen gegenüber anderen Frauen. Das Fass endgültig zum Überlaufen brachte eine nicht bestätigte Affäre des Premiers mit einer 18-Jährigen. Veronica Lario platzte der Kragen, sie reichte die Scheidung ein. Gerade rechtzeitig, sonst sähe sich Lario nun mit dem Schmierentheater um «Rubygate» konfrontiert.
Berechnend? Verzweifelt? Schwach? Man kann das Verhalten von Anne Sinclair deuten, wie man will. Vielleicht weiss sie auch einfach, dass die «Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage»-Ehe nur in Märchen vorkommt. Auf ihrem Blog schrieb die ehemalige Journalistin am 30. April zur Traumhochzeit von Prinz William und Kate Middleton unter dem Titel «Marriage – Ehe» folgendes: «Ich kann jeden verstehen, der keinen Augenblick der Übertragung verpasst hat. Genauso wie Kinder, die vor dem Einschlafen jeweils eine Geschichte von der Prinzessin hören wollen – denn die Realität des Lebens holt einen schnell genug ein.» Oder vielleicht teilt Anne Sinclair auch einfach die Meinung der Schauspielerin Claudia Cardinale, die einst behauptete: «Die Ehe funktioniert am besten, wenn beide Partner ein bisschen unverheiratet bleiben.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.05.2011, 07:24 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
6 Kommentare
Diese Frauen stehen in der Regel nicht zu ihren Männern. Sie stehen zum Geld und zur Macht, zum Status und zu den Privilegien, die mit solchen Männern verbunden sind. Sollte DSK verurteilt werden und im Knast sitzen, dann geht die mächtige Aura flöten. Sie wird sich dann scheiden lassen. Geld und Status hatte Frau Sinclair schon immer selber. Nicht aber Macht. Antworten
Leben
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Bitte warten




