Pinot Noir – eine Traube mit hohen Ansprüchen
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Eigentlich ist es nicht ganz korrekt, von «den» Pinot-Noir-Weinen zu sprechen. Denn wie bei keiner anderen Traube ist der Geschmack des Weins, der aus ihr gekeltert wird, abhängig von der Bodenbeschaffenheit der Region, in der die Rebsorte angebaut wird, und vom Klima, in dem sie gedeiht. Deshalb lässt sich ein Topwein aus der Heimat dieser Traube, dem Burgund, nur schwer mit einem anderen Wein vergleichen, zum Beispiel mit einem Blauburgunder aus der Ostschweiz. Am ehesten kann man eine gewisse süsse Fruchtigkeit und einen wegen der dünnen Schale der Traube in der Regel eher niedrigen Tannin- und Farbstoffgehalt als Gemeinsamkeit der Pinot-Noir-Weine nennen. Kalkhaltige Böden mag die Traube eindeutig am liebsten. Sie liebt ein nicht allzu heisses Klima, ist aber sehr empfindlich auf späten Frost, weil sie relativ früh austreibt, und mag keine feuchten, kühlen Böden.
Blau- oder Spätburgunder
Und dennoch versuchen ambitionierte Winzer rund um den Globus immer wieder ihr Glück mit der Pinot Noir-Traube, die höchste Anforderungen an sie und die Önologen stellt. Die Rebe ist aus dem Burgund in so gut wie jedes Weinbaugebiet weltweit verpflanzt worden. Heute finden wir sie in ganz Frankreich und auch im deutschen Sprachraum, wo sie – qualitativ immer besser und immer beliebter – unter dem Namen Blau- oder Spätburgunder bekannt ist. In der Schweiz spielt Pinot Noir eine sehr wichtige Rolle: Während sie in der Ostschweiz am meisten angebaut wird, wird sie in der Westschweiz mit der Gamay-Traube zum Dôle verschnitten. Selbst osteuropäische Winzer, von Kroatien über Rumänien bis Kirgisien, stellen inzwischen aus der Pinot-Noir-Traube feine Weine her. In Spanien und Norditalien wird die Rebe vor allem zur Schaumweinerzeugung eingesetzt; dort heisst sie auch Pinot Negro oder Pinot Nero.
Pinot Noir in der neuen Welt
In der neuen Welt ist Pinot Noir ebenfalls für viele Winzer eine grosse Herausforderung. Viele nordamerikanische Anbaugebiete in Oregon, New York und Idaho verdanken ihr ihren guten Ruf. Aber auch kalifornische Weinbauer pflanzen erfolgreich Pinot Noir an. In Argentinien und Chile ist es nur in den höchstgelegenen Anbaugebieten nicht zu heiss für die sensible Rebe. Dafür gedeiht die Pinot Noir in den kühleren Gegenden in Südafrika recht gut. Allerdings dominiert dort die aus ihr hervorgegangene Pinotage-Traube. Anders in Australien und Neuseeland, die seit Anfang der 1990er-Jahre ihre Pinot-Noir-Rebflächen beträchtlich gesteigert haben. Neuseeland allein verachtfachte von 1996 bis 2006 die Anbaufläche und hat heute einen hervorragenden Ruf für gute Pinot Noirs.
Erstellt: 15.02.2010, 16:57 Uhr










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