Kommt ein Vogel geflogen

Sparsamer, grösser und stärker ist das neuste Langstreckenflugzeug der Swiss. In allen drei Klassen soll das Fliegen mit dem Airbus A330-300 komfortabler werden.

Video: Roman Weber

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An Pathos mangelte es nicht, als die Swiss das neuste Flugzeug unter den Fontänen der Flughafenfeuerwehr in den Hangar rollte. Jedoch hätte «Time to Say Goodbye» besser zur Ausmusterung der alten Airbus A330-200 gepasst, die seit 1998 zuerst bei der Vorgängergesellschaft Swissair und nun bei der Lufthansa-Tochter Swiss treu ihren Dienst verrichteten – sie werden nach und nach durch neuere A330-300 ersetzt.

Die neue A330-Variante sieht ihrem Vorgängermodell ähnlich, ist aber länger (63,7/57,5 Meter) und bietet deshalb mehr Plätze (236/196). Weiter (8400 km) kommt und schneller (880 km/h) ist sie dagegen nicht. Die wichtigsten Änderungen finden sich im Inneren der Kabine: In der neuen First und in der Business Class erwarten die Passagiere Sitze mit deutlich verbessertem Komfort.

Aus den Erstklass-Sitzen sind fliegende Suiten geworden. Wenn Mitreisende auf dem Schemel am Fussende Platz nehmen und man sich beim Dinieren in die Augen schauen kann, liegt ein bisschen Restaurant-Atmosphäre in der Luft. Wird der Holztisch verstaut, kann man auf grossen LCD-Bildschirmen die neusten Filme anschauen oder den Sitz zu einem flachen Bett runterfahren.

Auf Luft liegen

Geruhsamen Schlaf über allen Wolken und Grenzen ist auch in der geräumigen Business Class möglich. Die Sitzreihen sind versetzt angeordnet, so dass Geschäftsreisende den Sitz in eine bequemen Liege verwandeln können. Statt mit Schaumgummi sind die Sitze zum Preis eines Mittelklassewagens mit Luftkissen gepolstert, die auf Knopfdruck weicher oder härter aufgepumpt werden können. Die breiten Konsolen bieten Ablageflächen für Laptop und haufenweise Papiere. Braune Teppiche und Blenden im Holz-Look verleihen der Kabine eine luxuriöse Optik, der Geruch von neuem Leder erinnert an eine edle Limousine.

Ein bisschen weniger spartanisch als gewohnt präsentiert sich die Economy-Klasse. Der Sitzabstand bleibt gleich knapp bemessen wie eh und je, doch dank schlanker gestalteten Sitzen, kann man die Beine deutlich besser ausstrecken als früher – wären da nicht die Boxen aus Aluminium, die das Inflight-Entertainment-System enthalten und unter den Sitzen angebracht sind. Auf manchen Plätzen engen sie die Bewegungsfreiheit merklich ein. Ein zentraler Server, um alle Passagiere mit Filmen, Musik und Spielen zu beliefern, sei derzeit noch nicht verfügbar, sagt Paul Estoppey, der bei Swiss für die Kabinenentwicklung verantwortlich ist: «Natürlich wäre es schön, wenn die Entwicklung ein bisschen schneller vor sich ginge, aber bis dahin müssen wir mit den Kästen unter dem Sitz leben – wie die Konkurrenz auch.»

Stärker und deshalb leiser als der A340

Nicht mehr Berge werden den neuen Jets ihren Namen leihen, sondern Kantons-Hauptorte und Tourismus-Destinationen. Die Ehre, den ersten A330-300 in den Farben der Swiss zu taufen, kam deshalb dem Gemeindepräsident von Schwyz, Stephan Landolt, zu. Freuen über das neue Flugzeug dürften sich allerdings nicht nur die «zahlreichen Vielflieger aus dem Kanton Schwyz» (Christoph Franz), sondern auch die lärmgeplagten Anwohner des Flughafens Zürich.

Der Grund: Im Vergleich zum gleich langen Airbus A340 ist der A330-300 deutlich stärker. «Ein zweistrahliges Flugzeug muss auch mit einem Triebwerk fliegen können, der A340 mit vier Motoren muss nur den Ausfall eines Triebwerks verkraften können. Deshalb hat der Neue mehr Kraft und gewinnt schneller an Höhe», erläuterte der Pilot, der das Vergnügen hat, das funkelnagelneue Flugzeug um 13 Uhr nach New York zu fliegen. Daran gewöhnen muss er sich nicht. «Airbus baut in allen Flugzeugen die gleichen Cockpits ein, deshalb reicht es, die Unterlagen einen Tag lang durchzulesen.»

Gleichzeitig verbraucht das neue Flugzeug im Vergleich zum Vorgänger rund 13 Prozent weniger Treibstoff pro Passagier. Die neuen Business-Sitze sind vier Kilogramm leichter. Pro Jahr spart Swiss damit 650 Tonnen Kerosin. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 20.04.2009, 14:43 Uhr)

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