Heisser Favorit

Er ist die andere Möglichkeit, am Strand und im Wasser eine gute Figur zu machen: Der Monokini. Nicht Badeanzug, nicht Zweiteiler steht dem exzentrischen Textil, dem aktuellen Liebling der Stars, ein grosser Sommer bevor.

Dieses Jahr siehts so gut aus wie noch nie für ein eigentliches Comeback: Badende in einem Monokini.

Dieses Jahr siehts so gut aus wie noch nie für ein eigentliches Comeback: Badende in einem Monokini.

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Er ist ein Zwitterwesen, ein modischer Hybrid: Weder zweigeteilt offen wie der Bikini, noch aus einem Stück geschlossen wie der Badeanzug. Er ist die dritte Option für den stilvollen Auftritt am Strand und in der Badi. Und seit ein paar Jahren jeden Frühling der Geheimfavorit für den kommenden Sommertrend.

Doch dieses Jahr siehts so gut aus wie noch nie für ein eigentliches Comeback des Monokinis. Modebeobachter haben ihn in den letzten Tagen in einer nie dagewesenen Häufigkeit an prominenter Anatomie gesichtet – was darauf schliessen lässt, dass das exzentrische Textil mit Beginn der Badesaison auch viele nicht berühmte Körper zieren wird. «Frauen, vergesst den Bikini!», schreibt die Online-Plattform Sodahead – «Der Bademodetrend 2012 heisst: Monokini.» Gewährsfrauen dafür sind unter anderen die Berühmtheiten Rihanna, Kim Kardashain, Sarah Hyland und Paris Hilton, die dieser Tage auf Hawaii oder an Karibikdestinationen entsprechend bekleidet von Paparazzi abgelichtet worden sind. (Lesen Sie auch: «Slip mit Landebahn»)

Im Rahmen dieses Trendphänomens erweist sich insbesondere Sängerin Rihanna als leidenschaftliche Anhängerin, als Mentorin gewissermassen, des eleganten Badekleides. Von einem Yachtausflug nach Hawaii twitterte sie selbstgeschossene Bilder an ihre 12 Millionen Followers, die sie in einem silberfarbenen Monokini zeigen, von vorne wie von hinten – mit dieser Social-Media-Promotionsbombe schaffte es der Monokini in die Trendblogs des Netzes.

Formenvielfalt, unbestrittene ästhetische Qualität

Man mag von Celebritys-Trends halten, was man will – die ästhetische Qualität des Monokinis und seine Bedeutung in der Modegeschichte sind unbestritten. Und ein Liebling der Designer ist der Monokini, auch Cut-out-Badeanzug genannt, ohnehin: wegen seiner Formenvielfalt, die mal die Hüfte, mal den Bauch, mal den Rücken, mal das Décolleté der Frau ins Blickfeld rückt.

Natürlich hat der Monikini auch Feinde, Leute, die geistig zu wenig beweglich sind, um seine Designvarianz schätzen zu können. Oder Leute, die ihm vorwerfen, eine regelmässige Bräune zu verunmöglichen, so geschehen in der Stilsektion der «NZZ am Sonntag» von diesem Wochenende (Artikel glücklicherweise nicht online abrufbar). Was soll man dazu sagen? Womöglich: Es lohnt sich nicht mit Leuten zu diskutieren, die sich der Bräunung wegen an die Sonne legen.

Erfunden wurde der Monokini Mitte der 1960er-Jahre vom Österreicher Rudi Gernreich. 1963 prognostizierte Gernreich in einem Interview mit der Modezeitschrift «Woman’s Wear Daily» kühn, dass die Amerikanerinnen in den nächsten fünf Jahren im Zuge der allgemeinen gesellschaftlichen Liberalisierung auf ihr Bikinioberteil verzichten würden, dass sich bei den Frauen der Oben-ohne-Trend durchsetzen würde. (Lesen Sie auch: «Das sexy Drunter im Retro-Stil»)

Ein gescheiterter Sozialrevolutionär

1964 präsentierte Gernreich zum ersten Mal einen Monokini, das Textil zu seiner Theorie; einen Ur-Monokini, der den Blick auf den Busen der Trägerin freigab. Die Kreation war bloss als PR-Gag gedacht, doch über Nacht erhielt Gernreich 1000 Bestellungen und gab den Monokini zur Produktion frei.

Als Topless-Stück konnte sich der Monokini nicht etablieren – ausser, wir sehen ihn vor unsrem geistigen Auge, beim Komiker Sacha Baron Cohen. Die massentaugliche moderne Variante entstand in den Siebzigern, sie bedeckt die Brüste der Frau – ironischerweise verhüllt der Monikini ja in seiner heutigen Form mit Oberteil mehr als die meisten Bikinis. Und gerade deshalb wird der gescheiterte und zurückgebundene Sozialrevolutionär von vielen Frauen auch geschätzt: weil er im Gegensatz zum Bikini das eine oder andere Problemzönchen diskret versteckt. (Lesen Sie auch: «Höschen bis zum Bauchnabel»)

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(Erstellt: 23.04.2012, 21:44 Uhr)

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Social-Media-Promotionsbombe: Sängerin Rihanna im silberfarbenen Monokini, mit dem sie ihre Twittergemeinde erfreute.

Ursprünglich ein Topless-Textil: Ur-Monokini aus dem Jahr 1964 von Rudi Gernreich (links), Hommage an den Entwurf von Victoria's Secret aus dem Jahr 2010 (rechts).

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