Das Haus für den Single
Von Christof Lampart. Aktualisiert am 18.06.2009 6 Kommentare
Rickenbach – Als der Wiler Architekt, Peter Dammann, vor wenigen Jahren in der Zeitung las, dass hierzulande bald 40 Prozent aller Haushalte Single-Haushalt seien, dämmerte es ihm. «Für diese Gruppe gab es eigentlich damals noch kein passendes Wohneigentum», erinnert er sich. Dabei habe sich der Single, wohnungspolitisch gesehen, in den letzten Jahren massiv gewandelt. Auch was seine Ansprüche betrifft.
«Viele meiner Kunden sind wieder allein oder die Kinder sind einfach aus dem Haus. Und gleichzeitig wollen sie sich gerne den Wunsch vom schönen, exklusiven Wohnen erfüllen», hat Dammann erkannt. Seit er im 2004 sein erstes 3,5-Zimmer-Single-Haus verkauft hat, sind rund 20 weitere in Dietlikon, Stettfurt, Rickenbach und Schwarzenbach erstellt worden. Demnächst kommen mindestens sechs am Murg-Kanal gelegene Häuser in Sirnach hinzu. Und was Dammann besonders freut: «Bis jetzt hat noch niemand meiner Kundinnen und Kunden gesagt, dass er wieder ausziehen möchte.»
Als die Freundin absagte
«Warum soll ich mir für das gleiche Geld nicht ein kleines Haus kaufen, statt eine Eigentumswohnung?» Dies fragte sich Sonja Hardmeier, als sie vor rund zwei Jahren mit einer Freundin ein von Peter Dammann entworfenes Single-Haus am Rickenbacher Quellenweg besichtigte. Die klare äussere Form, die grosszügige Raumaufteilung im Inneren, die hohen Fenster und die vielen Stauräume haben es der Geschäftsführerin der St. Galler Frauenzentrale angetan. «Obwohl eigentlich meine Freundin das Haus besichtigte, habe ich mich sofort in das Haus verliebt und sofort zugegriffen, als meine Freundin absagte», erinnert sich Hardmeier an ihre «Liebe auf den ersten Blick».
Sie mache sich zwar nicht viel aus Statusdenken, doch sei es gefühlsmässig schon etwas anderes, ob man eine Wohnung oder ein Haus besitze, räumt Hardmeier ein. Hinzu komme, dass sie hier über einen eigenen Garten verfüge. «Ich bin gerne draussen und nutze die Fläche, die mir gehört», bekennt Hardmeier. Tatsächlich zeigt die begeisterte Taucherin und Tierfreundin in ihrer Wohnung, dass man aus den vermeintlich «nur» 115 Quadratmetern Wohnfläche, die grosszügig verteilt sind, viel machen kann.
«Für mich stimmen die Proportionen. Die hohen Fenster lassen viel Licht herein und die aus gerosteten Eisenplatten bestehende Fassade ist nicht nur sehr pflegeleicht, sondern verleiht dem Ganzen einen modernen Touch», sagt Sonja Hardmeier beim Rundgang durch das Haus. Im Garten steht ein artgerechtes, nach allen Regeln der Kunst gegen Füchse und Marder gesichertes Kaninchengehege. Dass das Haus keinen Keller habe, mache ihr nichts aus. Ein Blick in die drei sehr grosszügig bemessenen und «strategisch» sinnvoll angelegten Schrankräume mit Schiebetüren macht auch schnell deutlich warum. «Hier kann ich viel unterbringen. Und dass ich meine Tauchausrüstung nicht jedes Mal vom Keller nach oben bringen muss, macht mir, bei rund 100 Tauchgängen im Jahr, selbstverständlich überhaupt nichts aus», lacht Hardmeier. (ThurgauerZeitung)
Erstellt: 18.06.2009, 14:32 Uhr
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6 Kommentare
Jaja, zum Glück wächst die Erde mit der Bevölkerung! Darum ist ja total egal, ob einer 115 qm für seine Wenigkeit braucht. Wobei: Sind 115 qm nicht zu wenig? Ich finde unter 200 qm Wohnfläche/Mensch verstosse gegen das Menschenrecht.... Antworten







Aron Thüler
Die Idee ist plausibel, das Bedürfnis klar und das Geschäftsmodell stimmt. Nur bewegt sich der ökonomische Gedanke diametral zu Ökologie und zum Thema verdichtetes wohnen. 40% Singles. Mehr Zuwanderung, hohe Einkommen, weniger Fläche, mehr Alte, mehr Todesfälle, mehr lehre Einfamilienhäuser, mehr Lehrstand, mehr Häuserleichen, noch mehr Zuwanderung, Hypothekenausfälle, Blase?! Antworten