«Cavalli ist der Inbegriff von Leo-Print»
Von Franziska Kohler. Aktualisiert am 10.11.2011 2 Kommentare
Die Swiss Fashion Night
Yvonne Reichmuth (25) aus Zürich hat mit Vampira bereits ihre dritte eigene Modekollektion herausgebracht. Sie besuchte die Mode Design Schule Zürich und arbeitet auch als Stylistin für andere Modelabels, Magazine oder Kampagnen.
Reichmuth kämpft heute Abend mit vier anderen Finalisten im Rahmen der Fashion Days Zurich um den Annabelle-Award 2011, ein einjähriges Stage beim Designer Roberto Cavalli. Auf dem Laufsteg zu sehen sein werden ausserdem die aktuellen Kollektionen der Schweizer Labels Aziza zina, Javier Reyes, van Bery und Little Black Dress. Den Abschluss macht wieder Roberto Cavalli mit seiner Just Cavalli Kollektion für den Frühling/Sommer 2012.
Links
- Yvonne Reichmuth — Das Porträt
- annabelle award 2011 — Die Finalisten
- Yvonne Reichmuth — YVY Fashion Design & Styling
- Charles Vögele Fashion Days 2011
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Heute Abend wird an den Zurich Fashion Days der Annabelle-Award 2011 vergeben: Ein einjähriges Stage im Florenzer Atelier von Roberto Cavalli. Wie aufgeregt ist man da als Finalistin?
Langsam kommt die Nervosität auf, vor allem freue ich mich aber auf den Abend — nur schon, dass ich zu den fünf Finalisten gehöre, ist toll.
Was wird den Ausschlag dafür geben, wer schliesslich gewinnt?
Keine Ahnung. Ich glaube, die Ausgangslage ist für alle dieselbe, es gibt keinen Favoriten. Die Entscheidung von Cavalli wird sicher auch eine persönliche sein: Wer fällt ihm besonders auf, wer ist ihm sympathisch?
Ein Jahr bei Roberto Cavalli, einem weltweit bekannten und bewunderten Designer, der schon seit vierzig Jahren die Modewelt prägt — wäre das für Sie die Chance zum Durchbruch?
Ob mir tatsächlich der Durchbruch gelingen würde, darauf will ich mich nicht verlassen. Sicher aber ist es eine einmalige Chance, einen Blick in sein Modeimperium zu werfen.
Sie haben sich für den Annabelle-Award beworben, weil Sie schon immer ein grosser Cavalli-Fan waren. Wofür steht er?
Für Mode, die sexy ist und verführerisch, für Frauen, die sich gern zeigen und zu ihrer Weiblichkeit stehen. Und natürlich für Leo-Print — Cavalli ist der Inbegriff für Leo. Sein Stil gefällt mir sehr, er strahlt so viel Lebensfreude aus. Darum wäre es eine grosse Ehre, für ihn arbeiten zu dürfen.
Auch Sie arbeiten viel mit ausgefallenen Prints und Leder, kombinieren schlichte, elegante Schnitte mit rockigen Elementen. Das würde gut zum Stil Cavallis passen.
Das stimmt, meine Kollektion ist aber etwas schlichter und reduzierter. Ich versuche, elegante Stücke zu designen, die feminin und tragbar sind. Gleichzeitig soll jedes Stück noch etwas Rock und Coolness ausstrahlen. Ich glaube, das würde gut funktionieren im Hause Cavalli.
Das Haus Cavalli, wie Sie sagen, ist ein riesiges Mode- und Geschäftsimperium. Was könnten Sie als Nachwuchsdesignerin dort einbringen?
Die typischen Schweizer Werte vielleicht, vor allem Zuverlässigkeit. Das würde sicher einen spannenden Mix mit der italienischen Lebensart ergeben. Mehr als er von mir könnte aber natürlich ich von ihm profitieren: Seinen Namen im Lebenslauf zu haben, ist unbezahlbar.
Ist Modedesign ein Beruf oder eine Berufung?
Das kommt ganz darauf an, welcher Typ Designer man ist: Auf der einen Seite stehen die Künstler, die sich mit ihrer Mode ausdrücken und ein Kunstwerk erschaffen wollen. Auf der anderen Seite gibt es auch viele Designer, die vor allem Geschäftsleute sind und kommerziell erfolgreich sein wollen. Mein Ziel ist es, etwas dazwischen zu werden — eine wirtschaftlich erfolgreiche Künstlerin.
Ihre grösste Inspiration?
Musik. Aber nicht nur: Wir sind jeden Tag von so vielen Eindrücken und Einflüssen umgeben, die unbewusst in unsere Arbeit mit einfliessen. Oft lasse ich mich auch von Figuren inspirieren, die mich faszinieren. Bei meiner jetzigen Vampira-Kollektion war das zum Beispiel die Schauspielerin Maila Nurmi. Sie ist düster und hat einen schwarzen Humor, gleichzeitig ist sie aber sehr verführerisch genau wie meine Kollektion.
Wie geht es für Sie weiter, falls Sie heute Abend nicht gewinnen?
Genau so wie bisher: Ich werde in Zürich bleiben, als Stylistin tätig sein, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, und gleichzeitig weiter an meinen Designs arbeiten. Ich bin happy hier und habe noch viele Ideen im Kopf, die ich umsetzen möchte. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.11.2011, 13:43 Uhr
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