Hintergrund

Warum Charterpassagiere den Flughafenbetrieb ausbremsen

Schlangen vor der Sicherheitskontrolle, nervende Untersuchungen, zusätzlicher Stress – eine Studie hat die Schuldigen identifiziert.

Knackpunkt Sicherheitscheck: Kontrolle am Flughafen Zürich.

Knackpunkt Sicherheitscheck: Kontrolle am Flughafen Zürich. Bild: Keystone

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Kosten lassen sich zwar kalkulieren. Doch wenn menschliche Faktoren hineinspielen, wird es bei der Berechnung immer schwierig. Die Hamburger Beratungsfirma Kirschenbaum Consulting versuchte es trotzdem. Sie untersuchte ein Jahr lang die Sicherheitskontrollen an einem europäischen Regionalflughafen.

Das zentrale Ergebnis der Studie: An Extrakosten durch Verzögerungen bei den Checks sind massgeblich die Charterpassagiere schuld. 10 bis 15 Prozent der Reisenden auf Linienflügen hatten in ihrem Handgepäck verbotene Gegenstände, so die Autoren der Studie. Bei den Charterpassagieren betrug der Anteil 33 bis 50 Prozent, so erste vorläufige Ergebnisse. Und das kostet.

Mehraufwand auch bei den Kontrollen

Auch bei den genaueren Untersuchungen durch das Flughafenpersonal schnitten die Charterpassagiere schlechter ab. 10 Prozent der normalen Passagiere mussten nochmals abgetastet werden, aber 33 Prozent der Charterpassagiere. Sie verursachten 35 Prozent mehr an Zusatzkosten als die regulären Reisenden. «Die Sicherheit ist einer der deutlichsten Kostenfaktoren an Flughäfen geworden», so Avi Kirschenbaum von Kirschenbaum Consulting. «Es wird Zeit, dass man mehr auf den menschlichen Faktor achtet, der auf diese Kosten einwirkt.»

Erfahrung ist entscheidend

Die genauen Ergebnisse der Studie präsentiert die Beratungsfirma Anfang April. Eine Erklärung für das unterschiedliche Verhalten der beiden Passagiertypen sehen die Autoren in der Erfahrung der Reisenden mit der Situation. Charterpassagiere fliegen in der Regel nicht so oft wie Linienfliegende. Ausserdem könne es sein, dass sie im Urlaub Mitbringsel gekauft haben, die sie nicht mit an Bord nehmen dürfen. Da diese ihnen wichtig sind, neigen sie dann zu langen Diskussionen mit den Sicherheitskontrolleuren. Streitende Passagiere tragen zu 80 Prozent der zusätzlichen Zeit bei den Sicherheitschecks bei. Im Schnitt soll diese laut den Vorgaben der Flughäfen bei etwa 30 Sekunden liegen.

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Erstellt: 29.03.2013, 12:07 Uhr

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