Restaurants in Privatwohnungen
In Buenos Aires ist es hip, Restaurants nicht als solche anzuschreiben und beispielsweise nur mit einer Nummer zu kennzeichnen. Ein boomender Zweig in diesem Bereich sind die Puertas cerradas. Übersetzt heisst das «geschlossene Türen». In Wirklichkeit sind es Restaurants in privaten Wohnungen, deren Türen für alle weit offen stehen. Die Adresse der Lokalitäten erfährt man jedoch erst, wenn man reserviert.
Ein 3-Gänger für 30 Franken...
Wir treffen uns in Buenos Aires mit Myron Bingham von Gaucho Delux, er importiert argentinisches Rindfleisch in die Schweiz. Er nimmt uns mit zu Alejandro und Rosana, einem jungen Paar aus Buenos Aires, das in einer 3-Zimmer-Parterrewohnung daheim ist. Zwei Zimmer der Wohnung wurden ausgeräumt und mit kleinen Tischen bestückt. Gekocht wird in der ganz normalen Küche.
Weil ihr Betrieb so klein sei, sagen die Gastgeber, bräuchten sie keine Bewilligung. Serviert wird ein 3-Gänger für umgerechnet rund 30 Franken.
... und ein Blick ins Private
Wie ist das Paar dazu gekommen, ein Restaurant in den eigenen vier Wänden zu eröffnen? «Wir sind gereist, und als wir zurückkamen, fragten wir uns, was tun?», erzählt Alejandro. «Wir haben festgestellt, dass so ein Restaurant ein genialer Weg ist, die Leute an unseren eigenen Interessen Essen, Musik und Kunst teilhaben zu lassen.»
Die Gäste bei den beiden zu Hause sind gemischt, bei Einheimischen kommt das Exklusive gut an – aber auch Touristen lieben den Blick in die fremden vier Wände. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 13.04.2009, 19:19 Uhr





