Guess what, 30!

Seit nunmehr 30 Jahren formt Guess nicht nur Knackpopos, sondern auch Karrieren: Carla Bruni, Carré Otis oder Claudia Schiffer, sie alle posierten einst für die legendäre Jeansmarke.

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Claudia Schiffer tut es nicht zum ersten Mal. Bereits vor 23 Jahren, damals noch völlig unbekannt, posierte sie für Guess. Die verführerische Femme fatale mimend, lehnt sie sich lässig – natürlich spärlich bekleidet – an den Türrahmen. Excusez-moi, wo ist denn die pralle Brigitte Bardot von damals geblieben? Guess immerhin hat allen Grund, sich zu feiern. Seit 30 Jahren ist das Unternehmen auf Kurs, sein Sortiment längst diversifiziert, wirbt es heuer abermals mit der hochgeschossenen Blonden, die über das Fotoshooting sagt: «Es war wie zurück in die Vergangenheit – so viele schöne Erinnerungen.»

Abenteuer und Kurven

Paul Marciano, ursprünglich aus Marokko stammend, ist in Marseille zusammen mit drei Geschwistern in einer jüdischen Familie aufgewachsen. Vater, Grossvater und Urgrossvater, alle waren sie angesehene Rabbiner, nur Paul widersetzte sich. Nach neun Jahren auf der Rabbiner-Schule in Strassburg türmte er und arbeitete in Israel in einem Kibbuz – von morgens bis spätabends schuftete er auf dem Feld –, bis ihn einer seiner Brüder, Maurice, nach Hause holte und ihn in seinem eigenen Geschäft anstellte. Einem kleinen Kleiderladen, wo sie alles nähten, was man ihnen antrug. Später gründeten sie zusammen eine eigene Marke, MAG.

«Guess stand immer für Jungendlichkeit, Sexyness und Abenteuer. Und so suche ich mir auch die Models aus», sagt Chef Marciano. Von Linda Evangelista über Drew Barrymore bis zu Alessandra Ambrosio oder Adriana Lima, sie standen alle schon in Jeans vor seiner Linse. «Die Models müssen gesund aussehen. Sind sie zu dünn, dann finde ich das weder sexy, noch passen sie dann zur Marke.» Geld für illustre Namen fehlte oft in der Kasse, aber dafür hatte Guess eine Nase für die Frauen von morgen. «Claudia Schiffer ist das beste Beispiel. Vor Guess kannte sie keiner, später war sie ein Supermodel. Carla Bruni modelte für uns, als sie 16 Jahre alt war, heute ist sie die Première Dame Frankreichs.» Der Kausalzusammenhang für Letzteres scheint etwas vage, das muss selbst der CEO sich eingestehen. Ob das alternde Supermodel noch immer das adäquate Aushängeschild für «30 Jahre Sexyness» ist, das wird sich weisen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 03.05.2012, 15:22 Uhr)

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