Wo man im Mai noch Ski fahren kann

Am Wochenende dürfte in den Alpen nochmals viel Schnee fallen – und das fast am Ende der Wintersaison. Eine Saisonverlängerung läge nahe. Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat bei Bergbahnen und Schweiz Tourismus nachgefragt.

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Schnee in Andermatt: bis 400 cm. Crans Montana: bis 370 cm. Saas-Fee: bis 370 cm. Der Wintersportbericht lässt die Herzen von Schneesportlern höher schlagen. Wäre nur das Saisonende nicht so drohend nah. Sind die aktuellen Schneeverhältnisse ein Grund für die Bergbahnen, die Saison zu verlängern?

Die Wintersportgäste lassen in Engelberg auch im Frühling nicht auf sich warten: «Wir haben 25 Prozent mehr Frühlingsabonnements verkauft als im Vorjahr», freut sich Peter Reinle, Marketingleiter der Bergbahnen Engelberg-Titlis. «Die Wintersaison wird planmässig bis Pfingsten laufen, wobei ab Mai nur noch das Skigebiet zwischen Titlis und Trübsee auf 1800 bis 3000 Metern über Meer offen ist.» Eine Art Saisonverlängerung gibt es zumindest bei der Talabfahrt: Sie ist laut Reinle eine Woche länger geöffnet, nämlich bis zum 22. April.

Nach dem mässigen Start in die Wintersaison ist der Marketingleiter zuversichtlich, dass diesen Frühling noch einige Gäste nach Engelberg kommen werden. Dies unter anderem wegen der Schweizer Meisterschaften der Schneesportlehrer Ende kommender Woche.

«Saisonende war der richtige Entscheid»

In den Flumserbergen ist die Wintersaison seit Ostermontag hingegen zu Ende. Eine Saisonverlängerung ist gemäss René Zimmermann, Marketingleiter der Flumserbergbahnen, kein Thema. «Obwohl es momentan wieder schneit, war es der richtige Entscheid. Die schlechten Wetterprognosen haben uns darin bestärkt.»

Auch bei idealen Verhältnissen käme eine Saisonverlängerung bei den Flumserbergbahnen eher nicht infrage. Zimmermann begründet dies mit dem enormen Aufwand, der dahintersteckt. «Wir brauchen eine gewisse Planungssicherheit. Zudem müssen die Angestellten ihre Überstunden vom Winter abbauen, und die Vorbereitungen für den Sommersaisonstart am 17. Mai stehen an.»

«Die Kunden haben genug vom Winter»

Mit dem Winter 2011/2012 ist Zimmermann «sehr zufrieden». Gut und solid sei er gewesen, obwohl acht Prozent weniger Skibillette verkauft wurden als im Vorjahr – dies jedoch auf hohem Niveau nach dem erfolgreichen Winter 2010/2011. Allerdings sei der ausklingende Winter eine grosse Herausforderung gewesen mit dem anfänglichen Schneemangel, gefolgt von viel Schnee, dann Stürmen und schliesslich der grossen Kälte.

«Absolut nicht zufrieden» mit der ausklingenden Wintersaison ist Thomas Gurzeler, Direktor von Arosa Bergbahnen. Die Wetterkapriolen hätten dem Skigebiet einen schlechteren Winter als üblich gebracht, er erwarte gegenüber dem Vorjahr ein Minus im einstelligen Bereich. Trotz der Einbussen und der aktuell sehr guten Schneeverhältnisse wird in Arosa am Saisonende per 15. April festgehalten. «Die Kunden haben genug vom Winter. Im Frühling herrscht jeweils keine gute Nachfrage mehr», ist sich Gurzeler sicher.

«Wir unterstützen den Betrieb im Spätwinter»

Auch wenn eine Verlängerung der Wintersaison für diverse Bergbahnen kein Thema ist: Schweiz Tourismus unterstütze den Tourismusbetrieb im Spätwinter, meint Mediensprecherin Daniela Bär gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Wir begrüssen den unternehmerischen Entscheid der Bergbahnen und Destinationen, das Ende der Skisaison flexibel zu gestalten: Stimmen die Schneeverhältnisse, stimmt auch das Vergnügen, bei milden Temperaturen und strahlender Sonne die letzten Schwünge im Schnee zu ziehen.»

Der Spätwinter wird bereits heute von Schweiz Tourismus beworben. «Auf der Website finden sich Winterangebote, die bis Ende April oder in den Mai hinein buchbar sind», erklärt Bär. Zudem könnten sich Spät-Skifahrer über den Wintersportbericht oder die entsprechende App informieren, an welchen Destinationen noch gute Bedingungen herrschen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 12.04.2012, 11:33 Uhr)

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