Leben

«Enfant terrible» der Modeszene tot aufgefunden

Modedesigner Alexander McQueen lag tot in seiner Londoner Wohnung. Laut britischen Medien muss von einem Suizid des 40-Jährigen ausgegangen werden.

1/14 Die hohen Schuhe waren eines seiner Markenzeichen: Ein Model an der Alexander-McQueen-Sommer-2010-Schau in Paris.
Bild: Keystone

   
Einer der ganz Grossen im Modezirkus: Alexander McQueen.

Einer der ganz Grossen im Modezirkus: Alexander McQueen. (Bild: Keystone)

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«Herr McQueen wurde heute morgen tot zuhause aufgefunden», sagte eine Sprecherin des Designers. «Wir sind am Boden zerstört», fügte sie hinzu. Aus «Respekt gegenüber seiner Familie und seinen Kollegen» wollte die Sprecherin keine weiteren Angaben zu McQueens Tod machen.

Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, ohne McQueen namentlich zu nennen, Rettungskräfte seien am Donnerstag in eine Wohnung im Zentrum von London gerufen worden. Sie hätten den dort aufgefundenen Mann für tot erklärt und die Polizei verständigt. Der Todesfall werde als «nicht verdächtig» eingestuft, sagte der Polizeisprecher.

McQueen starb wenige Tage vor der Londoner Fashion Week. Am 9. März sollte er in Paris seine Prêt-à-Porter-Damenkollektion vorstellen. Vor drei Jahren hatte sich eine enge Freundin von McQueen, die Mode-Ikone Isabella Blow, das Leben genommen.

Sohn eines Taxifahrers

McQueen kam am 17. März 1969 als Sohn eines Taxifahrers zur Welt und wuchs in einfachen Verhältnissen im Londoner Arbeiterviertel East End auf. Er machte eine Lehre bei Herrenschneidern in der berühmten Londoner Einkaufsstrasse Savile Row.

Nach seinem Studium an dem renommierten Londoner St. Martin's College für Kunst und Design stieg er schnell zu einem der wichtigsten britischen Designer auf.

Eigenes Label

Mehrere Jahre arbeitete er als Chefdesigner bei dem französischen Modehaus Givenchy. Seit 2000 vermarktete er unter dem Dach des italienischen Modekonzerns Gucci sein eigenes nach ihm benanntes Label. 2004 brachte er seine erste Herren-Modelinie auf den Markt, ausserdem kreierte er Parfums.

McQueen war für seine grellen Entwürfe bekannt wie etwa Hosen mit Sichtspalt über dem Po. Bei einer Modeschau unter dem Titel «Highland Rape» (»Highland-Vergewaltigung») schickte er mutmassliche Vergewaltigungsopfer in zerrissenen Klamotten auf den Laufsteg.

Auch sonst schockte er die Modewelt gern mit flegelhaftem Auftreten und wurde von der Presse oft als «Bad Boy» oder «Hooligan» tituliert. Für Givenchy kreierte McQueen allerdings gefälligere Mode. Er wurde vier Mal zum britischen Designer des Jahres gekürt. (rb/sda/ddp)

Erstellt: 16.03.2010, 11:02 Uhr

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