Grosses Lichterlöschen für die Glühbirnen

In zehn Wochen verschwindet ein vertrautes Produkt aus den Läden: die Glühbirne.

Altes muss Neuem weichen: Halogenlampen statt Glühbirnen.

Altes muss Neuem weichen: Halogenlampen statt Glühbirnen. Bild: Keystone

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Als vor 130 Jahren die Edison Electric Light Company gegründet wurde, begann die Ära der Glühlampe, am 1. Januar 2009 wird sie in der Schweiz zu Ende gehen. Thomas Alva Edison gelang es 1879, eine Lampe zu konstruieren, die allen Lichtquellen überlegen war. Die elektrischen Bogenlampen waren kompliziert in der Bedienung und so hell, dass sie nur auf Plätzen oder in Hallen verwendet werden konnten. Im Haus und im Geschäft war Gaslicht üblich, auf dem Land und unterwegs die funzelige Petrollampe. Viele Wissenschaftler und Erfinder hatten versucht, eine ideale Lichtquelle zu konstruieren, der geschäftstüchtige Edison kombinierte diese Vorgaben zum System. Als er es der Öffentlichkeit präsentierte, war das eine Sensation: Hunderte von Lampen spendeten ein angenehmes Licht ohne Rauch, Russ und Gestank. Und das Beste: Mit einem Schalter konnte das Licht angezündet werden, und es leuchtete sofort hell. Die Besucher standen Schlange, um einmal eigenhändig den Lichtschalter bedienen zu dürfen.

Das elektrische Licht hat die Welt verändert. Seit Licht jederzeit, überall und billig zur Verfügung steht, spielt sich das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben rund um die Uhr ab, die Eroberung der Nacht war die grösste zivilisatorische Errungenschaft des 20. Jahrhunderts. Heute genügt ein viertelstündiger Stromausfall, um den Alltag durcheinander zu bringen.

Die Technik der Glühbirne, die 130 Jahre lang vervollkommnet wurde, stösst heute an ihre prinzipiellen Grenzen, wenn es um die Energieeffizienz geht. Der 2500 Grad heisse Glühdraht wandelt den Strom zu 5 Prozent in Lichtstrahlung um, zu 95 Prozent aber in Wärme. Das Licht umfasst ein breites Spektrum von Wellenlängen, Farben erscheinen recht natürlich, die Lampe verbreitet eine gemütliche Stimmung.

Neuere Techniken der Lichterzeugung liefern nicht ganz das vertraute Licht der Glühbirne, sie nützen aber den Strom wesentlich besser aus. Wie gut die Effizienz ist, wird gemäss einer EU-Richtlinie auf ziemlich komplizierte Weise errechnet. Für die Konsumenten wichtig ist die Einteilung einer Lampe in eine Energieeffizienzklasse (A bis G, analog den Hausgeräten wie z. B. Kühlschränken). Der Verkauf von Lampen der beiden schlechtesten Klassen, F und G, ist in der Schweiz ab 1. Januar 2009 verboten – das bedeutet das Aus für die konventionellen Glühbirnen.

Die konventionellen Glühbirnen verschwinden vom Markt, doch die Industrie ist um Alternativen nicht verlegen – auch in ungewohnter Formgebung. (Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 17.10.2008, 09:03 Uhr)

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