Alle Literaturfreuden unter Dach und Fach
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«Ein Haus ohne Bücher ist arm», sagte der deutsche Schriftsteller Hermann Hesse einmal. Eine Reise zum Mittelpunkt der Erde oder einen Erkundungsflug zum Mars unternehmen, der Entdeckung Amerikas oder dem ersten Schultag in einem Zauberinternat beiwohnen – erst die Literatur machts möglich. Sie entführt uns aus unserem Alltag, lässt uns an fremden Leben, fernen Welten und anderen Zeiten teilhaben. Eskapismus nennen das manche – Flucht vor dem eigenen Alltag.
Doch wer liest, verschliesst sich der Realität nicht, sondern erweitert seinen Horizont. Und dann ist da nicht nur der intellektuelle Mehrwert, den Bücher bieten; die Kollektion papierener Kunstwerke schafft auch Atmosphäre. Gibt es etwas Gemütlicheres als eine altmodische Bibliothek mit einem prasselnden Kaminfeuer und einem Lesesessel davor? Leidenschaftliche Leser und Buchliebhaber geniessen das Privileg, dass in ihrem Zuhause nach und nach eine persönliche Bibliothek heranwächst.
Von Büchern bevölkerte Voliere
Diese gilt es angemessen zu präsentieren, denn jede Bücherwand ist individueller Ausdruck ihres Besitzers. Nun kann man die Bände ganz einfach vom Boden bis zur Decke stapeln, sie traditionell auf Regalen aufreihen, nach Lieblingslektüre, Sparte oder sogar nach Farben sortieren. Die neuesten Bücherregale hingegen inszenieren nicht nur unsere bibliophilen Kollektionen, sondern feiern sich gleich selbst mit, denn auch ohne Bücherreihen und -stapel machen diese Möbelstücke eine wunderbare Figur. Die italienische Edelmöbelschmiede Ceccotti präsentierte jüngst ihren «Golden Cage», der an eine überdimensionierte Voliere erinnert. Statt Vögel bevölkern ihn Bücher.
Das Möbelstück ist ein gutes Beispiel für den Trend hin zu grösseren, loftartigen Wohnräumen, denn es lässt sich als Raumtrenner einsetzen und ist von allen Seiten ansehnlich. Ebenfalls freistehend ist das drehbare Buchregal «Nureyev». Das ist nicht nur praktisch in der Anwendung, sondern auch überaus dekorativ. Auch andere Hersteller lancierten in jüngster Zeit moderne Interpretationen des klassischen drehbaren Bücherregals, das man hin und wieder auf Flohmärkten und bei Antiquitätenhändlern antrifft.
Weitaus pragmatischer, aber ebenso praktisch ist die Arbeit des Schweizer Stardesigners Alfredo Häberli. Der Zürcher, der sich selbst als «buchverrückt» bezeichnet, hat mit «Pattern» ein Regal geschaffen, auf dem sich die Bücher selbst stützen. «Die Idee war», erläutert Häberli, «ein nicht horizontales Regal zu schaffen, auf dem auch Magazine und dünne Bücher stehen bleiben.» Ein unregelmässiges Fünfeck formt sich zu einem Wabenmuster, in welchem die Bücher und Zeitschriften schräg stehen und zusätzliche Stützen somit überflüssig machen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 30.03.2009, 09:33 Uhr
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